Nahost

Erneuter Durchbruch: Marokko und Israel schließen Frieden

Das nordafrikanische Land hatte bis vor einigen Jahrzehnten eine große jüdische Gemeinschaft. Foto: imago images/edna

US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag die Normalisierung der Beziehungen zwischen Marokko und Israel bekanntgegeben. Damit fügt sich das nordafrikanische Land in eine Reihe von arabischen Ländern ein, die in den letzten Monaten Frieden mit dem jüdischen Staat geschlossen haben.

Als Teil des umfassenden Abkommens stimmte US-Präsident Donald Trump zu, Marokkos Souveränität über die Westsahara anzuerkennen. Dort gibt es einen jahrzehntelangen Streit zwischen Marokko und der von Algerien unterstützten Polisario-Front. Letztere will auf dem Gebiet einen unabhängigen Staat errichten.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Ein US-Beamter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Trump habe die Vereinbarung in einem Telefonat mit Marokkos König Mohammed VI. besiegelt. Marokko ist das vierte Land seit August, das ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen mit Israel geschlossen hat. Die anderen waren die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und der Sudan.

Im Rahmen des Abkommens wird Marokko volle diplomatische Beziehungen aufnehmen. Auch Überflüge sowie Direktflüge von und nach Israel seien geplant. Außerdem wollen die beiden Staaten Verbindungsbüros in Rabat und Tel Aviv eröffnen und den wirtschaftlichen Austausch forcieren.

JÜDISCHE GEMEINDE »Heute hat die Administration einen weiteren historischen Meilenstein erreicht. Präsident Trump hat ein Friedensabkommen zwischen Marokko und Israel vermittelt - das vierte derartige Abkommen zwischen Israel und einer arabisch-muslimischen Nation innerhalb von vier Monaten. Mit diesem historischen Schritt baut Marokko auf seine langjährige Verbundenheit mit der marokkanisch-jüdischen Gemeinschaft, die in Marokko und in der ganzen Welt lebt, auch in Israel. Dies ist ein bedeutender Schritt nach vorne für die Menschen in Israel und Marokko«, erklärte Trumps Nahostberater und Schwiegersohn Jared Kushner.

In Marokko lebten bis Mitte des 20. Jahrhunderts rund 250.000 Juden. Im arabischen Raum hat das Land nach wie vor die größte jüdische Gemeinde, sie ist allerdings auf ein paar Tausend Mitglieder geschrumpft.

In einer Erklärung des Weißen Hauses hieß es, Trump habe »seine Unterstützung für Marokkos ernsthaften, glaubwürdigen und realistischen Autonomievorschlag als einzige Grundlage für eine gerechte und dauerhafte Lösung des Streits um das Westsahara-Gebiet bekräftigt.« Als solcher erkenne der US-Präsident »die marokkanische Souveränität über das gesamte Westsahara-Territorium an«, so die Erklärung. mth

Tel Aviv

Deutschlands neuer Botschafter in Israel stellt sich auf Instagram vor

Alexander Graf Lambsdorff übernimmt die deutsche Vertretung in Israel. In einer Videobotschaft betont der frühere Moskau-Botschafter die enge Zusammenarbeit beider Nationen

 24.07.2026

Wissenschaft

Israelische Forscher entdecken einzigartiges Immunsystem bei Seeanemonen

Die beteiligten Wissenschaftler hoffen, dass ihre Ergebnisse langfristig zum Schutz von Korallenriffen beitragen könnten

 24.07.2026

Jerusalem

Likud-Abgeordneter verärgert Netanjahu mit behauptetem Angriff auf Iran

Das Likud-Mitglied Moshe Saada sagte in einem Interview: »Jeder weiß, dass wir kurz vor einem Angriff auf den Iran stehen – vielleicht sogar schon an diesem Wochenende.«

 24.07.2026

Westjordanland

Drei Terrorangriffe binnen 24 Stunden: Ein Israeli getötet, mehrere verletzt

Bei einer Attacke nahe der Gilad Farm wird ein Israeli erschossen. Eines der Opfer eines anderen Terrorangriffs wird schwer verletzt und per Hubscgrauber in ein Krankenhaus gebracht

 24.07.2026

Meinung

Wenn der »Spiegel« mit der Hamas kuschelt

Die Hamas verkündet, einen Nachfolger für Yahya Sinwar gefunden zu haben. Für das große deutsche Nachrichtenmagazin Grund, eine Runde Sympathie und Mitgefühl zu spendieren

von Sophie Albers Ben Chamo  23.07.2026

Nachruf

»Haim Yavin. Hier enden unsere Sendungen«

Der israelische Protestkünstler Shoshke Engelmayer verabschiedet sich von einer TV-Legende seines Landes

 23.07.2026

Naher Osten

Trump: Atom-Deal nur bei saudischer Anerkennung Israels

Washington und Riad stehen kurz vor einem Atomabkommen zur zivilen Nutzung der Kernenergie. Doch jetzt hat Donald Trump eine neue Bedingung gestellt

 23.07.2026

Plädoyer

Dem Recht vertrauen

Ohne einen unabhängigen Obersten Gerichtshof ist nicht nur Israels Demokratie, sondern der jüdische Staat selbst in Gefahr

von Awi Blumenfeld  23.07.2026

Nachrichten

Geisel, Hamas, Charedim

Kurzmeldungen aus Israel

 22.07.2026