Israel

Einheitsregierung in Planung

Avigdor Lieberman, Vorsitzender von Israel Beiteinu Foto: Flash 90

Dafür, dass seine Partei bei der letzten Wahl gerade einmal fünf Mandate holte, macht er mächtig Wind: Avigdor Lieberman, Vorsitzender von Israel Beiteinu. Er war es, der es Premier Benjamin Netanjahu verweigerte, eine Regierung zu bilden.

Und jetzt holt er zum neuen politischen Paukenschlag aus. Nach den kommenden Wahlen im September wolle er alles dafür tun, eine Einheitsregierung aus Likud, der Union Blau-Weiß und seiner Partei zu bilden. Aus einem vorrangigen Grund: damit es eine Koalition ohne die ultraorthodoxen Parteien gibt.

Avigdor Lieberman holt zum neuen politischen Paukenschlag aus.

mandate Entsprechend des Ausgangs der vergangenen Parlamentswahlen hätte eine Union aus Likud und Blau-Weiß gemeinsam 70 Mandate in die Knesset gebracht und damit eine solide Mehrheit. Lieberman äußerte sich in einem Interview des Kanals 13: »Es wird eine Notfall-Regierung sein, eine national-liberale. Wir werden alles tun, damit die Charedim blockiert werden. Wir werden nicht erlauben, dass sie in der Koalition sind.« Auch wolle er nicht, dass die extreme Rechte in Form der Partei Otzma Jehudit an der Regierung beteiligt wird.

Während er bei der Ablehnung gegenüber den religiösen Parteien seit dem Ergebnis der Wahlen vom April auf seinem Standpunkt beharrt, zeigt er neuerdings in Sachen Premierminister Flexibilität. Bis vor Kurzem noch hatte er betont, dass er ausschließlich Netanjahu als Ministerpräsidenten vorschlagen werde. Doch jetzt schrieb er auf Facebook, dass er »jene Partei unterstützen werde, die die meisten Stimmen bei den Wahlen holt«.

mehrheit Damit gibt es eine Möglichkeit, dass Lieberman zu Benny Gantz auf dem Premiersessel Ja sagen würde. Seiner Meinung nach entspräche eine Einheitsregierung »dem Willen der Mehrheit in Israel«, denn viele Bürger seien unglücklich über den massiven Einfluss der ultraorthodoxen Parteien.

Während die Nummer zwei in der Union Blau-Weiß, Yair Lapid, den Vorschlag von Lieberman begrüßte, wurde er vom Likud unter Netanjahu prompt in der Luft zerrissen. »Die Katze ist aus dem Sack«, hieß es in einer offiziellen Erklärung der Partei. »Lieberman hat erklärt, dass er mit Gantz und Lapid zusammengehen und eine linke Regierung bilden will. Jeder, der eine Rechtsregierung will, muss Likud wählen – mit Netanjahu an der Spitze.«

Lapid indes twitterte im Anschluss, dass man eine Regierung brauche, »die sich jeden Morgen aufmacht, um die Belange des Landes anzugehen und nicht die juristischen Probleme des Premierministers«. Er fügte hinzu, dass eine Einheit »das Richtige für Israel ist«. Allerdings hatte Blau-Weiß stets betont, wegen der Korruptionsvorwürfe gegen Netanjahu nicht mit ihm koalieren zu wollen.

Noch gibt es keinen anderen Anwärter auf den Vorsitz des Likud, der es wagt, Netanjahu herauszufordern.

gerüchteküche Noch gibt es keinen anderen Anwärter auf den Vorsitz des Likud, der es wagt, Netanjahu herauszufordern. Doch die Gerüchteküche brodelt immer heftiger, dass genau das hinter den Kulissen bereits vorbereitet wird.

Für Netanjahu selbst ist Liebermans Vorschlag eine durchweg schlechte Nachricht. Sie präsentiert die Israelis mit einer frischen Idee, während er zu seiner Regierung mit den üblichen Verbündeten keinerlei Alternative sieht.

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

»Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«: Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Die Hintergründe

 11.09.2026

Neujahr

Hopfen, Malz und Honig

Zu Rosch Haschana können die Israelis nun auch passendes Bier im Supermarkt kaufen. Stilecht in der blau-weißen Dose

von Sabine Brandes  11.09.2026

Tel Aviv

Magen David Adom leistet im Jahr 5786 fast 1,9 Millionen Einsätze

Besonders stark beansprucht wurde auch die Notrufzentrale 101: Mehr als zwei Millionen Anrufe gingen innerhalb eines Jahres ein

 11.09.2026

Großbritannien

Applaus für britischen Außenminister von der Hamas

Ein hochrangiger Funktionär der Terrorgruppe begrüßt die Sanktionen, mit denen das Vereinigte Königreich Israel belegt hat. Das sei ein »wichtiger Schritt in die richtige Richtung«

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Tel Aviv

Nach Unfall für tot erklärt - jetzt Mutter von drei Kindern

Eine Mutter in Israel, einst nach einem schweren Verkehrsunfall schon als verstorben gemeldet, bringt im Krankenhaus ihrer Rettung ihr drittes Kind zur Welt – mit Hilfe der eigenen Schwester

 11.09.2026

Tel Aviv/Beirut

Israel zerstört unterirdische Terrorbasis im Südlibanon

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklären, damit sei die Festigung der Sicherheitszone im Südlibanon abgeschlossen

 11.09.2026