Jerusalem

Bombe in Bus

Spuren der Verwüstung am Linienbus Nummer 12 Foto: Flash 90

Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat bestätigt, dass es sich bei der Explosion in einem Jerusalemer Bus am Montag um eine Bombe gehandelt hat.

Bei der Terrorattacke wurden 21 Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer und vier mittelschwer. Von dem Bus der Linie 12 ist lediglich ein Metallskelett übrig, so stark war die Detonation, die sich am Abend auf der Mosche-Baram-Straße ereignete.

Intifada Dass die Zahl der Opfer nicht höher sei, liege daran, erläuterte ein Polizeisprecher, dass sich keine Fahrgäste in dem Fahrzeug befanden. Die Verletzten stammten aus einem anderen Bus, der neben der Linie 12 fuhr. Die Bombe war offenbar im hinteren Teil des Wagens platziert worden.

Schimi Grossman, Freiwilliger bei den Rettungskräften von ZAKA, war als einer der ersten am Ort des Geschehens. »Leider hat dieser Einsatz die Bilder und Geräusche der zweiten Intifada zurückgebracht. Und die grauenerregenden Szenen der Opfer in den Bussen.«

Ermittlungen Der Jerusalemer Polizeichef Yoram Halevy erklärte, dass man sich erst im Anfangsstadium der Ermittlungen befände und derzeit in alle Richtungen gesucht werde. »Wir untersuchen, woher der Sprengstoff stammt und wer ihn in den Bus geschmuggelt hat.«

Eine Warnung habe es vorher nicht gegeben. Premier Benjamin Netanjahu wünschte den Opfern eine schnelle Genesung und fügte hinzu, dass man die Schuldigen finden und »die Rechnung mit ihnen begleichen« werde.

Das Attentat setzt Ängste in vielen Israelis frei, die unter der zweiten Intifada gelitten hatten, als der Terror in Bussen fast zur Tagesordnung gehörte. Der letzte Anschlag auf einen Bus war im Jahr 2005 verübt worden. Bislang hat sich noch keine Terrorgruppierung zu der Tat vom Montag bekannt. Die Hamas im Gazastreifen und andere militante Gruppen begrüßten den Anschlag jedoch.

Botschafter Unterdessen hat der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman am Dienstag in Berlin die Verurteilung des Anschlags auf den Jerusalemer Bus gefordert. Hadas-Handelsman äußerte sich vor dem Besuch von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bei Bundeskanzlerin Angela Merkel: »Ich fordere die internationale Gemeinschaft sowie alle Gesprächspartner der Bundesrepublik Deutschland, die Präsident Abbas bei seinem Besuch in Berlin treffen, dazu auf, diesen Anschlag auf israelische Zivilisten zu verurteilen. Statt sich als Friedenstaube zu präsentieren, sollte Abbas alles in seiner Macht Stehende tun, um dem Terror ein Ende zu setzen und der Einladung Netanjahus zu folgen, sofort und bedingungslos zu Verhandlungen zu einem nachhaltigen Frieden für zwei Nationalstaaten für zwei Völker anzutreten.«

Ehemalige Geiseln

Wenn aus Ketten Freudentänze werden

Hennafeier von Eliya Cohen und Ziv Abud: Das Paar feiert seine Liebe und bereitet sich auf die Hochzeit im August vor

von Sabine Brandes  03.07.2026

Gesundheit

Rezept gegen die Pillen

Neue Vorschriften sollen den Missbrauch opioidhaltiger Medikamente eindämmen. Israel führt weltweit beim Pro-Kopf-Konsum

von Sabine Brandes  03.07.2026

Wirtschaft

Israel hat 8800 neue Millionäre

Israel auf dem 18. weltweit beim persönlichen Vermögen. Währenddessen geht die soziale Schere immer weiter auf

von Sabine Brandes  03.07.2026

Kriminalität

Vier Tote in 24 Stunden

Nur 12 Prozent aufgeklärt: Israels arabische Gemeinde sieht sich einer immer weiter eskalierenden Welle der Gewalt gegenüber

von Sabine Brandes  03.07.2026

Gazastreifen

Israelische Armee tötet Entführer von Daniel Perez

Muhammad Na’im Jandiya überfiel mit einer Nukhba-Einheit den Kibbuz Nahal Oz

 03.07.2026

22. Makkabiade

Zusammenstehen - mehr denn je

Tausende Athletinnen und Athleten aus aller Welt feiern bei der Eröffnung in Jerusalem jüdische Identität, Sport und Solidarität – gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit

von Sabine Brandes  02.07.2026

Israel

»Hab viel Spaß in der Hölle, du Hurensohn!«

Die ehemalige deutsch-israelische Geisel Rom Braslavski reagiert auf die Tötung ihres Peinigers. Ein Moment, der für ihn mehr als Rache ist

von Sabine Brandes  02.07.2026

Nahost

Hat ein Tadschike für den Iran Ziele in Israel ausgespäht?

Über ein Jobangebot kam ein Tadschike laut Israels Geheimdienst mit einem iranischen Agenten in Kontakt. Er soll für Teheran Orte in Israel ausspioniert und weitere Spione angeworben haben

 02.07.2026

Interview

»Klimaanlagen sind Pflicht«

Keren Agay-Shay erklärt, warum extrem heiße Sommer mehr sind als ein Wetterphänomen – und welche Maßnahmen Leben retten können

von Sabine Brandes  02.07.2026