Jerusalem

Ehud Olmert verurteilt

Ehud Olmert im Obersten Gericht in Jerusalem Foto: Flash 90

Es war der größte Korruptionsskandal in der Geschichte Israels. Am Dienstagmorgen verkündeten die fünf Richter nun das endgültige Urteil: Ehud Olmert, der ehemalige Ministerpräsident und Jerusalemer Bürgermeister, muss wegen Bestechung für 18 Monate ins Gefängnis. Der Haftantritt ist auf den 15. Februar 2016 festgelegt. Auch das Bußgeld von ursprünglich einer Million Schekel ist verringert worden.

Der Oberste Gerichtshof hatte Olmerts Einspruch gegen das Urteil der sechsjährigen Gefängnisstrafe des Bezirksgerichts Tel Aviv aus dem Jahr 2014 akzeptiert und die Haftzeit auf 18 Monate verkürzt. Olmert wird von dem Vorwurf der vermeintlichen Bestechung in Höhe einer halben Million Schekel freigesprochen, andere Tatbestände aber gelten als erwiesen. So habe Olmert nach Auffassung der Richter sehr wohl 60.000 Schekel angenommen.

Holyland Das bestritt der Politiker nach dem Urteil gegenüber der Presse. Der sehr angeschlagen wirkende Olmert sagte, dass er »niemals Bestechungsgelder angenommen hat«, er das Urteil jedoch akzeptiere. Erleichtert zeigte er sich über den Freispruch in der »Holyland«-Affäre, die wie eine verstörende schwarze Wolke über ihm gehangen habe. In dem Skandal ging es um Bevorteilung von Bauunternehmern seitens hoher Beamter in Zusammenhang mit einem der größten Projekte in Jerusalem. Olmert war nach den Vorwürfen gegen seine Person 2009 von seinem Amt als Premierminister zurückgetreten.

Die Einsprüche anderer verurteilter Politiker, darunter der einstige Bürgermeister der Hauptstadt, Uri Lupoliansky, wurden vom Obersten Gerichtshof abgelehnt. Auch Lupoliansky war wegen Korruption zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Allerdings zeigten die Richter Milde in Anbetracht der schweren Erkrankung des Mannes. Statt ins Gefängnis muss er nun lediglich sechs Monate Gemeindedienst leisten.

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kfar Aza

»Die Angst steckt noch immer im Rucksack«

Shachar Tzuk überlebte das Hamas-Massaker. Drei Jahre später hat sie ein Zuhause, eine Verlobte und ein neues Leben – aber noch immer eine gepackte Fluchttasche

von Sabine Brandes  07.10.2026

Terror

Flydubai-Copilot wollte offenbar Tel Aviver Flughafen treffen

Was war das Ziel des mutmaßlichen Angreifers beim Flydubai-Flug nach Tel Aviv? Die Ermittlungen dazu laufen noch, doch immer mehr Informationen sickern an die Öffentlichkeit

 07.10.2026

Libanon

Hisbollah bezeichnet Hamas-Massaker als »Akt des Widerstandes«

Die Hisbollah hält am dritten Jahrestag an ihrer Rechtfertigung des Angriffs vom 7. Oktober 2023 fest. Seitdem haben die Kämpfe auch im Libanon Tausende Menschen das Leben gekostet

 07.10.2026

Krieg

Israels Armee hat seit Hamas-Massakern 100.000 Ziele angegriffen

Vor drei Jahren ermordeten Hamas-Terroristen rund 1.200 Menschen in Israel. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Israel hat seither Zehntausende Ziele in der Region angegriffen

 07.10.2026

Jahrestag der Massaker

Israel gedenkt der Opfer des 7. Oktober

Drei Jahre nach den blutigen Massakern im Süden Israels gedenkt das Land der Opfer. Präsident Herzog findet berührende Worte. Am Abend sollen Zehntausende in Tel Aviv zusammenkommen

 07.10.2026 Aktualisiert