Leipziger Buchmesse

Austausch über Deutschland und Israel

Das Verhältnis von Deutschland und Israel steht im Mittelpunkt der diesjährigen Leipziger Buchmesse vom 12. bis 15. März. Anlass ist die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Staaten vor 50 Jahren, wie Buchmessen-Direktor Oliver Zille am Donnerstag in Leipzig sagte.

Dennoch wolle die Buchmesse kein »Politikforum« sein, fügte er hinzu. Vielmehr sollten politische und gesellschaftliche Entwicklungen im Spiegel aktueller Literatur aus beiden Ländern beleuchtet werden.

Während der Messetage wollen den Angaben zufolge 40 Autoren aus Israel und Deutschland zu insgesamt 74 Lesungen und Diskussionen nach Leipzig reisen. Begleitend wird es unter anderem im Schauspiel Leipzig eine »Lange Nacht der deutsch-israelischen Literatur« geben. Das Zeitgeschichtliche Forum bereitet außerdem eine Veranstaltung über das Verhältnis der ehemaligen DDR und Israel vor.

Anthologie Leseproben aus Texten der im Rahmen des Messeschwerpunktes vorgestellten Werke können zudem seit Donnerstag als E-Book kostenlos heruntergeladen werden. Darunter ist auch ein Auszug der neu erschienenen deutsch-israelischen Anthologie Wir vergessen nicht, wir gehen tanzen, herausgegeben von Amichai Shalev und Norbert Kron.

Darin kommen eine Reihe von jungen Schriftstellern der »dritten Generation« nach dem Holocaust zu Wort. Einen persönlichen Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte wirft zudem Avi Primor in seiner kürzlich veröffentlichten Autobiografie Nichts ist vollendet.

Genau einen Monat vor dem Start der Buchmesse wurde am Donnerstag auch das vollständige Programm des parallel stattfindenden Literaturfestes »Leipzig liest« veröffentlicht. An 410 Orten stellen rund 3000 Mitwirkende ihre jüngsten Werke vor. Schwerpunkt ist dort neben den deutsch-israelischen Beziehungen das 25. Jubiläum der deutschen Einheit.

Zahlreiche neue Bücher werfen einen Blick auf die Ereignisse der friedlichen Revolution, auch das Museum in der Runden Ecke und die Außenstelle des Beauftragten für die Stasi-Unterlagen beteiligen sich mit Diskussionsrunden zum DDR-Überwachungsstaat.

Comicszene
Auf der Buchmesse selbst werden rund 2000 Aussteller erwartet, im vergangenen Jahr zählten die Veranstalter rund 237.000 Besucher in der ganzen Stadt und 175.000 auf dem Messegelände. Seit 2014 ist dort eine eigene Halle für die Manga-Comic-Convention reserviert. Schwerpunkt ist auch hier die israelische Comic-Szene.

Ein eigenes Forum bietet die Buchmesse in diesem Jahr erstmals den Konzern-unabhängigen Verlagen. Das Projekt »Die Unabhängigen« wurde gemeinsam mit der Kurt-Wolff-Stiftung ins Leben gerufen, die auf der Buchmesse auch ihren mit 26.000 Euro dotierten Kurt-Wolff-Preis an den Berenberg Verlag aus Berlin verleihen wird.

Zu den weiteren Auszeichnungen, die im Rahmen der Buchmesse vergeben werden, zählt unter anderem der Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, der in diesem Jahr an den Züricher Journalisten Manfred Papst geht.

Der rumänische Autor Mircea Cartarescu wird zudem mit dem mit 15.000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet. Noch nicht fest stehen die diesjährigen Träger des mit insgesamt 60.000 Euro dotierten Preises der Leipziger Buchmesse, er wird in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben.

www.leipziger-buchmesse.de

USA-Besuch

Netanjahu reist zu Gesprächen mit Trump nach Washington – Abflug verzögert sich

Der israelische Regierungschef soll gegenüber seinen Ministern erklärt haben, die US-Regierung wolle einen Abzug Israels Truppen aus dem Libanon, Syrien und Gaza. »Ich werde Nein sagen«, so der Ministerpräsident

 27.07.2026

Aufruf

Zwei Moscheen im Westjordanland angezündet – Siedler sprühen Parolen auf Moschee

In der Westbank ist es zu einer Serie mutmaßlicher Angriffe radikaler Siedler gekommen. Unterdessen forderten zahlreiche frühere Vertreter von Armee und Geheimdiensten Trump auf, gegenüber Netanjahu das Thema anzusprechen

 27.07.2026

Jerusalem

Netanjahu wirft Mamdani Hetze gegen Juden vor

Die Äußerungen des New Yorker Bürgermeisters über Israel schürten Hass, spalteten die Stadt spalten und trügen dazu bei, dass sich viele jüdische Einwohner nicht mehr sicher fühlten

 27.07.2026

Meinung

Bringt Israel die Vereinten Nationen zu Fall?

Die obsessive Fixierung der UN auf den jüdischen Staat steht im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Werten. Diese Heuchelei wird der Staatengemeinschaft irgendwann noch zum Verhängnis werden

von Daniel Neumann  26.07.2026

Meinung

Wo ist der Geist von Sarajevo?

Auch in Deutschland rufen Vertreter der bosnischen Diaspora zunehmend nach harten Sanktionen gegen Israel und scheuen den Dialog mit den jüdischen Gemeinden hier. Das war schon einmal anders

von Marc Simon  24.07.2026

Tel Aviv

Deutschlands neuer Botschafter in Israel stellt sich auf Instagram vor

Alexander Graf Lambsdorff übernimmt die deutsche Vertretung in Israel. In einer Videobotschaft betont der frühere Moskau-Botschafter die enge Zusammenarbeit beider Nationen

 24.07.2026

Wissenschaft

Israelische Forscher entdecken einzigartiges Immunsystem bei Seeanemonen

Die beteiligten Wissenschaftler hoffen, dass ihre Ergebnisse langfristig zum Schutz von Korallenriffen beitragen könnten

 24.07.2026

Jerusalem

Likud-Abgeordneter verärgert Netanjahu mit behauptetem Angriff auf Iran

Das Likud-Mitglied Moshe Saada sagte in einem Interview: »Jeder weiß, dass wir kurz vor einem Angriff auf den Iran stehen – vielleicht sogar schon an diesem Wochenende.«

 24.07.2026

Meinung

Wenn der »Spiegel« mit der Hamas kuschelt

Die Hamas verkündet, einen Nachfolger für Yahya Sinwar gefunden zu haben. Für das große deutsche Nachrichtenmagazin Grund, eine Runde Sympathie und Mitgefühl zu spendieren

von Sophie Albers Ben Chamo  23.07.2026