Raketenbeschuss

»Ein Wunder, dass niemand verletzt wurde«

Angriff aus dem Gazastreifen (Archivbild) Foto: Flash 90

Die Ruhe ist wieder einmal vorbei. Besonders lang angehalten hatte sie nicht. Am Donnerstagabend wurde eine Rakete aus dem Gazastreifen auf die Stadt Sderot abgefeuert. Sie traf eine Jeschiwa und richtete erheblichen Schaden an. Obwohl sich zu der Zeit einige Studenten in dem Gebäude aufhielten, wurde niemand verletzt. In der Nacht zuvor war ebenfalls eine Rakete aus Gaza auf Israel gefeuert worden. Die jedoch wurde vom Abwehrsystem »Eiserne Kuppel« abgefangen. Erst im Mai war ein Waffenstillstand vereinbart worden.

Wenige Sekunden, nachdem die Alarmsirene geschrillt hatte, war die Rakete in dem Gebäude eingeschlagen. Glas- und Betonschrapnelle zischten durch die Luft, trafen jedoch nicht die Studenten, die sich zum Bibelstudium in der Halle aufhielten.

abendgebet Kurz zuvor war derselbe Ort noch voller junger Leute gewesen. Der Leiter der Jeschiwa, Rabbiner Schlomo Binjamin, bezeichnete es im Fernsehkanal 13 als »ein Wunder, dass niemand zu Schaden gekommen ist«. Nur zehn Minuten zuvor hätten 15 Studenten hier das Abendgebet gesprochen. Die Jeschiwa ist mit verstärktem Beton gebaut.

Auch in einer Synagoge von Chabad nebenan hatten sich Menschen zum Gottesdienst versammelt. »Wir waren inmitten einer Tora-Stunde, als wir die Sirene hörten«, berichtete Rabbi Mosche Zeev Pizem, einer der Anwesenden. »Kurz darauf gab es einen ohrenbetäubenden Knall, der uns alle aufspringen ließ. Wenig später wurde uns klar, dass wir alle knapp überlebt hatten.«

Die Spannungen zwischen Israel und der im Gazastreifen regierenden Terrororganisation Hamas hatten bereits in den vergangenen Tagen zugenommen.

Warum diese Rakete nicht abgefangen wurde, teilte die IDF nicht mit. Im Anschluss forderten verschiedene Politiker eine umfassende Militäroperation im Gazastreifen. Ihrer Meinung nach könnte nur so den immer wieder aufflammenden Gewaltausbrüchen ein Ende gesetzt werden. Alon Davidi, der Bürgermeister der geschundenen Stadt Sderot, die sich in unmittelbarer Nähe zur Grenze mit der Enklave befindet, sagte: »Diese Situation kann einfach nicht weitergehen. Wie ich schon in der Vergangenheit betont habe, wird nur eine Militäroperation Frieden in unsere Region bringen.«

hamas Die Spannungen zwischen Israel und der im Gazastreifen regierenden Terrororganisation Hamas hatten bereits in den vergangenen Tagen zugenommen. Anfang Mai waren innerhalb von zwei Tagen 700 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel geschossen worden, vier Menschen starben dabei. Bei anschließenden Vergeltungsangriffen der IDF kamen 29 Palästinenser ums Leben. Die Hamas beschuldigt Jerusalem, die während des Waffenstillstands im Mai beschlossenen Vertragspunkte, darunter die Überweisung weiterer Gelder aus Katar, nicht einzuhalten.

Nachdem Palästinenser in den vergangenen Tagen verstärkt brennende Drachen und Ballons über die Grenze geschickt hatten, ließ die israelische Armee die Fischereizone in Gaza wieder beschränken und verkündete eine Marine-Blockade. Erst im Mai war das Gebiet ausgeweitet worden. Die IDF erklärte, dass als Vergeltung auf die jüngsten Raketen »mehrere Terrorziele« beschossen worden seien, darunter ein Militärkomplex und ein Tunnel der Hamas.

Ben Gurion Airport

Gepäckstreik sorgt für Chaos an Tel Aviver Flughafen

Ein Streik beim Gepäckpersonal bringt den Flughafen bei Tel Aviv zum Stillstand. Lange Schlangen und dichtes Gedränge prägen einen der verkehrsreichsten Tage der Sommerferien

 20.08.2026

Umstrittenes Gesetz

Ben-Gvir baut Galgen für palästinensische Terroristen

Israels rechtsextremer Sicherheitsminister will palästinensische Terroristen hinrichten lassen. Der Ruf nach Sanktionen gegen Itamar Ben-Gvir wird lauter

von Sabine Brandes  20.08.2026

7. Oktober

Totgeglaubt – und endlich unter der Chuppa

Sie überlebte den Todesbunker von Re‘im, er 505 Tage in einem Hamas-Tunnel. Jetzt haben Ziv Abud und Eliya Cohen geheiratet

von Sabine Brandes  20.08.2026

Umfrage

Immer weniger Palästinenser sympathisieren mit der Hamas

Die Hamas hat weiter an Zustimmung bei den Palästinensern verloren. Immer mehr sprechen sich für eine Verhandlungslösung und weniger für Gewalt aus. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage

von Andrea Krogmann  20.08.2026

Khan Younis

Israel wirft Hamas Folter in Klinik vor

Die Terrororganisation soll ein Krankenhaus im Süden des Gazastreifens als Folterzentrale nutzen, um ihre Macht über die Bevölkerung auszubauen

 20.08.2026

Gesundheit

Fühl den Schmerz!

Eine Studie aus Israel zeigt: Wer sich auf eine Entzündung konzentriert, kann die Reaktion des Körpers abschwächen

von Sabine Brandes  20.08.2026

Wahlkampf

Arabischer Dreierpakt für die Knessetwahl

Chadasch, Ta’al und Balad bilden eine neue Union ohne Ra‘am. Laut Umfragen wird die Regierungsbildung ohne arabische Beteiligung schwierig

von Sabine Brandes  20.08.2026

Nahost

Netanjahu: Stabilisierungstruppe hat keinen Zugang zu Gaza erhalten

Israel blockiert vorerst den Einsatz einer internationalen Stabilisierungstruppe in Gaza. Die Regierung verlangt eine Entwaffnung der Hamas in Kombination mit einem Entfernen der Waffen aus Gaza. Zugleich warnen Sicherheitsvertreter vor einer möglichen politisch motivierten Eskalation vor der Wahl

 20.08.2026

Tourismus

Wenn Akko leuchtet

Mit einer Lichtershow will die Hafenstadt im Norden Israels mehr Besucher anlocken

von Sabine Brandes  20.08.2026