Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Bedroht
Eine Welle nationalistisch motivierter Gewalt erschüttert dieser Tage das Land. Bei verschiedenen Zwischenfällen in Jerusalem, Tel Aviv, Nazareth und am See Genezareth wurden arabische Bürger von jungen jüdischen Israelis bedroht, beschimpft, bespuckt und geschlagen. Darunter waren zwei Lehrerinnen, eine jüdische und eine arabische, die in ihrem Auto mit Steinen beworfen wurden. Einen arabischen Angestellter der Tel Aviver Stadtverwaltung schlugen junge Männer krankenhausreif. Polizeichef Jochanan Danino bezeichnet die Geschehnisse als »widerliches und kriminelles Phänomen«. Er instruierte seine Untergebenen, diese Fälle mit oberster Priorität zu behandeln, und betonte, dass die Schuldigen »die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen« würden.

Befestigt
Nachdem die syrischen Rebellen damit gedroht hatten, die Golanhöhen zurückzuerobern, hat die israelische Armee begonnen, die Grenze zum Nachbarland zu verstärken. Derzeit wird an einem Zaun gebaut, der das Gebiet zusätzlich sichern soll. Eine erhöhte Anzahl von Soldaten schützt die Arbeiter vor Angriffen aus Syrien. Rebellen hatten sich bereits mehrmals der Grenze zu Israel genähert. Die Armee hat zudem damit begonnen, neue Systeme zu installieren, die mit einem speziellen Material ausgerüstet sind, das bei der geringsten Berührung einen Alarm auslöst. Unter den im Golan stationierten Einheiten befinden sich viele Elitetruppen, darunter die der Oketz-Einheit, die nun regelmäßig mit ihren Hunden patrouilliert.

Bewässert
Der dreckigste Fluss des Landes soll weg von seinem Schmuddel-Image. Für mehr als 44 Millionen Euro soll der Kischon rehabilitiert werden. Die kanadische Firma EnGlobe hat die Ausschreibung gewonnen und wird schon bald mit den Arbeiten beginnen. Zunächst soll dabei die verseuchte Erde aus dem Flussbett entfernt und in einem speziellen biologischen Prozess gereinigt werden. Umweltminister Gilad Erdan erklärte die Kischon-Rettung zu einem historischen Projekt. »Die Bevölkerung wird ihren Fluss wiederbekommen.« Schon in zwei Jahren soll das Naturschutzprojekt abgeschlossen sein. Die Kosten werden sich die Verursacher, die Stadtverwaltungen und der Staat teilen.

Beerbt
Dass sie »unzüchtige Mode« herstellte, scheint jetzt, nach ihrem Ableben, nicht mehr zu stören. Das Chabad-Zentrum verlangt vom Erbe der verstorbenen Gottex-Gründerin Lea Gottlieb einen Anteil von zehn Prozent. Nach Schätzungen von Wirtschaftsexperten umfasst das Vermögen der Bademodenherstellerin mehrere Dutzend Millionen Schekel. Gottlieb, die im November im Alter von 94 Jahren verstorben war, hatte in ihrem Testament der religiösen Einrichtung zunächst angeblich einen Teil ihres Vermögens vermacht, dies dann aber in einer zweiten Version geändert, erklären die offiziellen Erben. Chabad will das so aber nicht hinnehmen und zieht nun vor Gericht. Bis zu einer Entscheidung darf der Letzte Wille der Badeanzug-Königin nicht vollstreckt werden.

Bewohnt
Mehr als 16.000 Menschen sind im vergangenen Jahr ins Heilige Land gezogen, wie das Zentrale Statistikbüro jetzt angab. 20 Prozent kamen aus der ehemaligen Sowjetunion, 15 Prozent aus Äthiopien und fast genauso viele aus den USA. Bevorzugter Wohnort in Israel für die Olim Chadaschim ist Jerusalem, gefolgt von Haifa, Netanja und Tel Aviv. In den letzten Jahren ist die Zahl der Alija-Willigen konstant geblieben. Professor Sergio Della Pergola von der Hebräischen Universität kennt den Grund: »Die meisten Juden leben heute in westlichen Demokratien. Da gibt es wenig Grund zu emigrieren.« Zwar würden wirtschaftliche Krisen und Antisemitismus die Zahlen etwas erhöhen, jedoch nicht in extremen Ausmaßen.

Besprüht
Noch immer gelangen Schwärme von Heuschrecken von Ägypten nach Israel. Die meisten bleiben zwar in der kargen Wüstengegend im Süden, wo sie kaum Schaden anrichten können, doch einige verschlug es auch in die fruchtbaren Gegenden der Landesmitte. Vereinzelte Schädlinge wurden sogar in Netanja, etwa 30 Minuten nördlich von Tel Aviv, gesehen. Das Landwirtschaftsministerium hatte bereits in der vergangenen Woche damit begonnen, die Plage mit Insektengift zu besprühen, und wird dies auch weiterhin tun. Obwohl sich die Sprühaktion als effektiv erwiesen hat, gibt es Befürchtungen, vor allem von Umweltverbänden, dass die Pestizide Schaden in der Fauna der Region anrichten.

Beflügelt
Lee Korzits holte am 8. März ihre vierte Goldmedaille für Israel. Die Windsurferin hat bei den RS:X-Weltmeisterschaften in Brasilien aufs oberste Treppchen steigen dürfen, noch bevor die letzten Rennen abgehalten wurden. So klar war ihr Vorsprung. Es ist Korzits’ drittes Gold in Folge. »Dieser Wettkampf ist der süßeste von allen«, schrieb die Athletin auf ihrer Facebook-Seite. »Ich bin so voller Liebe, und das schlägt alles. Ich bin eine echte Weltmeisterin, denn ich habe mich über meine eigenen mentalen Blockierungen hinweggesetzt und gezeigt, dass ich gewinnen kann – mit oder ohne Wind.« Ihre Mitstreiterin Maayan Davidovitch konnte mit der Bronzemedaille ebenfalls einen riesigen Erfolg für sich verbuchen. Kulturministerin Limor Livnat war begeistert: »Das ist das ultimative Geschenk für den Frauensport am internationalen Frauentag.«

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