Israel

Baby, Geld, Gewinn

Selten: die Akazien-Gazelle Foto: Flash90

Baby
Während der Hohen Feiertage hat der Bestand der Akazien-Gazellen ein neues Mitglied bekommen. Förster entdeckten das Tierbaby – sehr zu ihrer Freude, denn diese Gazellenart ist vom Aussterben bedroht. Lediglich 30 bis 40 leben noch in Israel, die meisten im geschlossenen Naturreservat Yotvata Hai-Bar. Hier sind sie geschützt und können sich vermehren. Zweimal im Jahr werden sie gezählt und auf Krankheiten untersucht. Die anmutigen Tiere sind eine Unterart der Berggazelle, von der rund 3100 in Israel leben. Tierschützer fordern schon lange, dass der Status der Gazelle auf der sogenannten Roten Liste von »gefährdet« zu »vom Aussterben bedroht« geändert wird.

Briefmarke
Dass Netta Barzilai auch den Menschen im Tschad gefällt, verwundert wenig. Die stimmgewaltige Sängerin und Gewinnerin der Eurovision 2018 kommt überall gut an. Dass man ihr gleich eine eigene Briefmarke widmet, überrascht dann aber schon. Die afrikanische Nation veröffentlichte einen Tribut an den internationalen Gesangswettbewerb und bildete neben Abba auch Netta auf einer Marke ab. Israel und der Tschad hatten ihre diplomatischen Verbindungen wieder aufgenommen, nachdem Premier Benjamin Netanjahu das Land im vergangenen Januar besucht hatte. Der Tschad hatte die Beziehungen 1972 auf den Druck arabischer Staaten abgebrochen.

Film
Gal Gadot wird Nonne. Allerdings nur auf der Leinwand. Die israelische Schauspielerin spielt die Hauptrolle in einem Film über Irena Sendler, eine polnische katholische Ordensschwester und Widerstandskämpferin. Sendler schmuggelte während der Nazizeit Kinder mit gefälschten Dokumenten aus dem Land und rettete so 2500 von ihnen das Leben. Sendler ist als Gerechte unter den Völkern anerkannt. Sie starb 2008. Gadot wird den Film gemeinsam mit ihrem Mann Jaron Varsano produzieren. »Als Produzenten wollen wir Geschichten zum Leben erwecken, die uns inspiriert haben«, so das Ehepaar. Die Schauspielerin, die als »Wonder Woman« bekannt wurde, wollte schon immer einen Film über die Schoa machen. Ihr Großvater, Abraham Weiss, hatte Auschwitz überlebt.

Geld
Israelische Start-up-Firmen haben in diesem Jahr bislang 5,9 Milliarden Dollar an Investitionen erhalten. Das berichtete die Finanzzeitung Globes. Sehr wahrscheinlich werden die Unternehmen die 6,4 Milliarden, die 2018 vermeldet worden waren, bis zum Jahresende noch überholen. Allein im September kam eine Milliarde in die Firmenkassen. In der Realität sind diese Zahlen sogar noch höher, da viele Geschäftsleitungen erhaltene Investitionen nicht veröffentlichen. Besonders gut lief es für die Kreditfirma Fundbox mit 326 Millionen Dollar, die Sicherheitsplattform Snyk (70 Millionen), das 3D-Druckerunternehmen Xjet (45 Millionen) und die Drohnen-Verteidigungsfirma drone defense (28 Millionen).

Gewinn
Der Karl-Lagerfeld-Preis für junge Modedesigner ging in diesem Jahr an Hed Mayner – und damit zum ersten Mal an einen Israeli. Die mit 150.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde in Paris vergeben. Eine Juri wählte aus 1700 Bewerbern aus 100 Ländern aus. Mayner studierte an der renommierten Bezalel-Hochschule für Kunst und Design. Er sagte nach seinem Gewinn: »Ich bin so stolz, der erste israelische Designer zu sein, der an diesem Wettbewerb teilnimmt – und ihn dann auch noch gewinnt.« Er verbringe viel Zeit in Paris, doch Israel sei immer ein Teil von ihm, denn es herrsche dort eine Art Freiheit, die es sonst nirgendwo gebe. Mayner dankte auch seinen Lehrern an der Bezalel, »die mein freies kreatives Denken und meine Berufswahl als Modedesigner unterstützt haben«. Mayners Designs beinhalten traditionelle Schneidereitechniken von ultraorthodoxen Juden sowie Outfits, die an die Uniform der IDF erinnern.

Verfahren
Wenige Tage vor dem Gerichtsverfahren zur amerikanischen Opiat-Krise wird über das israelische Pharmaunternehmen Teva spekuliert. Laut Medienberichten will Teva offenbar Entschädigungszahlungen vermeiden und plant stattdessen, die Opfer, die von legalen Schmerzmitteln abhängig geworden sind, mit Generika im Wert von 15 Milliarden Dollar über einen Zeitraum von zehn Jahren zu versorgen. Darunter sollen auch Tabletten sein, die gegen eine Überdosis von Opiaten helfen. Teva gehört zu der Gruppe von Mega-Unternehmen und Vertreibern, denen vorgeworfen wird, die Krise vorangetrieben zu haben. Zwischen 1996 und 2017 sollen in den USA daran mehr als 400.000 Menschen gestorben sein.

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