Vermisst

»Bleib stark und überlebe«

Ein Poster zeigt Hersh Goldberg-Polin. Foto: Sabine Brandes

Vermisst

»Bleib stark und überlebe«

Hersh Goldberg-Polin ist seit 209 Tagen Geisel der Hamas

von Sabine Brandes  03.05.2024 07:45 Uhr

Es war das erste Lebenszeichen seit 201 Tagen. Hersh Goldberg-Polin, der leidenschaftliche Fußballfan, lebt. Das zeigte das jüngste Geisel-Propagandavideo der Hamas. Für die Eltern des 24-jährigen israelisch-US-amerikanischen Doppelstaatsbürgers war es ein »überwältigendes Gefühl«, ihren Sohn zu sehen. In dem Clip trägt er ein dunkelrotes T-Shirt, die Haare sind kurz geschoren, sein linker Arm ist unterhalb des Ellenbogens amputiert.

Goldberg-Polins Eltern, Rachel und Jon, richteten einen »Appell an alle Anführer«, die über einen Geiselnahme-Deal verhandeln, und nannten Katar, Ägypten, die USA, die Hamas und Israel: »Seien Sie mutig, nutzen Sie diesen Moment und gehen Sie einen Deal ein, der uns alle mit unseren Lieben wieder vereinen wird, und um das Leid in dieser Region zu beenden.« An ihren Sohn gerichtet, sagten sie: »Hersh, wenn du dies hören kannst: Wir haben deine Stimme heute zum ersten Mal seit 201 Tagen gehört. Wir lieben dich. Bleib stark und überlebe!«

Schutz in einem Unterstand

Hersh Goldberg-Polin, der in Kalifornien geboren wurde, zog 2008 mit seiner Familie nach Israel. Am 7. Oktober war er mit Freunden auf dem Nova-Rave, als die Hamas das Musikfestival angriff. Zusammen mit anderen suchte er Schutz in einem Unterstand.

Als Terroristen begannen, Granaten auf die Gruppe zu schleudern, gelang es seinem Freund Aner Shapira, sieben Granaten zurückzuwerfen, bevor er von der achten Granate getötet wurde. Auch Goldberg-Polin versuchte, eine der Granaten hinauszuschleudern. Doch sie explodierte, bevor er sie werfen konnte, wodurch er seine Hand und einen Teil des Unterarms verlor, berichteten Augenzeugen später.

Seine Mutter Rachel Goldberg-Polin wurde vor wenigen Tagen auf die Liste der 100 »einflussreichsten Persönlichkeiten« des »Time Magazine« gesetzt. Seit dem 7. Oktober ist sie zu einer der unermüdlichsten Stimmen für die Freilassung der Geiseln geworden.

Westjordanland

Zwei israelische Soldaten sterben bei Terroranschlag

Ron Yonatan Roytman (23) und Yuval Shai Svilem (20) erlagen ihren Verletzungen. Drei weitere IDF-Soldaten wurden in dem Feuergefecht verletzt

 23.10.2026

Terroranschlag bei Hebron

Netanjahu kündigt größte Militäraktion im Westjordanland seit 1967 an

»Die gesamte terroristische Infrastruktur wird aufgespürt und zerstört«, erklärt der Ministerpräsident am Anschlagsort im Westjordanland

 23.10.2026 Aktualisiert

Westjordanland

Terroranschlag nahe Hebron: Was bislang bekannt ist

Bei dem Angriff starben zwei israelische Soldaten, drei wurden verletzt. Die Angreifer konnten getötet werden

 23.10.2026 Aktualisiert

Demokratie

Auf der Zielgeraden

Am 27. Oktober werden die Parteien anhand von Buchstaben auf den Wahlzetteln gewählt. Politische Notizen und Personalien

von Sabine Brandes  23.10.2026

Zeitungsinterview

Ronald Lauder rechnet mit Netanjahu ab: »Er hat Politik über Frieden gestellt«

»Eines der Dinge, die Israel im Vergleich zu anderen Ländern so besonders gemacht haben, war seine echte Demokratie«, so der WJC-Präsident. »Was wir jetzt erleben, erinnert eher an eine Bananenrepublik«

 23.10.2026

Westjordanland

Israel macht Hamas für Anschlag bei Hebron verantwortlich

Drei Menschen wurden bei dem Angriff auf einen Kontrollposten im Westjordanland verletzt, zwei getötet. Die Terroristen sollen der Hamas angehört haben

 23.10.2026 Aktualisiert

Tel Aviv

Angehörige der Opfer des 7. Oktober wollen Wähler an Schicksale erinnern

Zu den Teilnehmern gehört Jochewed Lifschitz, die zusammen mit ihrem Mann Oded nach Gaza verschleppt worden war. Die Hamas ermordete ihn in Geiselhaft

 23.10.2026

Jerusalem

Zehntausende Israelis reisen für die Parlamentswahl aus dem Ausland an

Die Initiative Fly&Vote spielt eine große Rolle. Sie musste sich gegen eine Klage des Likud wehren

 23.10.2026

Westjordanland

Nach Terroranschlag: Israel bereitet Abriegelung des Westjordanlandes vor

An einem IDF-Kontrollpunkt bei Hebron schossen zwei 27-jährige Palästinenser auf Menschen. Bei dem Anschlag wurden mehrere Menschen verletzt. Die beiden Attentäter wurden von Soldaten erschossen

 23.10.2026 Aktualisiert