Gazastreifen

Eskalation der Gewalt

40.000 Palästinenser protestierten auf Geheiß der Hamas am Grenzzaun, warfen Steine und Molotowcocktails. Foto: Flash 90

An der Grenze zum Gazastreifen eskalierte am Montag die Gewalt. Dutzende von Palästinensern sind bei Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee getötet worden. 40.000 protestierten auf Geheiß der Hamas am Grenzzaun, warfen Steine und Molotowcocktails. Viele versuchten, den Zaun zu durchbrechen. Die Zahl der Toten steigt immer weiter. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza waren es um 17 Uhr Ortszeit bereits 43 und mehr als 2000 Verletzte, viele von ihnen angeblich durch scharfe Munition des israelischen Militärs getroffen.

Die palästinensische Autonomiebehörde unter Präsident Mahmud Abbas bezeichnete es als »israelisches Massaker« und ordnete für Dienstag einen Tag der Trauer an. Gleichzeitig forderte sie Proteste im Westjordanland.

us-botschaft Der Chef der Arabischen Liga, Ahmed Aboul Gheit, holte verbal zum Schlag gegen die zeitgleiche Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem aus und sagte, die an den Feierlichkeiten teilnehmenden Länder sollten sich schämen. Von den 86 ausländischen Vertretungen in Israel hatten lediglich etwa 32 teilgenommen. Deutschland und die meisten anderen EU-Nationen waren nicht erschienen.

Die Hamas schickte nach Angaben einiger von Israel festgenommener Demonstranten Teenager und sogar Kinder an den Grenzzaun, um, wie die Armee es beschrieb, »gewalttätige Akte auszuführen und die Sicherheitsinfrastruktur zu beschädigen«. Israel hatte die Bewohner von Gaza zuvor per Flugblättern gewarnt, nicht an den Zaun zu kommen und »keine Marionetten der Hamas« zu sein.

europäische union Amnesty International schrieb auf Twitter, dass die hohe Zahl der Toten »eine grässliche Menschenrechtsverletzung« sei. »Das muss sofort aufhören.« Auch Ägypten verurteilte Israel. Ebenso rief die Außenministerin der Europäischen Union, Federica Mogherini, Jerusalem zu Zurückhaltung auf: »Israel muss das Recht auf friedliche Proteste respektieren und das Prinzip der Proportionalität beim Einsatz von Waffengewalt anwenden. Die Hamas und Anführer der Proteste in Gaza müssen versichern, dass sie ausschließlich gewaltfrei sind und nicht für andere Zwecke missbraucht werden.«

Die israelische Luftwaffe flog zudem Angriffe auf die Hamas-Infrastruktur im Streifen, bestätigte die Armee. Am Dienstag begehen die Palästinenser den sogenannten Nakba-Tag, der an ihre Vertreibung während des Unabhängigkeitstages erinnert. Die Hamas hat gedroht, die gewalttätigen Proteste noch zu verstärken.

Israel

Hightech-Gründer und Philantrop: Morris Kahn ist tot

Er wollte Israel zum Mond bringen. Der israelische Unternehmer und Philanthrop Morris Kahn ist im Alter von 95 Jahren gestorben

 01.01.2026

Gesundheit

»Trinken, Schlafen und Bewegung«

Damit 2026 ein gesundes Jahr wird: Jonathan Rabinowitz empfiehlt kleine Veränderungen im Alltag für mehr Wohlbefinden

von Sabine Brandes  01.01.2026

Be'eri

Nach dem 7. Oktober

Daniel Neumann hat den Kibbuz Be’eri besucht und fragt sich, wie es nach all dem Hass und Horror weitergehen kann. Er weiß, wenn überhaupt, dann nur in Israel

von Daniel Neumann  31.12.2025

Terror

Warum?

Die nichtjüdische Deutsche Carolin Bohl wurde am 7. Oktober 2023 von der Hamas brutal ermordet. Hier nimmt ihre Mutter Abschied von der geliebten Tochter

von Sonja Bohl-Dencker  31.12.2025

Gaza

Bericht: USA und Israel setzen Hamas Frist für Waffenabgabe

Die USA und Israel haben sich auf eine Frist für die Entwaffnung der Hamas geeinigt. Diese ist Voraussetzung für Frieden in Gaza

 31.12.2025

USA

Die Eltern der letzten Geisel treffen Trump

Die Eltern von Ran Gvili kämpfen dafür, dass die zweite Phase von Trumps Gaza-Plan erst beginnt, wenn ihr Sohn wieder zu Hause ist

 31.12.2025

Deutschland

Bildungszentrum von Yad Vashem soll Leerstelle füllen

Das in Deutschland geplante Bildungszentrum der Gedenkstätte Yad Vashem soll ein größeres Bild in den Dialog der Erinnerungskultur bringen

 31.12.2025

Hintergrund

Das steckt hinter »Katargate«

Die Affäre um vermeintliche Zahlungen von Doha an Netanjahu-Berater und Medien-Leaks zieht immer weitere Bahnen

von Sabine Brandes  30.12.2025

Afrika

Somalier protestieren gegen Israel

Sprechchöre, geschlossene Unis, kämpferische Reden: In Somalia entlädt sich Wut über Israels Anerkennung von Somaliland. Die Proteste ziehen sich quer durch die Gesellschaft.

 30.12.2025