Konflikt

Beruhigende Nachricht

Kabinettssitzung: Benjamin Netanyahu (M.), Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat (l.) und Kabinettschef Tzvika Hauser (r.) Foto: Flash 90

Mehr als drei Stunden lang dauerte die Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts am Sonntagabend. Und noch immer gibt es keine offizielle Aussage zu einem Angriff auf Syrien. Israelische Medien schreiben, der Tenor der Unterredung sei gewesen, eine »beruhigende Nachricht an den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu senden, um eine Eskalation im Norden zu verhindern«.

Am vergangenen Freitag und Sonntag waren Ziele in Syrien beschossen worden. Dabei handelte es sich offenbar um Waffentransporte für die Hisbollah. Aus offiziellen Kreisen hieß es lediglich: »Israel hat das Recht, sich zu verteidigen«.

Bürgerkrieg Die Tageszeitung Haaretz schrieb am Montag, es sei Strategie, über die vermeintlichen Angriffe Stillschweigen zu wahren, um Assad einen »Ausweg« zu präsentieren, ohne, dass dieser die Notwendigkeit sehe, zurückschlagen zu müssen. Außerdem wolle Israel klarmachen, dass es sein einziges Interesse sei, Waffenlieferungen an die Hisbollah zu verhindern. Man wolle sich in keiner Weise in den Bürgerkrieg einmischen oder den Rebellen helfen, das Assad-Regime zu stürzen.

Klar ist, dass es für die zwar noch amtierende, aber nach zwei Jahren Krieg stark angeschlagenen Regierung eine existenzielle Gefahr darstelle, neben den Kämpfen mit den Rebellen eine zweite Front mit Israel zu eröffnen. Dennoch hieß es in einigen arabischen Medien, der stellvertretende syrische Außenminister Faisal Mekdad habe gesagt, Israels Angriffe seien eine »Kriegserklärung«, und man werde zurückschlagen, wie man es auch in der Vergangenheit getan habe. Der Preis für Israel werde »schmerzhaft« sein.

Luftattacke Berichten in der New York Times zufolge gaben syrische Quellen an, Dutzende von Elitetruppen der Armee seien bei den Luftattacken getötet worden. Einige der beschossenen Ziele in Damaskus hätten sich in der Nähe des Präsidentenpalastes befunden.

Dass Israel dennoch nicht mit einem Gegenangriff Syriens rechnet, zeigt die Abreise des Regierungschefs Benjamin Netanjahu noch am Sonntagabend zu einem fünftägigen Besuch nach China. Die Bevölkerung indes gibt sich nicht so gelassen. In den vergangenen drei Tagen stieg die Nachfrage nach Gasmasken um das Vierfache an. Die immensen Chemiewaffen in den Händen der Syrer sind derzeit die größten Sorgen der Israelis.

Syrien

Israels Armee: Angriffe in Syrien zum Schutz dortiger Drusen

Nach neuer Gewalt im Süden greift Israels Armee Stellungen der syrischen Regierung an. Das israelische Militär will eigenen Angaben zufolge die drusische Minderheit verteidigen

 20.03.2026

Meinung

Siedlergewalt: Eine Schande für Israel

Generalstabschef Zamir und Rabbi Lichtenstein haben recht: Die Exzesse gegen Palästinenser im Westjordanland müssen gestoppt werden, bevor es zu spät ist

von Ayala Goldmann  20.03.2026

Sport

Wegen Fanverhaltens: FIFA bestraft Israel

Der Fußball-Weltverband FIFA hat Israels Verband mit einer Geldstrafe belegt. Zudem muss bei den nächsten Spielen der Nationalmannschaft im Stadion ein Transparent gezeigt werden

 20.03.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Wir schützen die ganze Welt«

Am 20. Tag des Krieges gegen den Iran äußerte sich Israels Ministerpräsident auf einer Pressekonferenz ungewöhnlich ausführlich

von Imanuel Marcus  20.03.2026

Gefahr

Israel: Iran kann kein Uran mehr anreichern

Seit 20 Tagen attackieren Israel und die USA den Iran mit schweren Luftangriffen. Dem israelischen Ministerpräsidenten zufolge hat die gemeinsame militärische Operation bereits Ergebnisse gebracht

 19.03.2026

Alltag im Krieg

Mitgehört im Bunker ...

Schlaflos in Tel Aviv: Iranische Raketen halten in den Nächten die Israelis wach

von Sabine Brandes  19.03.2026 Aktualisiert

Krieg

Araghtschi droht mit Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur

Irans Außenminister droht mit massiver Vergeltung, sollte Israel erneut Öl- und Gasanlagen angreifen. Araghtschi stellt auch eine weitere Bedingung für ein Kriegsende

 19.03.2026

Westjordanland

Generalstabschef Zamir: »Bevor es zu spät ist«

Zwischen Warnung und Kontrollverlust: Israels Sicherheitselite schlägt Alarm wegen ausufernder Siedlergewalt

von Sabine Brandes  19.03.2026

Philosophie

Habermas, Israel und die Juden

Eine kritische Würdigung

von Frederek Musall  19.03.2026