Besuch

Deutscher Außenminister in Israel

Am Mittwochmorgen kam Sigmar Gabriel (l.) mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu zusammen. Foto: Flash 90

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel ist in Israel angekommen. Bei seinem zweitägigen Besuch reist er auch in die Palästinensischen Gebiete, um sich mit dem Präsidenten der Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, zu besprechen. Am Mittwochmorgen kam Gabriel zunächst mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu zusammen.

Zehn Monate zuvor hatte der Regierungschef ein Treffen mit Gabriel spontan abgesagt, nachdem der deutsche Außenminister sich geweigert hatte, auf ein Treffen mit linken Menschenrechtsorganisationen wie »Breaking the Silence« und »B’Tselem« während seiner Visite zu verzichten.

Einsatz Netanjahu hieß Gabriel dieses Mal willkommen und sagte, es sei »immer eine gute Gelegenheit, mit Vertretern der deutschen Regierung zu reden«. Man habe sich über die Stabilisierung des Nahen Ostens ausgetauscht, sowohl zu dem Thema des iranischen Einflusses in Syrien als auch zu den Friedensgesprächen zwischen Palästinensern und Israelis.

Der Premier merkte auch an, dass er wenige Tage zuvor ein »hervorragendes Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel während des Weltwirtschaftsforums in Davos« gehabt habe, und dankte Deutschland für den Einsatz für Israels Sicherheit.

Bedingung Gabriel bestätigte Differenzen zwischen Jerusalem und Berlin bezüglich des Atomdeals mit Teheran, hob jedoch hervor, dass die Regierungen in der Bewertung der iranischen Aktivitäten in Syrien sowie der Gefahr durch den IS völlig übereinstimmten.

Er betonte auch, Deutschland achte immer darauf, dass Israel seine Sicherheit wahren könne. Im Bezug auf den Nahostkonflikt sagte Gabriel: »Deutschland ist sehr für eine Zweistaatenlösung, und ich war froh zu hören, dass auch die Regierung von Israel zwei Staaten will, innerhalb sicherer israelischer Grenzen.« Netanjahu fügte hinzu: »Wobei wir die Sicherheit kontrollieren – das ist die erste Bedingung.« Er wolle keine Bezeichnungen abgeben, »ob es ein Staat wird oder nicht«.

Der deutsche Außenminister wird sich morgen zu Gesprächen mit Abbas in Ramallah treffen und im Rahmen der Jahreskonferenz des Institute for National Security Studies (INSS) zu aktuellen Herausforderungen für Europa und den Nahen Osten sprechen.

Essay

Erinnerungen an Schawuot in Be’eri

Unsere Autorin ist in dem Kibbuz aufgewachsen, der durch das Massaker traurige Bekanntheit erlangte. Eines der prägendsten Feste ihrer Kindheit war das Wochenfest – wird jene Freude je wieder zurückkehren?

von Eshkar Eldan Cohen  21.05.2026

Wahlen

Arabisch-israelisches Zünglein an der Waage?

Der Aktivist Yoseph Haddad will den Sprung in die Politik wagen und könnte im festgefahrenen Rennen um die Knesset entscheidend sein

von Sabine Brandes  21.05.2026

Aschkelon

Israel schiebt Hunderte Flottillen-Aktivisten ab

Während die ausländischen Flottillenaktivisten vom Flughafen Ramon aus ausgeflogen werden, steht die israelische Teilnehmerin Zohar Regev in Aschkelon vor Gericht

 21.05.2026

Jerusalem

»Nicht das Gesicht Israels«: Sturm der Entrüstung gegen Ben-Gvir

Der rechtsextreme Politiker steht in der Kritik, weil er ein Video veröffentlichte, in dem Aktivisten der Gaza-Flotille gedemütigt werden. Auch Regierungschef Benjamin Netanjahu distanzierte sich von seinem Minister

von Sabine Brandes  21.05.2026

Tacheles-Preis

»Ihr prägt den Journalismus. Ihr prägt unser Land«

WELT-Chefredakteur Helge Fuhst hielt die Laudatio auf die Jüdische Allgemeine. Eine Dokumentation

von Helge Fuhst  21.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Meinung

Das entspricht nicht der Essenz unseres Landes!

Man muss keine Sympathie für die Aktivisten der Gaza-Flotille haben, um die Art abzulehnen, wie Itamar Ben-Gvir mit ihnen umgegangen ist. Der Minister hat dem Ansehen Israels geschadet

von Sarah Cohen-Fantl  21.05.2026

Herzliya

Israelische Studie: Sexy Profilbilder können Dating-Erfolg mindern

Eine Untersuchung der Reichman University zeigt: Stark sexualisierte Fotos in Dating-Profilen erzeugen zwar Aufmerksamkeit, schmälern aber die Chancen auf eine ernsthafte Beziehung

 21.05.2026

Würdigung

»Wo andere laut schweigen, lässt sie sich nicht unterkriegen«

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland würdigt in seiner Laudatio auf die Jüdische Allgemeine die Verdienste der Redaktion - und ihren Mut

von Abraham Lehrer  21.05.2026