Israel

»Damit schließt sich ein Kreis«

Juden, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, kommen am Sonntag auf dem Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv an. Foto: Flash 90

Zwei Frauen aus der Ukraine, deren Großmutter während des Holocaust eine Jüdin versteckt hatte, haben nun Hilfe von der Enkelin der damals geretteten Frau bekommen.

Ein Sprecher der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem bestätigte am Montag, es handele sich um Nachfahren von Maria Blyschtschik. Die inzwischen verstorbene Frau ist eine der sogenannten Gerechten unter den Völkern - Nichtjuden, die Juden vor den Nationalsozialisten gerettet haben, oft unter Gefährdung ihres eigenen Lebens.

gerechtigkeit Laut einem Bericht der israelischen Nachrichtenseite ynet hat die Enkelin der Jüdin, die während des Zweiten Weltkriegs von Blytschtschiks Familie vor den Nazis versteckt worden war, nun den beiden Ukrainerinnen geholfen. Die Israelin Scharon Bass habe die Frauen, die über Polen und Deutschland gereist seien, am Sonntag am Flughafen bei Tel Aviv in Empfang genommen. »Damit schließt sich ein Kreis«, sagte die Enkelin der Holocaust-Überlebenden den Angaben zufolge und sprach von »historischer Gerechtigkeit«.

Yad Vashem ist nach Angaben des Sprechers in Kontakt mit 15 Gerechten unter den Völkern, die noch in der Ukraine leben. Man habe ihnen angeboten, sie aus dem umkämpften Land nach Israel zu holen. »Es ist aber nicht so einfach, sie sind sehr alt und haben Angst.«

Yad Vashem ist nach Angaben eines Sprechers in Kontakt mit 15 Gerechten unter den Völkern, die noch in der Ukraine leben.

Der Leiter von Yad Vashem, Dani Dayan, sagte: »Wir sind sehr besorgt über die Bilder aus der Ukraine. In dieser Zeit der Not müssen wir jenen helfen, die in der Vergangenheit ihr Leben riskiert haben, um Juden zu retten, und die jetzt selbst in Gefahr sind.«

Die israelische Innenministerin Ayelet Shaked hatte am Sonntag gesagt, seit Beginn des Kriegs seien mehr als 2000 Ukrainer nach Israel gekommen. Bis Monatsende rechne man mit insgesamt 15.000 Ukrainern, von denen 90 Prozent nicht den Kriterien für eine Einwanderung entsprächen. Sie wolle daher in den kommenden Tagen eine klare Aufnahmepolitik formulieren. dpa

Meinung

Georg Restle, die Jüdische Allgemeine und der berüchtigte Scheck aus Jerusalem

Für den frischgebackenen Leiter des ARD-Studios Nairobi ist die »Jüdische Allgemeine« ein Propaganda-Sprachrohr der israelischen Regierung. Eine Entgegnung

von Michael Thaidigsmann  29.06.2026

Rüstungstechnologie

Israelische Raketenabwehr für Katar

Fotos beweisen, dass in katarischen Regierungsmaschinen Militärtechnologie von Elbit verbaut wurde. Dabei pflegen Israel und Katar nicht einmal diplomatische Beziehungen

 29.06.2026

Reaktionen

»Erster Schritt zum Frieden«

Während Jerusalem und Beirut das Abkommen begrüßen, weist die Hisbollah es entschieden zurück

von Sabine Brandes  29.06.2026

Jerusalem

Israel erkennt den Völkermord an den Armeniern an

Die historische Entscheidung birgt diplomatische Sprengkraft. Außenminister Sa’ar bezeichnete die Anerkennung als »moralische Pflicht«

von Sabine Brandes  29.06.2026

Reisen

(Fast) freie Startbahn für den Sommer

Mehr als 200.000 Flugtickets hätten storniert werden müssen, weil am Flughafen Ben Gurion noch immer amerikanische Militärflieger parken. Jetzt gibt es eine Einigung

von Sabine Brandes  29.06.2026

Nahost

Israel greift Ziele in Südsyrien an

Die Armee hat nach eigenen Angaben »mehrere bewaffnete Terroristen« getötet

 29.06.2026

Südlibanon

Israelische Armee zerstört massiven Hisbollah-Tunnel

Der 25 Meter tiefe und 200 Meter lange Tunnel soll nur 10 Kilometer von der israelischen Grenze entfernt gewesen sein

 29.06.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  28.06.2026

Interview

»Es braucht eine umfassende Kampagne«

Der israelische Diplomat Akiva Tor beklagt, dass das angeschlagene Image seines Landes die nationale Sicherheit des jüdischen Staates gefährdet

von Sabine Brandes  27.06.2026