Regierung

Avigdor Lieberman zurückgetreten

Will kein Außenminister mehr sein: Avigdor Lieberman Foto: Flash 90

Es war ein Paukenschlag: Obwohl er so darauf beharrt hatte, das Amt des Außenministers zu behalten, ist Avigdor Lieberman am Montag zurückgetreten und erklärte zudem, dass er nicht Teil der neuen Regierungskoalition sein wird.

Als Grund nannte der Vorsitzende der Rechtsaußenpartei Israel Beiteinu den »Opportunismus, den die kommende Regierung verkörpert«. »Diese Koalition reflektiert in keiner Weise die Position des zionistischen Lagers, und das ist nicht nach unserem Geschmack.«

Als Beispiele gab er den Gesetzesentwurf an, der den jüdischen Charakter des Staates festschreiben würde, der offensichtlich nicht mehr zur Debatte stehe. Auch habe niemand mehr die Intention, die Hamas im Gazastreifen zu bekämpfen. Seine Partei könne auch viel aus der Opposition erreichen, meinte Lieberman.

Korruption Israel Beiteinu hatte vor der vergangenen Parlamentswahl einen herben Schlag einstecken müssen. Zeitweilig saßen mehr als 30 Parteimitglieder, darunter eine Vizeministerin und ein Ex-Minister, wegen Korruption im Gefängnis. Lieberman und Co. hatten daraufhin mindestens fünf der zuvor prognostizierten Sitze verloren.

Mit dem Rücktritt könnte es eng werden für den designierten Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der nur noch drei Tage Zeit hat, um eine regierungsfähige Koalition auf die Beine zu stellen. Zwar würde er auch ohne Lieberman auf die nötige Mindestzahl an Mandaten kommen, doch noch hat er keine regierungsfähige Koalition anzubieten.

Dabei hatte er bereits bei Präsident Reuven Rivlin um eine zweiwöchige Verlängerung gebeten, nachdem die ersten vier Wochen ohne konkretes Ergebnis verstrichen waren. Doch auch die zweite Frist läuft am Donnerstag aus. Mehr Zeit wird es für Netanjahu nicht geben.

Sollte bis dahin keine Regierung stehen, könnte Rivlin theoretisch Isaac Herzog von der Arbeitspartei aufrufen, eine Koalition zu bilden. Oder er könnte Neuwahlen ausrufen.

Kommenar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Tel Aviv

»Es ist viel sicherer, mit einer israelischen Airline zu fliegen«

Der Sicherheitsexperte Eyal Tsir Cohen über den Anschlag auf den »Fly Dubai«-Flug, die aktuelle Terrorbedrohung im Luftverkehr und die Effizienz israelischer Maßnahmen

von Detlef David Kauschke  02.10.2026

Tel Aviv

Co-Pilot aus Oman trotz Einreiseverbot mehrfach nach Israel geflogen

Warum wurden Sicherheitsregeln nicht umgesetzt?

 02.10.2026

Politik

Superstar der Linken

Naama Lazimi, israelische Abgeordnete der Demokraten, wird vom TIME Magazin als eine der aufstrebenden Persönlichkeiten der Welt gewürdigt

von Sabine Brandes  01.10.2026

Jerusalem

Herzog will »Fly Dubai«-Helfer für Zivilcourage auszeichnen

Vier israelische Passagiere verhinderten auf einem Flydubai-Flug nach Tel Aviv durch ihr beherztes Eingreifen eine Katastrophe. Der Präsident will sie nun für ihren Mut ehren

 01.10.2026

Terrorismus

Hamas-Leibwächter plante Anschläge in Deutschland und Österreich

Der Palästinenser erhielt Asyl und Staatsbürgerschaft in Großbritannien. Er hatte jüdische und israelische Ziele im Visier

von Sabine Brandes  01.10.2026

UN-Kongress

Experten diskutieren strafrechtliche Verfolgung sexueller Gewalt in Konflikten

Bei einer Veranstaltung im Rahmen des UN-Kongresses zur Verbrechensverhütung in Abu Dhabi diskutierten jüdische Organisationen über Strafverfolgung, digitale Beweismittel und den Schutz von Betroffenen

 01.10.2026

Der Lehrer einer Kunstschule in Mumbai ehrt Smit Machchhar mit einem Bild

Der unbekannte Held

Schwer verletzt half der indische Pilot Smit Machchhar auf dem verhängnisvollen Flydubai-Flug, die Menschen an Bord vor dem Absturz zu retten

von Sabine Brandes  01.10.2026

Krieg

»Verzerrt, irreführend und unredlich«

Das israelische Militär hat in einer ausführlichen Erklärung auf die anonym erhobenen Vorwürfe des Films »NAZA« reagiert

 01.10.2026