Corona

Einseitige Reisediplomatie

Unterstützer der Huthi-Miliz demonstrieren in Sanaa, 11. September
Ausländer, die nach Israel reisen möchten, müssen sich noch gedulden. Foto: Flash90

Israelis dürfen wieder nach Europa reisen. Die Europäische Union hat empfohlen, Gäste aus Israel zu »nicht notwendigen Reisen ohne Quarantäne« in den Staatenverbund einreisen zu lassen. Individualreisende aus dem Ausland, die nach Israel möchten, werden sich allerdings noch länger gedulden müssen. Zur selben Zeit wird es ihnen nicht erlaubt sein, das Heilige Land zu besuchen – auch nicht jenen aus der EU.

HIMMEL Erst im Juli soll das für die Einzelgäste möglich sein, heißt es aus dem Tourismusministerium in Jerusalem. Gruppenreisende, die vom Gesundheitsminister ausgewählt wurden, werden ab 23. Mai wieder in Israel willkommen geheißen. Das Konzept sei die graduelle und überwachte Rückkehr von geimpften Touristen. Erst wenn »alles gut läuft, sollen die Himmel geöffnet werden« und auch Individualtouristen wieder nach Israel dürfen.

Der jüdische Staat gilt mittlerweile als »grünes Land«, in dem die Infektionsrate mit dem Coronavirus niedrig ist. Die Positivrate bei Tests liegt derzeit bei 0,1 Prozent. Grund genug für die EU, Israel auf die Liste »sicherer Länder« zu setzen. Deren Bewohner sollen sich innerhalb von Europa frei bewegen dürfen, heißt es in einer Erklärung vom Donnerstag.

Es obliegt jedem Mitgliedstaat zu entscheiden, welche Restriktionen er aufhebt.

Weitere Länder sind unter anderem Neuseeland und Ruanda. Großbritannien ist nicht dabei, obwohl dort bereits 65 Prozent der erwachsenen Bevölkerung die erste Spritze des Vakzins erhalten haben. China, so die EU weiter, werde bei der »Bestätigung der Gegenseitigkeit« hinzugefügt.

ITALIEN Die Empfehlung ist allerdings nicht rechtsverbindlich. Lokale Behörden seien verantwortlich, sie zu implementieren. Es obliegt jedem Mitgliedstaat zu entscheiden, welche Restriktionen er aufhebt. Rom ließ Anfang der Woche wissen, es ziehe in Erwägung, Israelis als Touristen in Italien wieder zuzulassen.

In Israel derweil geht der Coronaberater der Regierung, Nachman Ash, davon aus, dass das Gesundheitsministerium »die Maskenpflicht bald auch in Innenbereichen aufheben« werde. Einen Zeitrahmen gebe es aber noch nicht. Man wolle erst abwarten, ob durch das Lag-BaOmer-Fest Ende April die Infektionsrate erhöht wird. »Wir haben noch keine Klarheit zu Infektionsraten von geimpften Personen. Je mehr Daten wir erhalten, desto eher können wir eine Entscheidung treffen.«

DRIVE-IN Währenddessen sollen in Angesicht der sinkenden Infektionszahlen die Drive-In-Testzentren im ganzen Land geschlossen werden. Auch die mobilen Stationen der Armee sollen demnächst zumachen. Bisher haben mehr als 5,422 Millionen der rund neun Millionen Israelis eine Erstimpfung mit dem Präparat von BioNTech/Pfizer erhalten. Das sind fast 63 Prozent der Gesamteinwohner.

Damit liegt Israel weltweit an zweiter Stelle der führenden Impfnationen. Auf Platz eins sind die Seychellen mit 69,2 Prozent geimpfter Bevölkerung.

Nachrichtene

Klaviere, Dichter, Dienstleistung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  01.10.2026

Westjordanland

Herzog: Politik tut nicht genug gegen Gewalt israelischer Siedler

Israels Staatspräsident Isaac Herzog hat die Regierung aufgefordert, das Problem entschlossener zu bekämpfen

 01.10.2026

Terror

Netanjahu würdigt angegriffenen Piloten: »Ein wahrer Held«

Die israelischen Fluggäste von Dubai nach Tel Aviv sind nur knapp einer Katastrophe entronnen. Israel spricht von einem versuchten Terroranschlag. Nun werden immer mehr Details darüber bekannt, was sich im Cockpit abspielte

 01.10.2026

Terror

Was an Bord des Flydubai-Flugs nach Tel Aviv wirklich passierte

Ein Überblick

 30.09.2026

Flug FZ1073

So reagiert Wadephul auf den versuchten Terroranschlag

»Ich bin zutiefst erleichtert darüber, dass die versuchte Entführung und womöglich noch weit Schlimmeres verhindert werden konnte«, sagt der Bundesaußenminister

 30.09.2026

Israel

»Wir haben die Terroristen überwältigt«

Es sind Szenen wie im Thriller, die sich in einem Flydubai-Flug abspielen. Passagiere berichten von Blut im Cockpit – und Panik in der Kabine

 30.09.2026

Hamas-Massaker

Wurde Netanjahu vor dem 7. Oktober gleich dreimal gewarnt?

Berichte aus Ägypten und den Emiraten schildern mehrere Warnungen vor dem Angriff aus Gaza. Der israelische Premier bestreitet dies kategorisch

von Sabine Brandes  30.09.2026

Jerusalem

Eklat wegen Aussagen von Ministerin: Israel bestellt spanische Diplomatin ein

Spaniens Jugendministerin Sira Rego von der Linkspartei hatte erklärt, die spanische Gesellschaft unterstütze einen palästinensischen Staat »vom Fluss bis zum Meer«. Jetzt protestierte Israel gegen die Aussagen

 30.09.2026

Tel Aviv

Festnahme eines Hamas-Funktionärs verschaffte Israel entscheidende Informationen über Terrorziele

Mu’in al-Arabid, ein ranghoher Hamas-Terrorist wurde am 2. September gefangen genommen. Seither sind mehrere Terror-Kommandeure getötet worden

 30.09.2026