Vermisst

Er kehrte zurück, um andere zu retten

Ori Danino wurde auf dem Rave entführt. Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Er kehrte zurück, um andere zu retten

Ori Danino wollte noch dieses Jahr heiraten

von Sabine Brandes  18.07.2024 09:22 Uhr

Eigentlich steht für Ori Danino bald Hochzeit an. Doch statt die Feier zu planen, kämpfen seine Braut und die Familie für die Befreiung des jungen Israelis aus dem Gazastreifen. Denn auch der 25-Jährige wurde am 7. Oktober von der Supernova-Party verschleppt. Er und ein Freund verließen die Party in ihren beiden Fahrzeugen und versuchten, so viele andere wie möglich mitzunehmen, um den Mördern der Hamas zu entkommen.

An einem Punkt fragte Danino seinen Freund nach den Telefonnummern der Leute, die sie in der Nacht zuvor kennengelernt hatten. Dann sagte er, dass er zurückfahren und sie retten würde. Es war das letzte Mal, dass sein Freund von ihm etwas gehört hat.

Eine andere Freundin, Liel, erzählte im israelischen Fernsehen, sie habe an jenem Schabbat um 8.34 Uhr morgens mit Danino telefoniert, um zu fragen, ob er in Sicherheit sei. »Er sagte: ›Ich fahre gerade wie ein Psychopath. Lass uns später sprechen.‹« Auch sie hat seither nie wieder von ihrem Freund gehört. Die drei Menschen, die Danino retten wollte, seien nach Angaben von israelischen Sicherheitsdiensten in den Gazastreifen verschleppt worden – wie Danino.

Nie wieder von ihm gehört

Er selbst stammt aus einer ultraorthodoxen Familie in Jerusalem und lebte vor seinem Kidnapping in Givat Zeev, etwas außerhalb der Stadt. Seine Mutter, Einav Danino, berichtete in einem Interview davon, dass ihr Sohn immer der Erste war, wenn es darum ging, anderen zu helfen. »Er war weg, er hatte es geschafft, von der Party zu fliehen. Doch dann erinnerte er sich daran, dass sie drei Leute kennengelernt hatten.«

Zwei der Gekidnappten seien mittlerweile in Freiheit. »Doch sie wussten nichts von Ori. Sie haben ihn nicht in Gaza gesehen«, so Oris Mutter. Jede Nacht gehe sie schlafen und sage zu Gott: »Wie du ihn genommen hast – so gib ihn auch zurück.« Es sei nicht selbstverständlich für sie gewesen, ihren Sohn jeden Tag zu umarmen. Doch jetzt, wo sie es nicht kann, »ist mir klar, wie wichtig es ist«.

Wahlen

Die Herausforderer von Premier Netanjahu

Der einstige Premier Naftali Bennett und Ex-Generalstabschef Gadi Eizenkot holen in Umfragen auf

von Sabine Brandes  12.04.2026

Nahost

Friedensgespräche im Raketenhagel

Während die Regierungen von Israel und dem Libanon verhandeln wollen, feuert die schiitische Terrororganisation Hisbollah weiter Geschosse auf den Norden ab

von Sabine Brandes  12.04.2026

Kommentar

Empathie für alle?

Dunja Hayali hat zu mehr Mitgefühl mit Betroffenen von Kriegen aufgerufen. Zurecht. Was in den deutschen Medien jedoch kaum vorkommt: das Leid der Israelis, die unter dem ständigen Beschuss der Hisbollah stehen

von Jenny Havemann  10.04.2026

Jerusalem

Israeli soll für Iran Anschlag auf Naftali Bennett geplant haben

Ein 22-jähriger Israeli soll für den iranischen Geheimdienst einen Anschlag auf Ex-Premier Naftali Bennett geplant und Sprengstoff hergestellt haben. Die Polizei ermittelt gegen mehrere Verdächtige

 10.04.2026

Beirut

Hisbollah-Chef: Machen weiter »bis zum letzten Atemzug«

Während die libanesische Regierung an Verhandlungen mit Israel arbeitet, zeigt sich die Hisbollah unbeeindruckt: Es sei nicht die Zeit, um Zugeständnisse zu machen, betont ihr Anführer

 10.04.2026

Iran-Krieg

Israel vermeldet insgesamt 31 Kriegstote und 7500 Verletzte

Nach der Waffenruhe zieht Israel eine erste Bilanz des Krieges mit dem Iran – die IDF spricht von einer erfolgreichen Kampagne

 10.04.2026

Iran-Krieg

Hält die Waffenruhe?

In Pakistan wollen die USA und der Iran ab heute über eine dauerhafte Friedenslösung beraten. Doch vorab gibt es bereits Streit über wichtige Punkte

 10.04.2026 Aktualisiert

Iran-Krieg

Europa darf Israel nicht im Stich lassen

Während die USA und Israel der Bedrohung durch das Mullah-Regime militärisch begegneten, standen die Europäer an der Seitenlinie und übten Kritik. Die nun herrschende Feuerpause gibt ihnen Gelegenheit, ihre Haltung zu überdenken

von Rafael Seligmann  10.04.2026

Modschtaba Chamenei

Wo ist der neue Ayatollah?

Der »Oberste Führer« des Iran ist seit seiner Wahl nicht öffentlich aufgetreten. Ist er noch am Leben?

von Sabine Brandes  07.04.2026