Gaza/Abu Dhabi

Emirate könnten Gazastreifen militärisch sichern

Wie wird Gaza nach dem Krieg aussehen? Wer wird für Sicherheit sorgen? Foto: picture alliance / Anadolu

Die Vereinigten Arabischen Emirate könnten sich einem Medienbericht zufolge nach Ende des Kriegs im Gazastreifen daran beteiligen, das Küstengebiet militärisch zu sichern. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) dort als zuständige und verfügende Behörde eingesetzt werde, berichtete Israels Armee-Sender unter Berufung auf informierte Kreise. Nur auf ein Gesuch der PA hin seien die Emirate zu solch einem Schritt bereit.

Eine Beteiligung der PA an einer neuen Regierung für Gaza lehnt Israel ab. Dies hat auch damit zu tun, dass die Behörde sogenannten »Märtyrern« Renten bezahlt und damit den Terror direkt unterstützt. Der vor 18 Jahren für vier Jahre gewählte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas räumt dies offen ein und lehnt zugleich eine Anerkennung Israels oder Verhandlungen über ein Friedensabkommen, das auch zu einer Zweistaatenlösung führen könnte, ab.

Die Emirate hatten 2020 als erster Golfstaat diplomatische Beziehungen mit Israel aufgenommen. Über eine mögliche Rolle des kleinen, aber einflussreichen Landes nach Ende des Gaza-Kriegs wird schon länger spekuliert. Im Mai hatte Außenminister Abdullah bin Sajid klargestellt, dass sich die Emirate dort an keiner Zivilverwaltung beteiligen würden und an keinen Plänen, um »Deckung zu geben für Israels Präsenz im Gazastreifen«.

Lesen Sie auch

Beteiligung abgelehnt

Nach Vermittlung der US-Regierung scheinen die Emirate inzwischen aber etwas mehr Bereitschaft zu zeigen, sich an einem möglichen Militäreinsatz zur Friedenssicherung in Gaza zu beteiligen. Die Sondergesandte des emiratischen Außenministers, Lana Nussaibah, deutete dies vergangenen Monat in einem Gastbeitrag für die »Financial Times« an.

Als ersten Schritt für ein Kriegsende brauche es einen »vorübergehenden internationalen Einsatz, der auf die humanitäre Krise reagiert, Recht und Ordnung herstellt, das Fundament für Regierungsführung legt und den Weg ebnet« zu einem vereinten Gaza und Westjordanland unter einer rechtmäßigen palästinensischen Behörde, schrieb sie.

Spekuliert wurde zuvor auch über eine mögliche Beteiligung weiterer arabischer Länder an einer militärischen Sicherung Gazas. Israels Armee-Sender berichtete nun, Israel habe mehrere Staaten um solch eine Beteiligung gebeten. Dies hätten unter anderem Ägypten, Marokko und die Emirate aber abgelehnt und mitgeteilt, sie wollten nicht wie Helfer Israels oder eine ausführende Besatzungsmacht in dem Küstengebiet wirken. dpa/ja

Sicherheit

Unerlaubter Pilot an Bord: Maschine muss wieder umdrehen

Weil ein indonesischer Kapitän an Bord war, wurde einem Frachtflug von Ethiopian Airlines die Landung in Israel verweigert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Krieg

Netanjahu fordert Ermittlungen gegen Soldaten im Film »NAZA«

Der Premier wirft den anonymen Beteiligten mögliche Straftaten im Zusammenhang mit der Weitergabe geheimer Informationen vor

von Sabine Brandes  13.10.2026

Interview

»Wenn wir weder denken noch irgendetwas tun müssen – was machen wir dann?«

Der israelische Mathematiker Assaf Hasson warnt vor oberflächlichen Antworten, undurchsichtigen Beweisen und einer Generation, die sich zu sehr auf Künstliche Intelligenz verlässt

von Sabine Brandes  13.10.2026

Oktoberfest

Wiesn am Mittelmeer

Die bayerische Festtradition wird in Israel neu interpretiert

von Sabine Brandes  13.10.2026

Glosse

Wir stehen zum Existenzrecht Pakistans!

Absurder als im rot-rot-grünen Berlin wird’s nicht mehr

von Philip Fabian  13.10.2026

Replik

Einspruch, euer Ehren!

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ging in diesem Jahr an Philippe Sands. Ausgerechnet ein Mann, dessen Autorität auf juristischer Präzision und universellen Maßstäben gründet, nimmt es mit dem Völkerrecht erstaunlich ungenau

von Leeor Engländer  13.10.2026

Medien

Israel verweigert »taz«-Korrespondentin Arbeitsvisum

Diaspora-Ministerium: »Antiisraelische Akteure und diejenigen, die Israel verleumden, sollten keinen Fuß in das Land setzen«

 13.10.2026

Israel

Ein Toter und 24 Verletzte bei Explosion von Blindgänger

Ein mutmaßlicher Blindgänger explodiert in Nordisrael. Es gibt ein Todesopfer und zahlreiche Verletzte. Berichten zufolge waren Schüler und ein Lehrer in der Gegend gewandert

 12.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  12.10.2026