Israel

Ausschreitungen in Jerusalem

Nach dem Angriff auf eine Tankstelle in Ost-Jerusalem Foto: Flash 90

Gewalttätige Demonstranten randalierten am Sonntagabend in Ost-Jerusalem, warfen Steine und Brandbomben auf vorbeifahrende Autos, die Straßenbahn und eine Tankstelle. Es gab zwei Verletzte. Nach dem Tod eines arabischen Teenagers hatten junge Palästinenser in dem Viertel Wadi Al-Joz, das an die Altstadt grenzt, protestiert. Muhammad Sunuqrut war an den Folgen einer Verletzung gestorben, die er sich bei einer anderen Demonstration zugezogen hatte.

Der 16-Jährige war in der Woche zuvor bei Ausschreitungen von einem Gummigeschoss der israelischen Polizei getroffen worden. Später wurde er im Hadassah-Krankenhaus behandelt, wo er am 7. September seinen Verletzungen erlag. Seine Familie erklärte, Muhammad sei von der Anti-Ausschreitungseinheit am Kopf getroffen worden.

untersuchung Die Sicherheitskräfte jedoch betonen, dass das Geschoss den Jugendlichen am Bein verletzt und er sich den Kopf erst angeschlagen hatte, als er vor der Polizei weggelaufen und dabei gestürzt war. Die Leiche ist zur Untersuchung der Umstände ins forensische Institut nach Tel Aviv überführt worden.

Bei dem Angriff der Protestierenden auf die Tankstelle wurde niemand verletzt, die Einrichtung mit dem angrenzenden Ladenlokal durch Molotowcocktails jedoch stark beschädigt. Zwei Fahrer wurden zudem in den östlichen Vierteln Issawija und A-Tur von Steinewerfern leicht verletzt.

koexistenz
Die Straßenbahn mit dem Namen »Light Rail« wird eigentlich als Symbol der Koexistenz in der geteilten Stadt gefeiert, da sie durch arabische und jüdische Viertel fährt. Doch durch Vandalismus werden die Waggons, wie auch jetzt wieder, regelmäßig beschädigt. Ein Drittel aller Wagen ist mittlerweile außer Betrieb.

Bürgermeister Nir Barkat verurteilte die Randalierer scharf und forderte harte Strafen gegen diese Art von Gewalt. Doch nach Angaben im israelischen Armeeradio wurde bislang niemand festgenommen.

Seit dem Beginn des Gaza-Krieges am 8. Juli gibt es beinahe jede Nacht Proteste, die auch in den meisten Fällen schnell gewalttätig werden, wie die Polizei angibt. Die mehrstündigen Auseinandersetzungen vom Sonntag waren die heftigsten in Jerusalem seit der Ermordung des jungen Mohammed Abu Khedir durch jüdische Extremisten im Juni.

Israel

Knessetwahl: Soldaten können bereits abstimmen

In weniger als einer Woche wählt Israel ein neues Parlament. Bereits jetzt dürfen Soldaten die Wahlkabinen betreten - diese werden ihnen bis in den Libanon und nach Syrien gebracht

 21.10.2026

New York/Gaza

Frühere Lehrerin aus Gaza warnt vor Judenhass an UNRWA-Schulen

Die Pädagogin sagt, die ideologische Indoktrinierung palästinensischer Kinder könne den Nährboden für ein weiteres Massaker wie das vom 7. Oktober 2023 schaffen

 21.10.2026

Jerusalem

Netanjahu hält an Sturz des Teheraner Regimes fest

»Ich bin entschlossen, die Aufgabe zu Ende zu bringen«, sagt der israelische Regierungschef

 21.10.2026

Gaza

Israel tötet Hamas-Terroristen, der Shani Louk verschleppte

Tamer Mohammad Ibrahim al-Sabbagh war das letzte lebende Mitglied der Hamas-Zelle, die am 7. Oktober 2023 die deutsch-israelische Geisel entführte

 21.10.2026

Sicherheit

Nach Ausschreitungen: Israel rechnet mit vermehrter Einwanderung von Juden aus Frankreich

Die Hintergründe

 21.10.2026

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026