EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 55 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Jerusalem

Entschädigung für Familien

Die Knesset in Jerusalem Foto: Flash 90

Der Schmerz ist jetzt staatlich anerkannt. Am Montag hat die Knesset beschlossen, den Skandal um die verschwundenen Kinder von Neueinwanderern aus dem Jemen, den arabischen Staaten und vom Balkan aus den ersten Jahren nach der Staatsgründung offiziell anzuerkennen. Die Regierung drückte ihr Bedauern über das Geschehene aus und wird die Familien entschädigen.

Premierminister Benjamin Netanjahu betonte, dass dies »eines der schmerzlichsten Ereignisse der Geschichte des Staates Israel ist«. Die finanzielle Abfindung werde das schreckliche Leid nicht wiedergutmachen, das diese Familien durchlitten haben und noch durchleiden. Netanjahu wies den Bildungsminister an, die Affäre zudem in die Schulbücher aufzunehmen.

übergangslager Vor allem in den Jahren 1948 bis 1954 waren in Israel schätzungsweise 5000 Säuglinge und Kleinkinder verschwunden. Sie sollen vor allem aus den Übergangslagern, in denen die Familien anfangs lebten, geholt und nie wieder gesehen worden sein. Mehr als 1000 Familien haben bei israelischen Behörden Beschwerde eingelegt.

Mehrere Kommissionen beschäftigen sich mit den Geschehnissen, doch die Erkenntnisse wurden lange unter Verschluss gehalten.

Mehrere Kommissionen beschäftigen sich mit den Geschehnissen, doch die Erkenntnisse wurden lange unter Verschluss gehalten. Erst Ende 2016 wurde ein Großteil der Unterlagen freigegeben. Die Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass die meisten der Babys und Kinder an Krankheiten starben und beerdigt wurden, ohne die Eltern zu informieren.

vorwürfe Doch die Vorwürfe des staatlich organisierten Kinderraubs blieben bestehen. Bei der düsteren Geschichte handelt es sich um eines der schwierigsten Themen des jüdischen Staats: die Differenzen zwischen aschkenasischen und sefardischen Juden. »Hunderte Kinder wurden bewusst ihren Eltern geraubt«, sagte der damals verantwortliche Minister Zachi Hanegbi.

Man müsse mit dem Heilen beginnen, erklärte Finanzminister Yisrael Katz am Montag, »und die glorreiche Geschichte der jemenitischen Juden anerkennen, die für immer mit der Israels verbunden ist«. 162 Millionen Schekel (umgerechnet rund 40,7 Millionen Euro) sind für die finanzielle Entschädigung vorgesehen. Einzelpersonen sollen bis zu 50.000 Euro erhalten.

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Eisenkot will Netanjahu ablösen

Netanjahus Likud liegt zwar laut ersten Prognosen vorn, doch seinem Lager fehlen viele Sitze zur Mehrheit. Ex-Militärchef Eisenkot will die Regierung ablösen – doch gelingt ihm das?

 27.10.2026

Knesset-Wahl

Lapid: Öffentlichkeit hat Netanjahu-Lager »nach Hause geschickt«

Netanjahus Likud-Partei wurde zwar laut Prognosen stärkste Kraft im Parlament, kommt aber mit ihren Partnern nicht auf eine Mehrheit. Die Opposition sagt, seine Regierung sei damit »gefeuert«.

 27.10.2026