Gaza

Neues Video von Geisel veröffentlicht

Sasha Trupanov ist mittlerweile 30 Jahre alt. Foto: Sabine Brandes

Gaza

Neues Video von Geisel veröffentlicht

Die Terrorgruppe Palästinensischer Islamischer Dschihad im Gazastreifen setzt die psychologische Kriegsführung fort. Es ist das dritte Video vom verschleppten Sasha Trupanov

 13.11.2024 15:18 Uhr

Zweimal war die am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen verschleppte Geisel Sasha Trupanov bereits in einem Video vorgeführt worden. Nun hat die Terrorgruppe Palästinensischer Islamischer Dschihad ein drittes Video zur psychologischen Kriegsführung verbreitet.

Darin sagt der junge Mann, dass er seit einem Jahr in Gefangenschaft sei, dass es »einen Mangel an Lebensmitteln, Wasser und Strom gibt, und jetzt sind sogar die grundlegenden Produkte ausgegangen.« Er bittet die Bürger Israels weiter zu protestieren und der Geiseln zu gedenken. Er sorge sich, dass die Regierung die Geiseln, die im Gazastreifen festgehalten werden, während Israel im Libanon gegen die Hisbollah kämpfe, »vergessen« hat.

Wie bei den vorherigen Videos ist unklar, wann die Aufnahmen gemacht wurden. In dem neuen Video sagt Trupanov, dass er 28 Jahre alt sei. Allerdings wäre der junge Mann gerade am 11. November 30 Jahre alt geworden.

Aus dem Kibbuz Nir Oz verschleppt

Trupanov war gemeinsam mit seiner Mutter Jelena Trupanowa, seiner Großmutter Irena Tati und seiner Freundin Sapir Cohen aus dem Kibbuz Nir Oz während der Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 verschleppt worden. Sashas Eltern und Großmutter waren in ihrem Haus mit Sicherheitsraum, während Sasha und Sapir in einem anderen Haus ohne Schutzraum schliefen.

Lesen Sie auch

Trupanowa und Tati waren am 29. November 2023 auf Ersuchen des russischen Präsidenten Wladimir Putin von der Hamas freigelassen worden. Cohen kam am 30. November 2023 im Rahmen eines vorübergehenden Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und der Hamas frei.

Sasha Trupanov ist Ingenieur bei Annapurna Labs, einem israelischen Mikroelektronikunternehmen, das von Amazon aufgekauft wurde. Mehrfach haben seine Freunde versucht, Amazon dazu zu bringen, eine Stellungnahme zu Sasha abzugeben, aber bislang ohne Erfolg.

Er weiß nicht, dass sein Vater ermordet wurde

Trupanov und Cohen hatten erst kurz vor den Massakern eine gemeinsame Wohnung in Ramat Gan bezogen. Am 7. Oktober waren sie zu Besuch bei Trupanovs Familie in Nir Oz, als die Hamas-Terroristen mordend durch die Gemeinden in Israels Süden zogen.

Im Mai 2024 hatte die Terrorgruppe Palästinensischer Islamischer Dschihad zwei Propagandavideos von Trupanov veröffentlicht, in denen er sich unter anderem an seine Eltern wandte. Er weiß offenbar nicht, dass sein Vater am 7. Oktober von den Terroristen ermordet wurde.

Wie »Times of Israel« berichtet, hatte die Terrororganisation Hamas im vergangenen Monat verkündet, dass Trupanov und eine weitere Geisel mit russischer Staatsbürgerschaft, Maxim Herkin, zu den ersten gehören würden, die im Rahmen eines eventuellen Geiselabkommens freigelassen werden sollen. sal

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026