Nahost

Baerbock will Saudis Eurofighter verkaufen

Britische Eurofighter Foto: picture-alliance/ dpa

Bei ihrem Besuch in Israel waren für Außenministerin Annalena Baerbock auch die Beziehungen zwischen dem jüdischen Staat und Saudi-Arabien ein Thema. In Jerusalem sagte sie, die Bundesregierung sei »dankbar dafür«, dass Saudi-Arabien Raketen und Drohnen abfange, die die Huthis auf Israel abschössen. Dann gab sie ihren eigenen Worten zufolge ein »offenes Geheimnis« preis, nämlich, »dass die saudische Luftwaffe dabei auch Eurofighter einsetzt«.

In diesem Zusammenhang sei Deutschland bereit, den Verkauf von Eurofighter-Kampfflugzeugen an Saudi-Arabien zuzulassen, bestätigte sie. Zuvor hatte sich die Grünen-Politikerin jahrelang gegen Waffengeschäfte mit der Regierung der Golfnation ausgesprochen. Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien bauen den Jet zusammen, hergestellt wird er in Großbritannien, das sich für einen Verkauf an Riad ausgesprochen hat. Jede Mitgliedsnation kann ein Veto gegen Verkäufe einlegen.

Jerusalem und Riad haben ihrem Normalisierungskurs keine Absage erteilt

»Die Hamas wollte mit ihrem barbarischen Terrorangriff am 7. Oktober auch den Bemühungen zu einer Normalisierung zwischen Israel und den Ländern der Region ein Ende setzen und einen regionalen Flächenbrand auslösen«, erläuterte Baerbock. Es sei umso bemerkenswerter, dass Jerusalem und Riad ihrem Normalisierungskurs trotzdem keine Absage erteilt hätten. Dass Saudi-Arabien jetzt Geschosse abfange, die von der Huthi-Miliz im Jemen gegen Israel gerichtet sind, unterstreiche dies. »Und dafür sind wir dankbar.«

»Wir sehen nicht, dass wir uns den britischen Überlegungen zu weiteren Eurofightern für Saudi-Arabien entgegenstellen.«

aussenministerin annalena baerbock

Saudi-Arabien kenne schon seit geraumer Zeit die Gefahr, die von den Huthis für die Sicherheit in der Region ausgehe, führte die Außenministerin aus. Der Einsatz des Landes zeige die Bemühungen für eine bessere Zukunft, dämme die Gefahr eines regionalen Flächenbrandes ein und trage so maßgeblich auch zur Sicherheit Israels bei. »Gerade deshalb sehen wir nicht, dass wir uns als deutsche Bundesregierung den britischen Überlegungen zu weiteren Eurofightern für Saudi-Arabien entgegenstellen.«

Korridor für Energie, Transport und Kommunikation

Vor einigen Monaten hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu öffentlich erklärt, er sei optimistisch, was die Vertiefung der Beziehungen zwischen Israel und Saudi-Arabien angeht. Zuvor hatten sich die Anzeichen gehäuft, dass sich die beiden Nationen auf Annäherungskurs befinden. Auch ohne »offizielles Friedensabkommen« sei mit einer wirtschaftlichen Normalisierung zu rechnen, hatte der Premier gesagt. »Es gibt einen Korridor für Energie, Transport und Kommunikation, der natürlich durch unsere Geografie verläuft, von Asien über die Arabische Halbinsel bis nach Europa.«

Netanjahu deutete auch an, dass die Saudis nicht besonders besorgt darüber seien, was die Palästinenser von einem möglichen Deal haben könnten: »Ich denke, die palästinensische Frage wird ständig als eine Art Kontrollkästchen ins Spiel gebracht, tatsächlich aber werden Gespräche über die Palästinenser in geschlossenen Sitzungen viel seltener geführt, als man denkt.«

Auch die saudische Presse hatte damals auf Spekulationen reagiert und geschrieben: »Ein Friedensabkommen mit Israel könnte möglich sein.«

Aschkelon

Charedi-Extremisten stürmen Haus des Chefs der Militärpolizei

Gegner der Wehrpflicht auch für Ultraorthodoxe haben die Familie des IDF-Offiziers bedroht. Eine gefährliche »rote Linie« sei überschritten, sagt die Armee

 29.04.2026

Jerusalem

Haben die Raketenlieferungen nach Deutschland Israel gefährdet?

In Israel ist eine Diskussion über die Frage entbrannt, ob es richtig war, inmitten iranischer Raketenangriffe Arrow-Abfangraketen zu exportieren

 29.04.2026

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026

Israel

Herzog setzt sich für Deal in Netanjahu-Prozess ein

US-Präsident Trump drängt darauf, dass der in einem Korruptionsverfahren angeklagte israelische Regierungschef Netanjahu begnadigt wird. Israels Präsident Herzog strebt eine Einigung an.

 28.04.2026

Nahost

Verdrehte Moral

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  28.04.2026 Aktualisiert

Israel

Gefängnis fürs Grillen

Mehr Strafen für Verstöße gegen »religiöse Disziplin«

von Sabine Brandes  28.04.2026

Nahost

Sa’ar: Israel hat »keine territorialen Ambitionen im Libanon«

Israels rechtsextremer Finanzminister Smotrich hat kürzlich gefordert, Israels neue Grenze im Norden müsse ein Fluss im Libanon sein. Israels Außenminister widerspricht.

 28.04.2026

Kommentar

Antisemitismus und Israelfeindlichkeit werden die SPD nicht retten

Die Sozialdemokraten sollten sich nicht an Zohran Mamdani oder Pedro Sánchez orientieren, sondern an einer alten Wahrheit von Bill Clinton

von Stefan Laurin  28.04.2026

Diplomatischer Konflikt

Streit um russisches Schiff in Haifa: Ukraine bestellt Israels Botschafter ein

Der ukrainische Außenminister Sybiha beschwert sich über »illegalen Handel mit gestohlenem ukrainischem Getreide«. Sein israelischer Kollege Sa’ar weist dies zurück, kündigt aber eine Prüfung an

 28.04.2026