Krieg gegen die Hamas

Baerbock: »Terror muss ein Ende haben«

Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) Foto: picture alliance/dpa

Außenministerin Annalena Baerbock hat drei Monate nach den Massakern vom 7. Oktober eindringlich zum Ende der Gewalt aufgerufen. »Der Terror muss ein Ende haben. Die humanitäre Not der Menschen muss ein Ende haben. Die Region muss aus dem ewigen Zyklus der Gewalt herauskommen«, forderte die Grünen-Politikerin am Sonntag zu Beginn einer knapp einwöchigen Reise in den Nahen Osten und nach Südostasien. Israel habe das Recht und die Pflicht, sich gegen den Terror zu verteidigen, müsse aber Zivilisten bei seinem militärischen Vorgehen viel besser schützen, verlangte sie. Im Gazastreifen sei viel mehr humanitäre Hilfe gegen Hunger, Seuchen und Kälte nötig.

Auslöser des Gaza-Kriegs war die beispiellose Terrorattacke der islamistischen Hamas und anderer extremistischer Palästinensergruppen am 7. Oktober. Bei dem Überfall auf Grenzorte in Israel wurden nach israelischen Angaben rund 1200 Menschen getötet und etwa 240 Menschen in den Gazastreifen entführt. Es ist das schlimmste Massaker an Juden seit dem Holocaust. Einige Wochen darauf begann die israelische Armee (IDF) eine Bodenoffensive im Gazastreifen, mit dem Ziel, die Hamas auszuschalten. Bisher hat die IDF nach eigenen Angaben 8000 Terroristen getötet.

Das von den Terroristen der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium im Gazastreifen behauptet, dass bei der Bodenoffensive rund 20.000 Palästinenser getötet wurden. Die Zahlen lassen sich weder unabhängig überprüfen, noch unterscheiden sie zwischen Terroristen und Zivilisten. Es gehört außerdem zur Strategie der Hamas, Palästinenser als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen und aus zivilen Einrichtungen auf die IDF zu schießen.

Baerbock wollte am Sonntagabend in Jerusalem den israelischen Präsidenten Izchak Herzog sowie ihren neuen Amtskollegen Israel Katz zu Gesprächen treffen. Es ist die vierte Reise Baerbocks nach Israel seit dem 7. Oktober. Bei den Treffen sollte es um die Bemühungen zur Freilassung der von der Hamas verschleppten Geiseln, die humanitäre Lage der Palästinenser sowie um eine Zweistaatenlösung nach Kriegsende gehen.

»Das Drehbuch des Terrors darf nicht noch weiter aufgehen«, warnte Baerbock. Es müsse endlich der Grundstein für nachhaltigen Frieden und Sicherheit gelegt werden. Dafür dürfe von Gaza keine Gefahr mehr für die Existenz Israels ausgehen, müsse die Hamas die Waffen niederlegen und müssten die vom Iran unterstützte Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen »mit ihrem gefährlichen Zündeln aufhören«. Israelis und Palästinenser würden nur Seite an Seite in Frieden leben können, wenn die Sicherheit des Einen die Sicherheit des Anderen bedeute, sagte Baerbock. Dies werde nur gelingen, »wenn jeder das Leid des Anderen sieht«. dpa/ja

Diplomatie

Jens Spahn reist nach Israel

Der Unions-Fraktionschef wird am Mittwoch unter anderem Gespräche in der Knesset führen

 03.02.2026

Sport

Warum der israelische Fußballspieler Tay Abed ein Millionenangebot der VAE ausgeschlagen hat

Tay Abed: »Keine Summe kann mich dazu bringen, meine israelische Identität aufzugeben.«

 03.02.2026

Nahost

Gaza: IDF entdecken Waffen zwischen Hilfsgütern der UNRWA

Nach Angaben der Streitkräfte handelt es sich um einen umfangreichen Fund von rund 110 Mörsergranaten sowie Raketen

 03.02.2026

Nahost

Israel und USA halten gemeinsam Marinemanöver ab

Im Roten Meer trainieren US- und israelische Seestreitkräfte gemeinsam – vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit dem Iran. Beide Seiten sprechen von einer Routineübung

 03.02.2026

Tel Aviv

Geheimes Hamas-Papier: Kontrolle über Gazas Verwaltung soll trotz neuer Struktur erhalten bleiben

Die palästinensische Terrororganisation will ihren Einfluss sichern, ohne bei der neuen Verwaltung Verdacht zu erregen

 03.02.2026

Geiseln

»Wie bitte - es gab keine Dringlichkeit?«

Ehemalige Verschleppte und Angehörige fordern den Rücktritt des Koordinators Gal Hirsch nach Interviews zu Befreiungskundgebungen

von Sabine Brandes  02.02.2026

Gaza

Grenzübergang Rafah teils für Personenverkehr geöffnet

Der Übergang ist das Nadelöhr für all diejenigen, die das Kriegsgebiet verlassen wollen. Jetzt sollen einige Palästinenser nach Prüfung durch Israels Geheimdienst wieder aus- und einreisen können

 02.02.2026

Militärübung

Israelische Armee probt für Angriff des Iran

Nördlich von Gaza trainierten Soldaten die Rettung von Verschütteten aus einem künstlich angelegten Trümmerfeld, das einem zerstörten Wohngebiet nachempfunden ist

 02.02.2026

New York/Tel Aviv/Gaza

Nach Bericht: Hamas-Mitgliedschaft eines Arztes unbewiesen

Die Organisation »NGO Monitor« wollte einen Arzt mit einem Foto in Uniform belasten, doch einen eindeutigen Beleg kann sie nicht vorweisen

 03.02.2026 Aktualisiert