Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Widersprüchlich: Kim Kardashian Foto: dpa

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Versprochen, versagt, verständigt

von Sabine Brandes  20.11.2012 07:40 Uhr

Versprochen
Die Westmauer ist das höchste Heiligtum des Judentums. Ein passender Ort, um für die Sicherheit der israelischen Soldaten zu beten. Tausende Menschen trafen sich Anfang der Woche an der Open-Air-Synagoge in Jerusalem, um einem Gottesdienst des sefardischen Oberrabbiners Schlomo Amar beizuwohnen. Er bestand vornehmlich aus Slichot und speziellen Fürbitten für den Schutz der kämpfenden Truppen während der Militäroperation »Säule der Verteidigung«. Andere geistliche Oberhäupter, darunter Schmuel Rabinovitch, Rabbi der Westmauer, hatten sich den Gebeten angeschlossen. Amar forderte das jüdische Volk auf, mehr Tora zu studieren, weniger mit den Mitmenschen zu streiten und den Schabbat zu heiligen – vor allem in Zeiten des Krieges.

Verfehlt
Die israelische Armee untersucht den Angriff auf ein Haus in Gaza, bei dem während eines Luftangriffes mindestens neun Zivilisten getötet worden waren. Nach dem Raketenbeschuss in einer Wohngegend der Stadt fiel das getroffene Haus zusammen. Die Toten gehören fast alle zu derselben palästinensischen Familie. Vier Kinder sollen darunter sein. Die Luftwaffe hatte bei der Aktion einen ranghohen Hamasangehörigen ins Visier genommen. Ob der bei dem Anschlag ebenfalls ums Leben kam, ist noch unklar. Israels Vizepremier Mosche Yaalon betonte, dass zivile Opfer bedauerlich, jedoch unvermeidlich seien. »Man kann so etwas nicht vermeiden, wenn die Hamas ihre Raketen in dicht bevölkerten Gegenden stationiert, etwa in Moscheen, Schulen und Vorgärten von Häusern.«

Versagt
Drei Israelis waren am vergangenen Donnerstag bei einem direkten Einschlag auf die Kleinstadt Kiryat Malachi von einer palästinensischen Rakete getötet worden. Jetzt wird vermutet, dass das Abwehrsystem »Eiserne Kuppel« nicht korrekt funktionierte. Israelische Medien berichteten, dass das System für etwa 30 Minuten nicht funktionsfähig gewesen sei. Genau in dieser halben Stunde seien die tödlichen Raketen aus Gaza abgefeuert worden. Ein Sicherheitsexperte erklärte, dass jede Fehlfunktion dem Bedienteam gemeldet werde, welches dann die nötigen Schritte einleite. Der Mann betonte auch, dass nichts hundertprozentig perfekt sei. »Kein einziges System kann eine totale Sicherheit gewährleisten.«

Verschrieben
Dass Kim Kardashian wirklich etwas zu sagen hat, hätte man nicht unbedingt vermutet. Doch nun hat sich das Reality-TV-Sternchen politisch geäußert. Und erntete prompt Schelte. Kardashian hatte zunächst auf Twitter gepostet: »Ich bete für jedermann in Israel.« Kurz darauf schickte sie ihre Fürbitten per sozialem Netzwerk schon »zu allen Menschen in Palästina und der Welt«. Kardashian musste anschließend von ihren Anhängern herbe Kritik einstecken. Auch das bedachte sie mit einem Tweet: »Ich habe mich entschlossen, diese Einträge zu entfernen, weil manche Menschen dadurch verletzt wurden. Das tut mir leid.« Sie hätte sich wohl besser erklären müssen, fügte sie hinzu. »Es gibt zahllose unschuldige Menschen, egal welcher Religion und politischer Überzeugung, die es sich nicht ausgesucht haben, in dieser Situation zu sein.«

VERSTÄNDIGT
Gewöhnlich sind Israelis nicht unbedingt immer einer Meinung. In Sachen Gazakrieg aber ist die Stimmung fast einhellig. In einer Umfrage des Dialog-Instituts erklärten jetzt 84 Prozent ihre Zustimmung zur »Säule der Verteidigung«. Nur zwölf Prozent sind auch nach Wochen der intensiven Attacken extremistischer Palästinenser auf den Süden und das Zentrum des Landes gegen einen Angriff auf Gaza. Das Ergebnis bezieht die Befragung von jüdischen wie arabischen Israelis gleichermaßen ein. Bei den jüdischen Bewohnern liegt die Zustimmung sogar bei etwas mehr als 90 Prozent. Allerdings soll der Umfrage zufolge lediglich weniger als ein Drittel der Bevölkerung für eine Bodenoffensive im Palästinensergebiet sein.

Verschlossen
Es ist eine der größten Ansiedlungen in Israel. Doch momentan wirkt Beer Sheva wie eine Geisterstadt. Keine Schule, keine Uni. Letztere ist die wichtigste Einrichtung in der Wüstenmetropole mit fast 20.000 Studenten und Angestellten. Seit vergangenem Mittwoch aber ist die Hochschule geschlossen. Der Grund sind die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen, die jedes Studieren unmöglich machen. Seit vor vier Jahren zum ersten Mal Geschosse auf die Stadt mit ihren mehr als 200.000 Einwohnern fielen, gibt es »eine reale Gefahr«, wie Universitätspräsidentin Riwka Carmi erklärt. Es müsse endlich eine Lösung geben, drängt sie. »Denn mit so einer Routine kann keine ernsthafte Lehreinrichtung leben.« Ebenfalls keinen Alltag gibt es seit Tagen für 40.000 Schulkinder. Auch für sie fällt der Unterricht wegen der Raketen aus.

Verbellt
Lassie wäre neidisch gewesen. Der Hund Louisa sorgte dafür, dass sein Besitzer glimpflich davonkam, als in der 130.000-Einwohner-Stadt Aschkelon am Sonntag wieder einmal Raketenalarm herrschte. Alex Leibowitz war an diesem Tag krank und daher im Bett geblieben, während seine Frau Olga zur Arbeit ging. Als die Alarmsirene aufheulte, begann der Mischlingshund ein pausenloses Gebell. Leibowitz hörte daher die Sirene nicht und blieb liegen. Das war sein Glück: Wäre er die Treppe hinunter in den Schutzraum gegangen, hätte ihn wahrscheinlich die Grad-Rakete getroffen, die in den Hauseingang einschlug und den Korridor völlig zerstörte. Louisa bekommt jetzt sicher einen Ehrenplatz auf dem Familiensofa.

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