Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Streikende Krankenschwestern Foto: Flash 90

Besucht
Auch im Heiligen Land weihnachtet es. Zumindest in Bethlehem, Jerusalem, Nazareth und Haifa, wo größere christliche Gemeinden leben. Tourismusminister Stas Misezhnikov hält in diesem Jahr den traditionellen vorweihnachtlichen Empfang für die religiösen Führer der Gemeinden und Kirchen. Der Minister schickt festliche Grüße an die Christen im Land und lädt Menschen aus aller Welt ein, Israel gerade jetzt zu besuchen. Etwa 75.000 Touristen werden zu den Feierlichkeiten erwartet, rund ein Drittel von ihnen sind christliche Pilger. Um ihnen die Tage so angenehm wie möglich zu gestalten, setzt das Ministerium kostenlose Busse zwischen Jerusalem und Bethlehem ein.

Beschlossen
Der Staat muss mit einer Alternativlösung zum »Schutzwall« aufwarten. Das hat der Oberste Gerichtshof in der vergangenen Woche entschieden. Die Mauer, die das palästinensische Gebiet vom israelischen Kernland trennt, darf in der Gegend des Ortes Battir nicht erweitert werden, weil sie antike landwirtschaftliche Terrassen zerstören würde. Geklagt hatten die israelische Umweltorganisation FOEME sowie Dorfbewohner aus Battir. Ihnen gehören rund 300 Hektar Land auf israelischer Seite. Die Kläger argumentierten, dass die Bauern wegen der Mauer ihre Felder nicht mehr bestellen könnten und damit eine historische Vereinbarung zunichtegemacht würde.

Beschrieben
Sie teilen den Schmerz mit dem amerikanischen Volk. Nach dem Massaker in der Grundschule in Connecticut haben Premierminister Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Schimon Peres US-Präsident Barack Obama ihr Beileid ausgesprochen. Netanjahu schrieb einen Brief und sandte zudem eine Nachricht über den Videokanal You-Tube. »Ich bin schockiert und entsetzt über das grausame Massaker an unschuldigen Kindern und Erwachsenen. Wir in Israel haben ähnliche Gräueltaten erlebt und kennen das Leid, das sie bringen.« Peres fügte hinzu, dass es keinen größeren Schmerz gebe als den von Eltern, die ihr Kind verlieren, und kein Verbrechen schlimmer sei als der feige Mord an Kindern.

Bestreikt
Seit mehr als zwei Wochen streiken Israels Krankenschwestern. Ein Treffen zwischen Vertretern ihrer Zunft und dem Finanzministerium verlief ergebnislos. Nachdem ein Gericht den Antrag des Ministeriums abgewiesen hatte, die Krankenschwestern zurück an den Arbeitsplatz zu zwingen, scheint ein Ende des Disputs in weiter Ferne. Das medizinische Personal verlangt höhere Löhne und eine Aufstockung des Budgets, um neue Kräfte einstellen zu können. Es gebe keinen Lösungsvorschlag für den Mangel an Krankenschwestern, so deren Vertreterin Ilana Cohen.

Bedroht
Das Jahr 2012 bringt einen traurigen Rekord bei der Gewalt gegen Flüchtlinge und Asylsuchende in Israel. Der jährliche Bericht der Gesellschaft für Bürgerrechte nennt vor allem Aufwiegelung zum Hass und gewalttätige Übergriffe gegen Menschen aus afrikanischen Ländern. Es gab Molotow-Cocktails, die in Häuser, Läden und Kindergärten geworfen wurden, Drohungen und Attacken gegen Menschen sowie gewalttätige Demonstrationen in verschiedenen Städten. Seit 2012 existiert in Israel ein neues Gesetz, das besagt, dass illegale Einwanderer aus Afrika zu Gefängnis bis zu drei Jahren verurteilt werden können – ohne eine Straftat begangen zu haben.

Bedauert
Die Vereinbarung zum »offenen Himmel« wird offenbar auf die lange Bank geschoben. Hoteliers und ausländische Fluglinien bedauern, dass das Abkommen zwischen Israel und der EU noch nicht unterzeichnet ist, was eigentlich in der letzten Woche hätte geschehen sollen. Europäische Fluggesellschaften hätten damit unbeschränktes Landerecht in Israel. Doch Transportminister Yisrael Katz hatte einen Rückzieher gemacht. Man wolle die bevorstehenden Knessetwahlen abwarten, um endgültig darüber zu entscheiden, hieß es. Mit dem »offenen Himmel« würden Reisende zukünftig viel weniger für ihre Flugtickets von und nach Israel zahlen. Heimische Tourismusanbieter erhoffen sich dadurch eine größere Zahl an ausländischen Gästen.

Betrachtet
Die israelische Altertumsbehörde und Google Israel feiern eine neue gemeinsame Website. Tausende von Fotografien der Qumran-Rollen sind neuerdings auf www.deadseascrolls.org.il in außergewöhnlicher Qualität zu sehen. Zum ersten Mal sind Bilder der bedeutendsten biblischen Manuskripte derart hochwertig aufbereitet. Unter den 2000 Jahre alten Dokumenten befinden sich die Zehn Gebote, Kapitel eins der Genesis, Psalmen und anderes mehr. Google bietet dazu eine umfassende Suche an. Die Website ist in den vergangenen zwei Jahren entwickelt worden und wird die bedeutendsten archäologischen Funde des 20. Jahrhunderts für Gelehrte und Interessierte zugänglich machen.

Kommentar

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