Krieg

Mindestens 260 Leichen bei Festival gefunden

Soldaten der israelischen Armee liefern sich noch immer Gefechte mit Hamas-Terroristen Foto: copyright (c) Flash90 2023

Innerhalb nur weniger Stunden hat sich die Zahl der Terroropfer in Israel von 300 auf 700 erhöht, wie Sprecher der Gesundheitsbehörden mitteilte. (Am Montag Morgen war von über 1000 Todesopfern die Rede.) Allein auf einem Festivalgelände an der Grenze zum Gazastreifen wurden mindestens 260 Leichen gefunden, wie ein Sprecher des Rettungsdienst Zaka am Sonntagabend dem israelischen Nachrichten-Portal »Ynet« mitteilte. Zuvor hatten bereits mehrere lokale Medien wie die »Times of Israel« über das Massaker berichtet.

Von Freitag auf Samstag tanzten dort Tausende Israelis im Alter von 20 bis 40 Jahren auf einem Trance-Festival durch die Nacht. Die Veranstalter wollten mit dem Rave in der Nähe des Kibbutz Re’im das Ende von Sukkot feiern.

Eine von ihnen ist Noya Reuven. Die 20-Jährige berichtete der »Times of Israel«, dass eine Massenpanik ausgebrochen sei, sobald die ersten Raketen abgefeuert wurden. Reuven saß schon in ihrem Auto und versuchte, von dem Festivalgelände zu fliehen, als sie hörte, wie Terroristen in die Menschenmenge schossen.

Hunderte Menschen seien in Panik davongerannt. Durch die Massenflucht habe sich ein Stau gebildet. Erst nach zwei Stunden sei es ihr gelungen, das Gelände zu verlassen und auf eine kleine Nebenstraße zu gelangen.

Eine andere Augenzeugin namens Esther erzählte dem israelischen TV-Sender Channel 12, dass fünf Terroristen ihr Auto zerschossen, während sie zu fliehen versuchte. Der Fahrer eines Jeeps habe sie und ihren Freund gerettet. Doch auf der Flucht wurde der Mann erschossen, und der Wagen krachte in eine Grube. Esther und ihre Freundin hätten sich zwei Stunden lang totgestellt, bis sie die Stimmen israelischer Soldaten hörten.

Die israelische Armee liefert sich am Gazastreifen auch weiterhin Kämpfe mit Terroristen der Hamas. Mit jedem Meter, den sie vordringt, steigt die Wahrscheinlichkeit, weitere Tote zu finden.

Nahost

Bennett sieht Angriffe auf Emirate als Kriegserklärung Irans

Der israelische Oppositionspolitiker Bennett bewertet die Angriffe des Iran auf die Emirate als Wiederaufnahme des Kriegs. Die Anweisungen des Zivilschutzes in Israel bleiben vorerst unverändert

 04.05.2026

Kommentar

Wenn das kein Antisemitismus ist, was dann?

Ein Mann wollte in Zürich eine Synagoge in Brand stecken. Der Täter gestand die Attacke. Er kam vor Gericht. Nun wurde er freigesprochen

von Nicole Dreyfus  04.05.2026

Wirtschaft

Wenn Stärke teuer wird

Die israelische Währung ist gegenüber dem Dollar so viel wert wie seit 30 Jahren nicht mehr – mit misslichen Folgen für die Start-up- und Hightech-Branche

von Sabine Brandes  04.05.2026

Belu-Simion Fainaru

»Als Künstler spreche ich eine universelle Sprache«

Der israelische Bildhauer über den Rücktritt der Jury und die Politisierung der Kunstbiennale von Venedig

von Ayala Goldmann  04.05.2026

Gesetz

Balanceakt oder Begnadigung?

Die Generalstaatsanwältin signalisiert Gesprächsbereitschaft für eine Einigung im Prozess von Premier Netanjahu

von Sabine Brandes  04.05.2026

Archäologie

Rätsel um antikes Baby-Massengrab

Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren

von Sabine Brandes  04.05.2026

Wahlkampf

Neues Bündnis im Anti-Netanjahu-Lager: Eisenkot und Liberman prüfen gemeinsame Liste

Ein Problem der Zusammenarbeit zeichnet sich bereits ab: Liberman hat signalisiert, selbst Premierminister werden zu wollen. Eisenkot will aber auch keine Rolle als Nummer zwei akzeptieren

 04.05.2026

Tel Aviv

Anklage gegen vier Palästinenser wegen geplanter Anschläge in Israel

Die Vorwürfe: Mitgliedschaft in einer Terrororganisation, Rekrutierungsversuche sowie die Vorbereitung eines Anschlags mit tödlicher Absicht

 04.05.2026

Jerusalem

Herzog reist nach Mittelamerika

Erstmals besucht ein israelisches Staatsoberhaupt Panama. Auch Costa Rica steht auf dem Reiseplan

 04.05.2026