Israel

Die Air Force One hebt ab

Die Air Force One soll vom Ben-Gurion-Flughafen abheben. Foto: Flash 90

Wer der nächste Ministerpräsident Israels wird, weiß bislang niemand. Eines aber ist klar: Ein eigenes Flugzeug hat er bereits. Israel Aerospace Industries veröffentlichte kurz vor dem Wochenende ein erstes Foto der Boeing 767-300ER, die zukünftig als Israels »Air Force One« dienen wird.

In den nächsten Tagen soll der erste Testflug vom Ben-Gurion-Flughafen aus starten. Am Donnerstag hatte es bei Vorbereitungen dazu einen kleinen Zwischenfall gegeben: An einem der Reifen wurde eine Rauchentwicklung beobachtet. Der Zwischenfall sei aber nicht als ernsthaftes Problem anzusehen. Löschfahrzeuge der Feuerwehr konnten unverrichteter Dinge wieder abrücken.

kosten In Auftrag gegeben hatte Benjamin Netanjahu die Maschine vor fünf Jahren. Eine Entscheidung, die nicht ohne Kontroverse war. Vor allem, nachdem sich die anfänglich geschätzten Kosten von 50 Millionen Dollar im Laufe der Zeit vervierfachten. Das Finanzministerium war damals der Meinung, dass eine geleaste EL-AL-Maschine für Flüge des Premiers günstiger sei. Auf diese Weise fliegt das Regierungsoberhaupt Israels bislang um die Welt.

Im Jahr 2014 hatte ein Komitee entschieden, es sei effektiver, wenn der Regierungschef in seiner Maschine flöge, denn mit den Sicherheitsstandards »eines eigenen Flugzeugs kann er die Geschicke des Landes von der Luft aus lenken«.

streckennetz Der Hersteller in Lod erklärte, dass das Flugzeug auch auf Strecken nach China, Japan oder in die USA sowie Brasilien nicht auftanken müsse. Es verfüge über ein hoch entwickeltes Kommunikationssystem, das auch streng geheime Nachrichten zwischen dem Premier und Behörden während des Flugs ermögliche.

Ein Problem für die neue Maschine könnten allerdings die Piloten darstellen, die von EL AL ausgebildet werden. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr alle Boeing-767-Maschinen aus seinem Programm genommen. Nun gibt es niemanden mehr, der sie bedienen kann. Neue Piloten müssen ausgebildet werden – allesamt auf Kosten des Steuerzahlers.

Debatte

Wegen Berufung der Israel-Hasserin Maha El Hissy in Jury: Jüdische Gemeinde Frankfurt übt scharfe Kritik am Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Die Hintergründe

 04.09.2026

Bildung

Fragt mich!

Der deutsch-israelische Psychologe Ahmad Mansour besucht regelmäßig Schulen. Hier erzählt er, wie aus Sprachlosigkeit ein offener Austausch über Antisemitismus, Israel und den Nahostkonflikt entstehen kann

von Ahmad Mansour  04.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  04.09.2026

Jerusalem

Netanjahu: Sturz des Regimes im Iran »zentrale Mission« Israels

»Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Lage sind, diese Bedrohung ein für alle Mal zu beseitigen«, sagt der Ministerpräsident

 04.09.2026

Knesset-Wahlen

Ein Wegweiser durch den Dschungel der israelischen Politik

Am 27. Oktober wählt Israel. Sie wollen mitreden, aber können die Parteien nicht auseinanderhalten? Willkommen im Klub. Die Israelis können es auch nicht

von Guy Katz  04.09.2026

Rehovot

Israelische Forscher melden Erfolg bei Krebsforschung

Forscher des Weizmann Institute of Science entdeckten gemeinsam mit amerikanischen Wissenschaftlern einen bislang unterschätzten Mechanismus bei der Entstehung genetischer Mutationen

 04.09.2026

Interview

»Die meisten arabischen Staaten wollen, dass Israel gewinnt«

Dan Schueftan gilt als wichtigster israelischer Sicherheitsexperte. Er sieht Jerusalem so stark wie nie zuvor – und Europa auf einem ideologischen Irrweg

von Detlef David Kauschke  03.09.2026

Umfrage

Umfrage: Netanjahu-Lager holt auf, beide Blöcke bei 53 Mandaten

Noch vor einer Woche hatte dieselbe Umfrage ein deutlich anderes Bild ergeben. Damals lag die Opposition mit 57 Sitzen vorn

 03.09.2026

Missbrauch

Razzia gegen Kinderehen

Die Polizei ermittelt gegen eine strengreligiöse sektenähnliche Gruppe wegen illegaler Hochzeiten von Minderjährigen

von Sabine Brandes  03.09.2026