Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Barely legal: mittelschlankes Model Foto: Flash 90

Aufgerechnet
Kein Ende der schlechten Nachrichten. Ex-Außenminister Avigdor Lieberman muss nun auch noch für verpasste Plenumssitzungen zahlen. Das Ethikkomitee der Knesset zog dem Politiker vier Tage von seinem Gehalt ab. Nach Angaben des Komitees war er 22-mal nicht erschienen, vier Mal mehr als erlaubt. Knessetabgeordnete müssen ihr Fehlen stets begründen. Das hatte Lieberman zwar getan und angegeben, er habe nicht teilnehmen können, da er als höchster Diplomat im Ausland war. Doch das Komitee fand heraus, dass dies nur in der Hälfte der Fälle zutraf. Und da Lieberman bereits im vergangenen Jahr zu viele Fehlstunden hatte, entschied das Komitee nun, es nicht nur bei einer Warnung zu belassen, sondern ihm eine saftige Strafe aufzubrummen.

Aufbegehrt
Er gilt als einer der schönsten Küstenstreifen des Landes: der Palmachim-Strand zwischen Tel Aviv und Aschdod. Doch städtische Entwicklungsprojekte bedrohen das Naturgebiet. Nachdem sich bereits seit einigen Jahren Umweltschutzverbände für Palmachim einsetzen, äußern sich jetzt auch israelische Berühmtheiten. Dutzende von Sängern, Schauspielern und Medienleuten haben Videos veröffentlicht, in denen sie ihre Liebe zu Palmachim erklären. Auf Facebook starteten sie zudem die Kampagne »You Promised« (Du hast’s versprochen). Damit wollen sie kurz vor den Wahlen die Politiker an ihre Versprechen erinnern, Palmachim unberührt zu lassen. So sagte etwa Umweltminister Gilad Erdan: »Die israelischen Strände sind für alle da – nicht nur für Leute mit Geld.«

Aufgebaut
Zum Wochenbeginn hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinen Blick gen Syrien gerichtet und erklärt, er wolle die Grenze zum feindlich gesinnten Nachbarn verstärken. Damit solle Israel vor den »radikalen islamistischen Elementen« geschützt werden, die die Gegend übernommen hätten, so Netanjahu. Ähnlich der neuen Anlage an der Grenze zu Ägypten solle eine solide Mauer gebaut werden. Das syrische Regime sei extrem instabil, so der Premier, und man sorge sich um die chemischen Waffen in dessen Händen. »Die Armee ist von der Grenze abgezogen, und stattdessen haben sich die globalen Dschihadisten von Al-Qaida dort eingefunden.«

Aufgezehrt
»Zu dünn ist nicht länger in«, heißt es jetzt in der israelischen Modewelt. Seit 1. Januar ist ein neues Gesetz in Kraft, welches untergewichtige Models aus dem Geschäft verbannt. In der Werbung dürfen diese extrem dünnen Frauen mit sofortiger Wirkung nicht mehr gezeigt werden. Auf die Plakate kommt nur noch, wer einen Body Mass Index (BMI) von mindestens 18,5 hat. Die immer häufiger auftretenden Essstörungen bei Mädchen hatten den Gesetzgeber auf den Plan gerufen. Etwa 125.000 junge Frauen würden unter Magersucht leiden, gibt das Gesundheitsministerium an. Frauenverbände schätzen die Zahl eher auf eine halbe Million. Modebilder, die digital verändert sind, müssen außerdem ab sofort entsprechend markiert werden.

Aufgegeben
Keine Flügel mehr. Red Bull stellt seine Marketing-Aktivitäten im Heiligen Land ein. Grund für den Rückzug des österreichischen Energiedrink-Herstellers ist ein schwindender Marktanteil. Von 80 Prozent ist er im vergangenen Jahr auf magere sechs gefallen. Die heimischen Wettbewerber XL und BLU hätten den Markt fast komplett übernommen. 15 Angestellte der Red Bull GmbH in Israel sind entlassen worden, die Kooperation mit der Weinkellerei Binjamina ist aufgekündigt. Man sei somit nicht mehr bereit, Millionen an Werbekosten auszugeben, so die Firmenleitung. Wer sich das zuckersüße Getränk dennoch schmecken lassen möchte, muss direkt in Österreich bestellen. Allerdings mindestens einen ganzen Container voll.

Aufgezählt
Mehr als die Hälfte aller Israelis, 52 Prozent, würden lieber keinen Menschen mit geistiger Behinderung treffen. 40 Prozent der Befragten gaben zudem an, sie würden nur ungern neben einem wohnen. Die Umfrage wurde von AKIM in Auftrag gegeben, der nationalen Organisation für Menschen mit geistigen Behinderungen, und von der Tel Aviver Universität durchgeführt. Ein Viertel der Israelis möchte nicht mit geistig Behinderten zusammen arbeiten oder von ihnen einen Kaffee serviert bekommen. Fast ein Drittel meint, diese Menschen sollten von der Allgemeinbevölkerung getrennt leben und nicht wählen dürfen. Doch die Menschen dürfen ihre Stimme in Israel sehr wohl abgeben und bekommen sogar Hilfestellung an den Urnen.

Aufgehört
Keine Affen für Experimente mehr: Die Affenzuchtfarm Mazor wird innerhalb von zwei Jahren ihren Betrieb einstellen. Umweltminister Gilad Erdan hatte durchgesetzt, dass Tiere, die in der Wildnis geboren sind, nicht mehr zu Experimentierzwecken exportiert werden dürfen. Allerdings soll es weiterhin erlaubt sein, Affen innerhalb des Landes zu verkaufen und solche Tiere ins Ausland zu schicken, die in Gefangenschaft geboren wurden. Dennoch wird erwartet, dass die Farm ihre Pforten binnen 24 Monaten schließt, da sich das Geschäft nicht mehr lohnen wird. Israelische Forschungseinrichtungen verwenden im Durchschnitt mehrere Dutzend Affen pro Jahr. »Die Gründe für diesen Entschluss sind moralischer, ideologischer und pädagogischer Natur«, so der Minister.

Pessach

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Corona-Krise

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