Vermisst

Brüder in Geiselhaft

Ariel Cunio (26) Foto: Sabine Brandes

Vermisst

Brüder in Geiselhaft

Ariel Cunio wurde von der Hamas verschleppt

von Sabine Brandes  05.09.2024 07:15 Uhr

Ariel ist einer von vier Cunio-Brüdern. Zwei sind seit elf Monaten in der Gewalt der Hamas, zwei warten verzweifelt darauf, dass sie zurückkommen. Ihr Zuhause ist der Kibbuz Nir Oz. Dort sind sie geboren und aufgewachsen. Ursprünglich stammt die Familie aus Argentinien, doch in der kleinen Gemeinde im Süden Israels hat sie eine neue Heimat gefunden.

Der 26-jährige Ariel lebt in Nir Oz zusammen mit seiner Freundin Arbel Yehud. Auch sie ist im Kibbuz geboren, auch sie wurde am 7. Oktober 2023 von Terroristen verschleppt. Das Paar war in seiner Wohnung, als die Hamas angriff.

Cunios Bruder David, dessen Frau Sharon, ihre dreijährigen Zwillinge sowie Sharons Schwester Danielle und ihre fünfjährige Tochter wurden ebenfalls entführt. Bis auf David sind mittlerweile alle wieder in Freiheit. Auch Arbels Bruder Dolev, ein vierfacher Vater, wurde zunächst als Geisel gelistet. Später jedoch wurde seine Leiche geborgen.

Die Mutter von Ariel und David, Sylvia Cunio, hat die Hoffnung nicht aufgegeben.

Die Mutter von Ariel und David, Sylvia Cunio, hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Doch es sei sehr hart. »Die Ungewissheit ist schrecklich und unvorstellbar brutal. Wir können nicht glauben, dass es keinen Deal gibt, nichts. Es ist entsetzlich. Aber ich habe dennoch Hoffnung, dass sie zurückkehren werden.«

Über das, was am Morgen des 7. Oktober geschah, ist wenig bekannt, außer der Nachricht, die Ariel seinem Bruder Eitan schickte: »Wir sind in einem Horrorfilm.« Ariel und Arbel waren kurz zuvor von einer ausgedehnten Reise durch Süd- und Mittelamerika zurückgekehrt und hatten einen Hundewelpen adoptiert. Ariel stand vor dem Beginn seiner Karriere, er hatte erfolgreich seinen Bachelor in Informatik abgeschlossen.

Die beiden wollen in Nir Oz bleiben und planten die gemeinsame Zukunft – auch ihre Hochzeit. »Ariel liebt es, von Menschen und Haustieren umgeben zu sein, und bekommt im Gegenzug unsere Liebe zurück«, so seine Mutter. Mit argentinischen Wurzeln habe er großen Appetit auf Fleisch und Pasta, »aber vor allem auf das Leben selbst«.

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