Vermisst

Yotam Haim: Er braucht seine Familie

Yotam Haim (28)

Vermisst

Yotam Haim: Er braucht seine Familie

Der Schlagzeuger Yotam Haim ist Geisel in Gaza

von Sabine Brandes  13.12.2023 14:29 Uhr

Yotam Haim möchte ein berühmter Musiker werden. »Er hat so viele Träume und Pläne«, erzählt seine Mutter Iris Haim über ihren mittleren Sohn. Der 28-Jährige ist Schlagzeuger in einer israelischen Heavy-Metal-Band. »Es ist nicht wichtig, wie alt er ist. Er ist ein junger Mensch, der seine Familie braucht«, sagt sie und nimmt ihre Brille ab, um die Tränen zu trocknen.

Mehr als 60 Tage sind vergangen, seit ihr Sohn aus dem Sicherheitsraum im Kibbuz Kfar Aza von Hamas-Terroristen verschleppt wurde, und jeder einzelne Tag sei »ein endloses qualvolles Warten«. Die Hamas hat in Kfar Aza 62 Menschen getötet und 18 weitere entführt, darunter Yotam. »Denken Sie daran, was eine Mutter fühlt, wenn sie nicht weiß, wo ihr Sohn ist«, sagt die Krankenschwester, die in einem Moschaw in der Nähe wohnt.

Am Abend des 7. Oktober hätte der junge Mann bei einem Musikfestival in Tel Aviv auftreten sollen.

Am Abend des 7. Oktober hätte der junge Mann bei einem Musikfestival in Tel Aviv auftreten sollen. Es war ein Auftritt, für den er Wochen zuvor gebucht worden war. Sein Bruder Tovel ist ebenfalls Schlagzeuger. Er spielt in der Band der Sängerin und Eurovision-Gewinnerin Netta Barzilai. Die sang vor Kurzem ein Gebet für Yotam.

Um 6.30 Uhr an jenem Schabbatmorgen schrieb Yotam über WhatsApp seiner Familie, dass es »natürlich wieder Raketenangriffe« gebe. Er sitze im Sicherheitsraum und spiele Schlagzeug, um sich zu beruhigen. Bald darauf schossen die Terroristen auf seine Tür und zündeten im Haus Gas an. Es brannte lichterloh.

»Ich weiß nicht, ob ich das hier überlebe«

»Ich weiß nicht, ob ich das hier überlebe«, schrieb er. »Aber du sollst wissen, Maman, dass ich dich liebe.« Er nannte seine Mutter »Maman«, in Erinnerung an eine gemeinsame Reise nach Frankreich.

»Yotam ist ein ganz besonderer Mensch. Er hat mit verschiedenen medizinischen und psychologischen Problemen zu tun, auch deshalb waren wir jeden Tag in Kontakt. Für uns ist er noch immer wie unser Baby.« Das Letzte, was die Haims von ihrem Sohn hörten, war die Nachricht, in der er schrieb: »Ich habe keine Luft hier im Sicherheitsraum. Ich kann nicht atmen.« Die Eltern erinnern sich an die exakte Minute, in der ihr Kind verschwand: »Es war 10.44 Uhr.«

Wohltätigkeit

Gal Gadot ganz großzügig

Die Hollywood-Schauspielerin spendet Geld vom Genesis-Preis an Organisationen für die Rehabilitation psychisch Kranker

von Sabine Brandes  23.09.2026

Emmanuel Macron spricht vor der UN-Vollversammlung

Vereinte Nationen

Jerusalem nennt Macrons Behauptung zur Hamas »absurd«

Der französische Präsident behauptet vor der Vollversammlung, die Terrororganisation sei im Westjordanland nie aktiv gewesen. Tatsächlich verübt sie dort regelmäßig Anschläge

von Sabine Brandes  23.09.2026

Jerusalem

Israel startet Kampagne gegen Voreingenommenheit der UN

Ein Video zeigt Papageien bei der UNO-Vollversammlung, die »Beschuldigt Israel!« durch den Versammlungssaal schreien

 23.09.2026

Jerusalem

Lucien Lazare gestorben

Der Historiker und Pädagoge schloss sich während der deutschen Besatzung Frankreichs dem Widerstand an. In Israel gehörte er zur Kommission von Yad Vashem

 23.09.2026

Jerusalem

Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Fast drei Jahre nach dem beispiellosen Hamas-Massaker am 7. Oktober droht Israels Verteidigungsminister mit drastischen Folgen, sollte erneut ein Israeli verschleppt werden

 23.09.2026

Israelische Zeitungen

Wahlergebnisse

»Sieg der Extreme«

Nach dem AfD-Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern wächst in Israel die Aufmerksamkeit für Deutschlands politische Verschiebung

von Sabine Brandes  22.09.2026

Debatte

Wehret den Anfängen gilt rechts und links

Ein Offener Brief an Bischof Christian Stäblein vom Evangelischen Arbeitskreis der CDU Berlin/Brandenburg

von Cornelia Seibeld  22.09.2026

Reaktionen

Besorgnis in Israel nach Berlin-Wahl

Der Wahlsieg der Linken sorgt vor allem mit Blick auf Antisemitismus und das jüdische Leben in der deutschen Hauptstadt für Aufmerksamkeit in israelischen Medien

von Sabine Brandes  22.09.2026

Umfrage

Mehrheit sieht keine Chance für friedliche Zwei-Staaten-Lösung

Eine friedliche Koexistenz ist für eine Mehrheit der Israelis und eine noch größere Mehrheit der Palästinenser im Westjordanland und in Ostjerusalem derzeit nicht vorstellbar

 22.09.2026