Vermisst

Ein Baby als Geisel der Hamas

In der Gewalt von Terroristen: Kfir Bibas Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Ein Baby als Geisel der Hamas

Kfir Bibas wurde mit seinen Eltern verschleppt

von Sabine Brandes  18.11.2023 17:52 Uhr

Das israelische Baby mit den roten Haaren steht für viele Menschen symbolisch für die Grausamkeit der Hamas. Doch Kfir Bibas ist kein Symbol. Kfir ist ein Baby. Als es mit seiner Mutter Shiri, seinem vierjährigen Bruder Ariel und seinem Vater von der Hamas verschleppt wurde, war es neun Monate alt – jetzt ist es zehn Monate. Denn Kfir ist seit mehr als fünf Wochen in den Händen einer Terrororganisation.

Die Kinderbuchautorin Sagit Emmet schrieb in der israelischen Tageszeitung »Yediot Acharonot« einen offenen Brief über Kfir. Darin stellte sie sich vor, wie das Baby von einer arabischen Frau versorgt wird. Der Brief drückt die Hoffnung nach etwas Menschlichkeit aus in den dunkelsten Stunden, die Israel derzeit durchlebt.

Die Familie Bibas lebte im Kibbuz Nir Oz. Der 34-jährige Yarden hatte mit seiner Frau Shiri (32) und den Kindern im Sicherheitsraum Schutz gesucht. »Um 6.30 Uhr schrieb er eine Nachricht, dass Raketen einschlugen«, berichtete Yardens Schwester Ofri in einem Interview des öffentlich-rechtlichen Senders »Kan«. Weiter schrieb Yarden, dass es schreckliche Kämpfe im Kibbuz gebe.

Seine kleinen Jungs wüssten nicht, wie sie sich still verhalten sollten, und es fühle sich an wie »das Ende«. Um 9.45 Uhr schrieb er: »Sie sind da« und »ich liebe dich«. Am Ende verübten die Terroristen ein brutales Massaker, bei dem etwa 180 der 400 Bewohner des Kibbuz getötet oder entführt wurden.

Zwei Stunden später sah die Familie ein Video, auf dem Shiri zu erkennen war, die beide Jungen in einer Decke in ihren Armen hielt, mit einem Ausdruck des Entsetzens auf ihrem Gesicht und von Terroristen umzingelt. Yarden wurde auf einem anderen Video identifiziert, blutend und ebenso von Terroristen umringt. Shiris Eltern, Margit Silverman Shnaider und ihr Ehemann Yossi Silverman, die auch in Nir Oz lebten, wurden ermordet.

Yarden und Shiri hatten schon länger geplant, Nir Oz zu verlassen. Sie waren es leid, ständig Angst vor den Raketen und der Nähe zu Gaza zu haben. Sie suchten ein Zuhause in den Golanhöhen. In diesen Tagen ist Kfirs Zuhause wahrscheinlich ein feuchter Tunnel unter der Erde. Kfir ist die jüngste Geisel der Hamas.

Tourismus

Chinesische Influencer für Israel

Vor dem Krieg reisten jährlich rund 150.000 Besucher aus dem Reich der Mitte in den jüdischen Staat. Die Regierung versucht nun, diese Zielgruppe zurückzugewinnen

von Sabine Brandes  09.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  09.09.2026

26. Knesset

Die Unentschiedenen könnten die Wahl entscheiden

38 Parteien treten zur Knesset-Wahl an. Umfragen zufolge herrscht zwischen den Blöcken um Premier Netanjahu und der Opposition ein enges Patt

von Sabine Brandes  09.09.2026

Taglit

Emotionales Bootcamp mit Lior Raz

Israels Superstar kam kurz vor dem Start der fünften »Fauda«-Staffel nach Berlin, um sich für »Birthright« starkzumachen. Und für einen optimistischeren jüdischen Staat

von Sophie Albers Ben Chamo  09.09.2026

Israel

Israel stürzt im PISA-Ranking ab

Die Ergebnisse der Pisa-Studie 2025 zeichnen ein historisch schlechtes Bild des Bildungsniveaus israelischer Schüler

 09.09.2026

Reaktion

Israel schließt britisches Konsulat in Jerusalem

Die britische Labour-Regierung will einen härteren Kurs im Umgang mit Israels Siedlungspolitik einschlagen und beschließt Sanktionen. Nun reagiert Israel

 08.09.2026

Meinung

London belohnt die Verweigerungshaltung der Palästinenser

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  08.09.2026

Jerusalem

Gadi Eisenkot baut Vorsprung vor Netanjahu aus

Seine Partei Yashar könnte damit auf eine Mehrheit von 61 Sitzen kommen, ohne auf arabische Parteien angewiesen zu sein.

 08.09.2026

Luftfahrt

Delta und United fliegen wieder nach Israel

Auch europäische Linien bereiten eine Wiederaufnahme ihrer Routen zum Ben-Gurion-Flughafen vor

 08.09.2026