Gewalt

»Die Hamas wird einen hohen Preis zahlen«

Die palästinensische Terrororganisation Hamas feuerte Dutzende auf israelisches Gebiet. Foto: copyright (c) Flash90 2020

Die israelische Armee geht davon aus, dass die jüngste Auseinandersetzung zwischen Gaza und Israel »mindestens einige Tage« dauern wird. Zuvor hatte die palästinensische Terrororganisation Hamas, die in der Enklave regiert, Dutzende von Raketen auf israelisches Gebiet gefeuert, darunter Jerusalem. Die Knesset wurde zeitweilig evakuiert.

GRANATE Ein Haus in Mevasseret Zion ist durch eine Rakete beschädigt worden. Ein Israeli, der in der Stadt Sderot in seinem Auto fuhr, wurde nach Angaben von Rettungskräften durch Schrapnelle leicht verletzt, als eine Anti-Panzer-Granate aus dem Gazastreifen in seiner Nähe einschlug.

In den vergangenen Tagen war die Gewalt in Jerusalem zusehends eskaliert. Am Montag wurden bei Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und der israelischen Polizei fast zwei Dutzend Beamte verwundet. Nach Angaben des Rettungsdienstes Roter Halbmond wurden mehr als 300 Palästinenser verletzt.

»Der palästinensische Terror muss mit eiserner Faust bekämpft werden.«

Verteidigungsminister Benny Gantz

Am späten Nachmittag dann forderte die Hamas plötzlich, »dass sich alle Polizisten und Siedler vom Gebiet der Al-Aksa-Moschee und aus dem Viertel Scheich Dscharrah zurückziehen«. Die Festgenommenen müssten freigelassen werden.

Nach 18 Uhr dann schrillten in der Hauptstadt Israels die Sirenen - und kurz darauf flogen die Raketen. Die Hamas feuerte auf Jerusalem und den Süden Israels. »Die Raketen auf das besetzte Jerusalem sind die Antwort auf Straftaten des Feindes und die Aggression in der heiligen Stadt«, so ein Hamas-Sprecher.

Zur selben Zeit fand dort der Jerusalem-Tag statt, bei dem Tausende von Israelis mit Flaggen durch die Altstadt ziehen. Die Polizei verlangte, dass der Marsch sofort abgebrochen wurde, doch ein Großteil der Teilnehmer habe sich nicht daran gehalten, so die Angaben der Polizei. Später wurde die Veranstaltung wieder erlaubt.

Verteidigungsminister Benny Gantz sagte, »dass der palästinensische Terror mit eiserner Faust bekämpft werden muss«. Auch Yair Lapid, der derzeit versucht, eine Einheitsregierung zu bilden, äußerte sich und rief zu einer »starken Aktion Israels« auf, die die Abschreckung wiederherstellt.

RAKETEN Kurze Zeit darauf nahmen Kampfjets der israelischen Armee Ziele der Hamas im nördlichen Gazastreifen ins Visier, um die Bürger vor dem Terror der Hamas zu schützen. Palästinensischen Quellen zufolge seien dabei neun Menschen getötet worden, darunter drei Kinder. Der israelische Fernsehkanal zwölf jedoch berichtete, dass die Kinder einer fehlgeleiteten Rakete zum Opfer fielen, die gen Israel abgefeuert wurde.  

Nach Angaben von israelischen Medien sollen die Minister des Sicherheitskabinetts mittlerweile zugestimmt haben, eine »massive Vergeltung auf Gaza zu fliegen«. Das berichtet die Nachrichtenseite Ynetnews.

Eine Bodenoffensive aber solle es nicht geben. »Der Hamas muss ein schwerer Schlag versetzt werden, aber alle verstehen unsere Einschränkungen«, wird ein Mitglied des Sicherheitskabinetts zitiert.  

»In den nächsten Tagen wird Hamas den langen Arm der IDF spüren.«

Armeesprecher Hidai Zilberman

»In den nächsten Tagen wird die Hamas den langen Arm der IDF spüren«, sagte Armeesprecher Hidai Zilberman. »Es wird nicht einige Minuten, sondern einige Tage dauern.« Das israelische Militär bereite sich auf verschiedene Möglichkeiten vor. »Alle Optionen sind auf dem Tisch.« Zilberman bestätigte, dass die IDF Luftangriffe auf das Palästinensergebiet geflogen habe, mindestens drei Menschen seien dabei getötet worden.

Die Armee habe die Bestätigung, dass verschiedene Terrorgruppen an dem Angriff gegen Israel beteiligt waren. Jedoch mache die IDF prinzipiell ausschließlich Hamas verantwortlich. »Wir haben eine klare Adresse: die Hamas. Die Gruppe wird einen hohen Preis dafür zahlen. Wir werden aufs Schärfste reagieren.«

PRÄSENZ Die Armee habe ihre Präsenz entlang der Grenze zu Gaza aufgestockt. Ein groß angelegtes Manöver, das die Einheiten auf eine mögliche Eskalation vorbereiten sollte, wurde von der Realität abgelöst: Statt Übung gibt es jetzt reale Einsätze.

Währenddessen hat das Heimatfrontkommando der Armee für den Süden des Landes Beschränkungen verkündet. Dazu gehört, dass alle Schulen bis einschließlich Dienstagabend 18 Uhr geschlossen bleiben müssen. Auch dürfen sich nicht mehr als zehn Menschen unter freiem Himmel versammeln. Geschäfte dürfen nur dann öffnen, wenn die Menschen darin in kürzester Zeit einen Sicherheitsraum erreichen können.

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 28.08.2026

7. Oktober

»Sie aßen Kuchen – als ob kein Skelett neben ihnen läge«

Die ehemalige israelische Geisel Evyatar David erzählt erstmals einem internationalen Sender vom Hunger, der Gefangenschaft in den Terrortunneln der Hamas und wie es ihm heute geht

von Sabine Brandes  27.08.2026

Südlibanon

Erst Drohnenangriffe, dann Gegenschläge

Nachdem die pro-iranische Terror-Miliz Hisbollah mit zwei Drohnen israelische Soldaten angegriffen hatte, reagierte die IDF mit Gegenangriffen

 27.08.2026

Nahost

Israel: Leibwächter von Ex-Hamas-Chef Sinwar in Gaza getötet

Vor knapp zwei Jahren hatte die israelische Armee den Hamas-Chef Sinwar getötet, der als Drahtzieher des Massakers vom 7. Oktober 2023 galt. Nun soll auch sein Bodyguard ums Leben gekommen sein

 27.08.2026

Sicherheit

Streit um Gaza-Friedensplan spitzt sich zu

Israel kritisiert den US-geführten »Board of Peace« – und erwägt einen Ausschluss britischer Vertreter aus dem Koordinierungszentrum

von Sabine Brandes  27.08.2026

Diplomatie

CIA warnt Putin vor Angriffen auf Nato und drängt auf neue Iran-Politik

Geheimtreffen in Moskau: CIA-Chef Ratcliffe mahnt Russland wegen eines möglichen Angriffs auf die NATO und fordert im Iran-Krieg die Öffnung der Straße von Hormus

von Sabine Brandes  27.08.2026

Schweiz

Gewalt-Demo gegen Israel in Basel verboten

Die Polizei hält die geplante Anti-Israel-Demo, bei der die Organisatoren »Tod dem Zionismus« wünschen, für nicht bewilligungsfähig

von Nicole Dreyfus  27.08.2026