Covid-19

Dritter Lockdown im Gespräch

IKEA in Israel öffnet trotz Strafandrohung. Foto: Flash90

Seit Wochenbeginn werden alle Jahrgangsstufen in Israel wieder an den Schulen unterrichtet – zumindest an einigen Tagen der Woche und in den Gegenden, in denen die Infektionsrate des Covid-19-Virus niedrig ist. Doch schon wird darüber beraten, sie wieder zu schließen. Immer häufiger spricht die Regierung von einem möglichen dritten nationalen Lockdown. Dabei ist der zweite noch gar nicht vollständig aufgehoben.

CHANUKKAFERIEN Die meisten Schüler hatten zwei Monate lang lediglich Fernunterricht in ihren eigenen vier Wänden. In den sogenannten »roten« und »orangen« Gegenden, in denen überdurchschnittlich viele Coronafälle gemeldet werden, bleiben die Schulen bis nach den Chanukkaferien geschlossen. Die beginnen am kommenden Sonntag und dauern eine Woche.

Die Wiedereröffnung der Schulen im Mai wird in Israel als einer der Hauptgründe für die rasant steigenden Infektionszahlen nach der ersten Abriegelung im Frühjahr genannt.

Momentan gibt das Gesundheitsministerium die aktiven Fälle mit 13.189 an. 3,9 Prozent der Tests kommen positiv zurück. Nach dem Ende des Lockdowns hatte diese Rate nur wenig über eins gelegen. Die Gesamtzahl der bestätigten Corona-Infizierten beläuft sich damit in Israel auf 344.000. 2909 Menschen sind an den Folgen einer Erkrankung gestorben. In den Krankenhäusern werden derzeit 311 Patienten behandelt.

Gesundheitsexperten argumentieren, dass die Menschenansammlungen in Geschäften die Infektionsrate erhöhen.

Bei der vergangenen Sitzung des Corona-Kabinetts in Jerusalem am Sonntag war eine Debatte über die Öffnung von Einkaufszentren ausgebrochen. Durch ein Pilotprogramm durften 15 Malls in verschiedenen Städten im Land wieder Kunden empfangen. Gesundheitsexperten argumentieren jedoch, dass die Menschenansammlungen in den Geschäften die Infektionsrate erhöhen.

Die Wirtschaft- und Finanzministerien indes wollen noch mehr Zentren öffnen lassen. Sie begründen es damit, dass die geringe Zahl der betriebenen Malls viele Menschen in wenige Läden lockt.

IKEA Eins der Geschäfte, das nach fast zwei Monaten Schließung wieder öffnete, ist das schwedische Möbelhaus Ikea. Das Unternehmen argumentierte, dass es essenzielle Haushaltswaren anbietet und gab an, lediglich Teile ihrer Läden aufzumachen. Inspektoren der Stadt Rischon Lezion stellten der Geschäftsführung dennoch einen Strafzettel in Höhe von 5000 Schekeln (1250 Euro) aus und drohten, »regelmäßig wiederzukommen«.

Die Stadtverwaltung meint, dass es sich bei den Produkten von Ikea nicht um Haushaltswaren handele, auf die die Menschen nicht verzichten könnten.

STATUS Die Städte Tel Aviv und Eilat sind am Sonntag von einem »grünen« auf einen »gelben« Status gesetzt worden, nachdem die Zahlen der Neuinfektionen gestiegen waren. Eilat ist derzeit neben der Gegend am Toten Meer als »Touristeninsel« eingestuft, in der Menschen mit negativem Coronatest urlauben dürfen. Hotels und Restaurants sind teilweise geöffnet.

Die Daten werden gerade untersucht, erklärte Tourismusministerin Orit Farkash-Hacohen daraufhin und führte aus, dass der Anstieg auf die hohe Anzahl von Coronatests in der Stadt zurückgeführt werden könnte. »Wenn die Stadt ‚rot‘ wird«, gab sie zu bedenken, »müssen wir allerdings zum Corona-Kabinett zurück und darüber beraten«.

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  10.07.2026

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026

Verteidigung

Israelisches Startup will »Iron Dome gegen Drohnenschwärme« bauen

Israel hat einen hochmodernen Schutz gegen Raketen, doch Drohnen haben die Kriegsführung grundlegend verändert.

 10.07.2026

Maccabia

Zwischen Medaillen und Menschlichkeit

Für die Schweizer Delegation ist klar, das Spiel ist wichtig, aber neue Freundschaften sind wichtiger

von Nicole Dreyfus  10.07.2026

Opfer der Hamas

Yarden Bibas pflanzt mit Mike Huckabee Baum für seine Familie

Die Ex-Geisel und der US-Botschafter wollen damit die Erinnerung an Kfir, Ariel und Shiri wachhalten, die von Terroristen ermordet wurden

 10.07.2026

Negev

Netanjahu und Armeechef: Israel ist jederzeit zu neuem Militäreinsatz gegen Iran bereit

»Der Krieg ist nicht vorbei«, sagt der israelische Ministerpräsident. »Neben alten Herausforderungen entstehen ständig neue«

 10.07.2026

Humanitäre Hilfe

Israel weist Berichte über Versorgungsengpässe in Gaza zurück

Einem neuen Bericht zufolge sind seit der Waffenstillstandsvereinbarung vom Oktober 2025 1800 Millionen Tonnen an Lebensmitteln nach Gaza gelangt. Israel sagt, das sei mehr als vor dem Krieg

 09.07.2026

Dublin

Irland beschließt Einfuhrstopp für Waren aus israelischen Siedlungen

Nach acht Jahren Debatte hat das irische Unterhaus ein Importverbot für Produkte aus israelischen Siedlungen im Westjordanland gebilligt

 09.07.2026