Aufklärung

Es war nicht Zahal

Mohammed al-Dura (l.), 30. September 2000 Foto: Flash 90

Am Wochenanfang präsentierte die israelische Regierung 13 Jahre nach dem Vorfall einen Bericht, der neues Licht auf den Tod Mohammed al-Duras werfen soll. Das Video eines französischen Kameramannes, das den Palästinenser Jamal al-Dura zeigt, der mit seinem Sohn Mohammed im Kugelhagel hinter einer Wand Schutz sucht, ging um die ganze Welt. Der zwölfjährige Mohammed soll damals getötet worden sein, angeblich von Kugeln der israelischen Armee. Die Ergebnisse des Komitees aber widerlegen, dass es sich so zugetragen hat. Der Bericht behauptet: Mohammed hat am Ende der Videoaufnahme noch gelebt.

Die Ausstrahlung der Bilder im Kanal France 2 hatte 2000 die zweite Intifada ausgelöst, an der sich nicht nur Palästinenser beteiligten, sondern auch Tausende israelische Araber. Unmittelbar nach dem Vorfall hatte ein Verantwortlicher der Armee eingeräumt, die Schüsse seien möglicherweise von der Position der Israelis gekommen. Eine armeeinterne Untersuchung aber zeigte, dass, »wenn der Junge erschossen wurde, es mit Sicherheit keine israelische Munition war«.

Verleumdungsstrategie Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte den aktuellen Bericht bei einem Regierungskomitee in Auftrag gegeben, um die »Konsequenzen und Implikationen des France-2-al-Dura Reports« zu untersuchen. »Dieser Vorfall hat Israels Ruf zerstört. Es gibt nur eine Möglichkeit, um gegen Lügen vorzugehen. Und das ist die Wahrheit.«

Jamal al-Dura sagte im israelischen Armeeradio, er akzeptiere den Bericht der Regierung nicht. »Wenn Mohammed nicht gestorben ist, wer hat dann auf mich geschossen?«, so al-Dura. Auf die Frage, warum der ihn behandelnde israelische Arzt seine Wunden als »alt« bezeichnet habe, antwortete er zunächst nicht und meinte dann, man solle seinen Anwalt in Frankreich fragen. Al-Dura erklärte jedoch, er stimme einer Exhumierung seines Sohnes zu, um zu beweisen, dass er tatsächlich vor 13 Jahren getötet worden sei.

Während im eigenen Land nach der Veröffentlichung auch Kritik laut wurde, ist Strategie- und Geheimdienstminister Yuval Steinitz überzeugt: »Die Al-Dura-Affäre ist eine moderne Verleumdungsstrategie gegen den Staat Israel. Der Bericht von France 2 war gänzlich haltlos.«

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