Israel

Raketenterror: Ein Toter und mehrere Verletzte

Am Donnerstagabend wurde ein Haus in der Innenstadt von Rechowot direkt von einer palästinensischen Rakete aus Gaza getroffen. Ein Israeli wurde dabei getötet, fünf weitere Menschen verletzt.

Der Angriff war einer von mehreren nahezu zeitgleichen Beschüssen am Abend im Zentrum und im Süden des Landes, wodurch es gelang, das Raketenabwehrsystem »Eiserne Kuppel« zu durchschlagen. Dessen Abfangquote liegt nach Angaben der israelischen Armee bei 95 Prozent.

SÜDEN Während es in der Nacht zuvor relativ ruhig geblieben war, prasselten am Donnerstag die Geschosse fast pausenlos auf die geschundenen Gemeinden im Süden. Viele der Ortschaften, die direkt an den Gazastreifen angrenzen, sind evakuiert. Seit Beginn der Militäroperation sind über 800 Raketen und Mörsergranaten auf Israel aus dem Gazastreifen abgefeuert worden, so die IDF.

Das Todesopfer aus Rechowot ist bislang nicht von den Sicherheitsbehörden identifiziert worden. Es ist lediglich bekannt, dass es sich um einen Mann gehandelt hat. Er befand sich offenbar nicht in einem Schutzraum, als die Rakete einschlug, obwohl vor dem Angriff in der Stadt Alarmsirenen ertönten. Das Opfer wurde unter Trümmern gefunden.

ANWEISUNGEN Der Chef des Heimatfrontkommandos Rafi Milo, der anschließend den Tatort besuchte, sagte, der Sicherheitsraum wurde als Lager genutzt. »Das zeigt, wie wichtig es ist, den Anweisungen des Kommandos zu folgen«, so Milo.

»Es war eine sehr schwierige Szene mit viel Zerstörung«, berichtete der Leiter der Rettungsorganisation United Hatzalah in der Stadt, Joni Rottenberg. »Leider mussten wir noch am Unfallort der Tod eines der Verletzten durch den Raketeneinschlag feststellen.«

»Es ist ein absolutes Wunder, dass sie nicht schwer verletzt wurden.«

SHAI COHEN aus Rechowot über eine gerettete Familie

Am selben Tag wurden zwei Personen in Sdot Negev und in Eschkol durch Granatsplitter verletzt. Drei weitere Raketen schlugen in der südlichen Stadt Sderot ein, eine davon traf ein öffentliches Gebäude. Es gab jedoch keine Berichte über Verletzte.

BEWOHNER Shay Cohen, der bei dem Angriff auf Rechowot leicht verletzt wurde, sagte kurz darauf im Fernsehen, dass er nach dem Einschlag der Rakete gemeinsam mit anderen Bewohnern geholfen habe, eine in dem Gebäude aus eingeschlossene Familie zu retten. »Wir haben eine ältere Frau, einen Mann in den Vierzigern und ein Kind im Alter von etwa zwei oder drei Jahren gerettet. Es ist ein Wunder, dass sie nicht schwer verletzt wurden.« Der Treffer sei so stark gewesen, dass das beschädigte Mehrfamilienhaus nun einsturzgefährdet sei. »Es ist nicht mehr viel davon übriggeblieben«, so Cohen.

Das Büro des IDF-Sprechers gab am späten Abend eine Erklärung heraus, in der es bestätigte, dass die Armee einen neuen Angriff auf Ziele des Islamischen Dschihad gestartet habe. Verteidigungsminister Yoav Gallant lobte das Militär und den Inlandsgeheimdienst Schin Bet für ihre »Erfolge während der Operation« und fügte hinzu, dass diese so lange wie nötig fortgesetzt werde.

GESPRÄCHE Gleichsam gab es in der Nacht auch wieder Berichte wonach die Hoffnungen auf eine baldige Feuerpause gestiegen sei, da es einige Stunden lang keine Abschüsse aus Gaza gegeben habe. Die indirekten Gespräche zwischen Israel und den Terrorgruppen unter der Vermittlung von Ägypten seien weitergegangen.  

Nach einer Sicherheitsbesprechung, die Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Militärhauptquartier Kirya in Tel Aviv abhielt, berichtete Kanal zwölf, die Teilnehmer der Zusammenkunft seien sich einig gewesen, dass »die Ziele der Operation erreicht wurden«. Angeblich wurde eine Fortsetzung der Angriffe beschlossen, um den Islamischen Dschihad unter Druck zu setzen, einem Waffenstillstand zuzustimmen,

Allerdings kommentierte ein hoher Sicherheitsbeamter: »Wenn der Beschuss auf Israel weitergeht, werden die Angriffe auf Gaza weitergehen, einschließlich der gezielten Angriffe, die dem Islamischen Dschihad weitere hohe Preise abverlangen werden. Auf Feuer wird mit Feuer geantwortet.«

Analyse

Israel hat die Wahl

Der jüdische Staat stimmt über eine neue Knesset ab. Alles deutet auf eine Richtungsentscheidung hin

von Guy Katz  26.10.2026

26. Knesset

Nur noch ein Tag: Umfrage zu Israels Richtungswahl

Das Israel Democracy Institute befragte die Israelis zu ihren politischen Wünschen. Scheitert die Mehrheitsbildung, wollen die Israelis erneut wählen

von Sabine Brandes  26.10.2026

Korruptionsprozess

Der Milliardär und der Premier

Der australische Superreiche James Packer soll Benjamin Netanjahu mit Luxus versorgt haben und kaufte eine Villa nebenan – nun floss mehr als eine Millionen Dollar an den Anwalt des israelischen Ministerpräsidenten

von Sabine Brandes  26.10.2026

Ben-Gurion-Universität

Israelische Studenten entwerfen Konzepte für kleine Atomkraftwerke

Sieht so die Zukunft der Energiegewinnung aus?

 26.10.2026

Jerusalem

Herzog: Trumps Einmischung in Wahlkampf hat keinen Einfluss auf Regierungsbildung

»Ich glaube nicht, dass der Präsident der Vereinigten Staaten oder irgendjemand sonst in meinen Ermessensspielraum eingreifen kann«, sagt das israelische Staatsoberhaupt

 26.10.2026

Jerusalem

Armeechef Zamir soll Befehle von Premier Netanjahu verweigert haben

Der Ministerpräsident soll eine bislang nicht näher beschriebene Militäraktion angeordnet haben, die nach Einschätzung von Sicherheitsvertretern eine neue Konfrontation mit dem Iran auslösen könnte

 26.10.2026

Wahl in Israel

Trump wirbt erneut für Netanjahu

»Wenn ihr zur Wahl geht, denkt bitte daran, dass Bibi ein herausragender Kriegsministerpräsident gewesen ist!«, schreibt Trump auf seinem sozialen Medium Truth Social

 26.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 25.10.2026 Aktualisiert

Knessetwahl

Die Israel-Wahl in Zahlen

Rund 7,3 Millionen Wahlberechtigte, mehr als 12.000 Wahllokale und 450 Millionen Stimmzettel: Der Zentrale Wahlausschuss nennt Details zur Abstimmung am Dienstag

 25.10.2026