Israel

Die Post wird privat

Schlange vor der Post in Tel Aviv Foto: Flash 90

Schnell einen Brief verschicken, in die Filiale um die Ecke gehen und sich in die Schlange einreihen. In Israel ist das schon lange nicht mehr möglich. Für jede Dienstleistung – sei es der Kauf einer Briefmarke oder das Abheben von Bargeld – muss man zuvor online ein Zeitfenster buchen. Oft gibt es erst einen Termin in zwei oder drei Tagen, manchmal erst in der nächsten Woche. Das soll sich bald ändern. Die Post soll privat werden.

Über die Privatisierung der staatlichen Israel Postal Company wird bereits seit Jahren debattiert, jetzt aber soll sie in die Tat umgesetzt werden. Eigentlich. Denn zwar veröffentlichte die Regierung in der vergangenen Woche eine Ausschreibung für den Verkauf des Staatsunternehmens, doch Kommunikationsminister Shlomo Karhi verkündete bereits Verzögerungen, vor allem, da er die Schließung einer jeden Postfiliale persönlich prüfen wolle.

service »Der Postdienst ist reif für eine Privatisierung«, kommentierte die Direktorin der Behörde für Regierungsunternehmen, Michal Rosenbaum, enthusiastisch. »Gut für die israelische Wirtschaft, für das Finanzministerium und noch viel mehr für die breite Öffentlichkeit, die einen effizienteren und qualitativ hochwertigeren Service erhalten wird. Ich glaube, dass das Potenzial der Israel Post enorm ist, und erwarte, dass Investoren Interesse zeigen.«

Im Unternehmen wurde in den vergangenen Monaten ein umfassender Umstrukturierungs- und Sanierungsplan durchgeführt, um es vor dem finanziellen Zusammenbruch zu bewahren. Dabei wurden Filialen geschlossen und auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen. Im Rahmen des Privatisierungsplans sollen nun 100 Prozent des Postunternehmens an einen Investor verkauft werden.

In den nächsten Wochen steht eine Investorenkonferenz für lokale und internationale Interessenten auf dem Plan. Die Frist für die endgültige Einreichung der Angebote ist für das erste Quartal 2024 angesetzt. Anschließend soll der Name des Höchstbietenden bekannt gegeben werden. Neben den traditionellen Post- und Eilsendungszustelldiensten umfasst Israel Post auch die Postbank, die derzeit rund eine Million aktive Kunden hat.

TV-Tipp

Der Elvis der Violine

Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche

von Manfred Riepe  17.04.2026

Medien

Ex-»Welt«-Chefredakteur Burgard bei Springer künftig für Nahost zuständig

Burgard folgt auf Constantin Schreiber, der sich ab dem 1. Mai als Global Reporter weiter auf seine Podcast-Formate konzentriert

 17.04.2026

Herzliya

Studie: Mit diesen Methoden mehr Erfolg auf Dating-Apps

Eine wichtige Erkenntnis der Untersuchung: Es kommt weniger darauf an, was man über sich preisgibt, als wie man es tut

 17.04.2026

Umfrage

Waffenruhen mit Iran und Hisbollah: Israelis pessimistisch

Weniger als 40 Prozent sagen, sie hätten die erfolgten Militäreinsätze unterstützt, wenn ihnen die Entwicklungen im Voraus bekannt gewesen wären

 17.04.2026

Studie aus Israel

KI treibt Arbeitslosigkeit bei Programmierern und Verkäufern nach oben

Bei Programmierern gehen zwischen 12 und 20 Prozent des jüngsten Anstiegs der Erwerbslosigkeit auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zurück

 17.04.2026

Bildung im Krieg

Israel lockert Abiturprüfungen wegen Kriegslage – Sonderregeln für den Norden

Die Maßnahmen schließen eine »flexiblere Berechnung« von schulischen Leistungen mit ein

 17.04.2026

Nahost

Details zur Waffenruhe zwischen Israel und Libanon veröffentlicht

Ein Sechs-Punkte-Plan soll zunächst zehn Tage lang für Ruhe sorgen. Die Einzelheiten

von Imanuel Marcus  17.04.2026

Nahost

Trump verkündet zehntätige Waffenruhe im Libanon

Zuvor habe es Gespräche mit Israels Premier Netanjahu und Libanons Präsidenten Aoun gegeben

 16.04.2026 Aktualisiert

Hintergrund

Hickhack um Friedensgespräche - und eine zehntägige Feuerpause

Nachdem Präsident Trump direkte Verhandlungen erzwingen wollte, setzte er sich schließlich mit einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah durch

von Sabine Brandes  16.04.2026