Jerusalem

Der Bürgermeister als Retter

Bei der Pressekonferenz: Bürgermeister Nir Barkat und sein Bodyguard (v.l.) Foto: Flash 90

Bei einem vermeintlichen Terroranschlag ist am Sonntagabend ein Mann in Jerusalem leicht verletzt worden. Ein palästinensischer Angreifer stach im Herzen der Stadt auf einen ultraorthodoxen Mann ein und verletzte ihn dabei. Bürgermeister Nir Barkat, der in einem Auto neben dem Geschehen fuhr, sprang gemeinsam mit seinem Bodyguard aus dem Fahrzeug und überwältigte den Angreifer.

Die Bilder von dem mutigen Eingreifen des ersten Mannes der Stadt werden derzeit in allen sozialen Netzwerken im Internet geteilt. »Schaut, was für einen tollen Typen wir als Bürgermeister haben«, lautet der Tenor in vielen Posts. Barkat selbst sagte nach dem Geschehen, dass er auf der Straße neben dem Rathaus fuhr, als er plötzlich sah, wie ein junger Mann einen anderen angriff.

bodyguard Sofort hätten er und der Bodyguard den 18-jährigen Palästinenser ergriffen. »Wir sind auf den Terroristen zugerannt, der seine Waffe zog. Dann haben wir ihn ergriffen, und er ließ das Messer fallen. Bis die Polizei eingriff, hielten wir ihn fest. Wir kümmerten uns auch um das Opfer, das glücklicherweise nur leichte Verletzungen erlitt«, berichtete Barkat.

Von den Parteien, die sich derzeit im Wahlkampf befinden, wurde der Anschlag sofort für Propagandazwecke benutzt. Die Regierungspartei Likud veröffentlichte eine Erklärung, die warnte, der Anschlag habe nur wenige Wochen nach der Aussage von Zipi Livni stattgefunden, dass sie in Erwägung ziehe, Jerusalem zu teilen. »Wenn Zipi und Bougie eine linke Regierung bilden, kommt die Hamas ins Herz der Hauptstadt.«

Livni und Herzog von der Zionistischen Union konterten, dass das nur wieder eine »jämmerliche und verabscheuungswürdige Lüge von dem Mann ist, der persönlich für den Verlust der Sicherheit in der Hauptstadt verantwortlich ist«. Benjamin Netanjahu laufe vor der Verantwortung davon und benutze Terror und Angst, um selbst zu überleben. »Bibi«, hieß es weiter, »nach neun Jahren des Nichtstuns hast du versagt. Geh nach Hause!«

Krieg

Hisbollah-Sprengsatz tötet israelischen Soldaten, verletzt sieben weitere

Eigentlich soll das Rahmenabkommen der USA mit dem Iran auch die Front im Südlibanon umfassen. Vorerst setzen die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israel ihre Angriffe hier aber fort

 18.06.2026

Jerusalem

Netanjahu unter Druck: Wird der Iran-Krieg zum Bumerang?

Der Ministerpräsident versprach einen Triumph, Kritiker sprechen von einer Niederlage. Wie der Iran-Krieg Israels Verhältnis zu den USA und Trumps Loyalität auf die Probe stellt

von Sara Lemel  18.06.2026

Meinung

Letzte Chance für die Linke

Viele Juden haben »Die Linke« schon abgeschrieben. Doch nach wie vor gibt es dort Mitglieder, die den Antisemitismus innerhalb der Partei bekämpfen. Hoffentlich setzen sie sich auf dem Bundestreffen in Potsdam durch

von Mascha Malburg  18.06.2026

Terror

Juden für Iran ausgespäht: Spionageprozess beginnt

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg beginnt der Prozess gegen zwei Männer, die im Auftrag des Irans gezielt Juden und Israel-Freunde für Anschläge ausgespäht haben sollen

 17.06.2026

Diplomatie

Somaliland eröffnet Botschaft in Jerusalem

Es handelt sich bereits um die achte diplomatische Vertretung, die in der israelischen Hauptstadt eröffnet wurde

 17.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

TV-Tipp

Das Leben arabischer Transpersonen in Israel

Eine Arte-Dokumentation porträtiert Transpersonen aus Gaza, die im Exil in Tel Aviv den Traum ihrer sexuellen Selbstbestimmung zu verwirklichen versuchen

von Manfred Riepe  17.06.2026

Wonderwerk-Höhle

Forscher finden älteste Spuren gezielter Feuernutzung

Auch die israelische Wissenschaftlerin Liora Kolska Horwitz von der Hebräischen Universität Jerusalem ist an der bahnbrechenden Entdeckung beteiligt

 17.06.2026

Jerusalem

Likud verzichtet auf Wahlkampf mit Trump-Nähe als zentralem Thema

Parteistrategen meinen, dass Benjamin Netanjahus Verbindung zum amerikanischen Präsidenten dem Ministerpräsidenten keinen Vorteil verschaffen würde. Hintergrund ist der neue Iran-Deal

 17.06.2026