Israel

Der Besuch des Prinzen

Prinz William bei seiner Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen Foto: Flash 90

Schon seit Wochen laufen die Vorbereitungen in Israel auf Hochtouren. Aufgeregt erwartete man im Heiligen Land den königlichen Besuch aus Großbritannien. Am frühen Montagabend ist Prinz William auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv gelandet.

Zum ersten Mal besucht damit ein Mitglied des britischen Königshauses Israel und die Palästinensischen Gebiete zu einer offiziellen Visite. Inoffizielle Besuche indes gab es bereits einige: Zuletzt war Williams Vater, Prinz Charles, zu der Beerdigung von Präsident Schimon Peres nach Israel gereist.

Am Sonntag traf seine königliche Hoheit, der Herzog von Cambridge Prinz William, zum Auftakt seiner Nahost-Tour im jordanischen Amman ein. Dort wurde er vom Sohn des Königs Abdullah, Kronprinz Hussein bin Abdullah, in Empfang genommen.

kensington Prinz William ist bei dieser Reise ohne seine Ehefrau Catherine und die drei Kinder unterwegs. Der Kensington-Palast veröffentlichte vorab, dass »der Besuch unpolitisch ist – wie alle königlichen Besuche im Ausland«. Dennoch ist sich jeder bewusst, dass die erste Reise eines Vertreters des britischen Königshauses nach Nahost in einer schwierigen Zeit geschieht.

Nach der Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels durch den US-Präsidenten Donald Trump war es zu einem Bruch zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde und der amerikanischen Verwaltung gekommen. Der offizielle Zeitplan der Visite von William listete Ost-Jerusalem als »in den besetzten Palästinensischen Gebieten« auf und verärgerte damit einige rechtsgerichtete Politiker in Jerusalem.

Der Freude über den lang erhofften Besuch eines britischen Royals in Israel wird das kaum Abbruch tun. Das Programm von Montag bis Donnerstag ist vollgepackt – alle wollen den Prinzen treffen. Der 36-jährige William wird mit Regierungschef Benjamin Netanjahu, Präsident Reuven Rivlin und anderen Politikern zusammentreffen.

yad vashem Außerdem wird er durch die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geführt und auf dem Ölberg das Grab seiner Urgroßmutter, Prinzessin Alice von Griechenland, besuchen. Sie wurde in Israel dafür geehrt, während des Zweiten Weltkrieges Juden versteckt zu haben. Am darauffolgenden Tag trifft er unter anderem junge Unternehmer in Tel Aviv sowie arabische und jüdische Kinder im Peres-Zentrum für Frieden in Jaffa.

Prinz William wohnt während seines Besuches im Jerusalemer King David Hotel. Das renommierte Haus war bis zur Staatsgründung Verwaltungshauptquartier der Briten während ihrer Mandatszeit über Palästina. In einer offiziellen Erklärung vorab hieß es, dass sich Prinz William »besonders darauf freut, die Möglichkeit zu haben, mit vielen Menschen seiner Generation zusammenzutreffen: jungen Jordaniern, Israelis und Palästinensern«. Seine königliche Hoheit freue sich darauf, ihre Perspektiven kennenzulernen, von ihnen über ihre gemeinsamen Ambitionen und Hoffnungen für die Zukunft zu hören.

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  28.10.2026

Nachrichten

Auszählung, Expats, Einmischung

Kurzmeldungen aus Israel

von Sophie Albers Ben Chamo  28.10.2026

Knesset-Wahl

Die arabische Antwort auf Ben-Gvir

Die israelischen Araber könnten zum Königsmacher der nächsten Knesset werden

von Sabine Brandes  28.10.2026

Meinung

In der Sackgasse?

Sabine Brandes wünscht sich nach den Wahlen für Israel neue Bündnisse – trotz aller Schwierigkeiten

von Sabine Brandes  28.10.2026

Analyse

Israel im Patt

Der rechte Block gewinnt bei der Auszählung an Boden. Doch weder Regierungslager noch Opposition haben eine klare Mehrheit – und die arabischen Parteien werden zum entscheidenden Faktor

von Sabine Brandes  28.10.2026

Jerusalem

Demokraten-Chef fordert Koalition mit arabischen Parteien

Bei Israels Richtungswahl liegt Netanjahus Lager vorn, verfehlt aber die Mehrheit. Der Chef der Linksliberalen fordert eine Koalition der Opposition mit Beteiligung arabischer Parteien

 28.10.2026

Jerusalem

Israels Wahlergebnis bleibt offen, mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt

Mit wie vielen Sitzen kann das Netanjahu-Lager rechnen? Wie sieht das bisherige Ergebnis der Opposition aus?

 28.10.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026