Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

In Tel Aviv leben viele attraktive Menschen. Foto: Flash 90

Verbaut
Die Mauer im Süden des Landes ist noch nicht fertig, die im Norden dafür schon. Ein sieben Meter hoher Betonwall ist im Grenzgebiet zwischen dem Libanon und Israel errichtet worden. Er soll in erster Linie die Kleinstadt Metulla schützen, die früher des Öfteren von Raketen und Scharfschützen ins Visier genommen worden war. Die Mauer ist 1.200 Meter lang und war in nur gut vier Wochen errichtet worden.

Verteuert
Bücher auf dem Grabbeltisch sind in Israel in den vergangenen Monaten immer häufiger zu sehen gewesen. Vier druckfrische Novellen für 20 Euro und sogar weniger gab es vielerorts. Die Literaten liefen Sturm gegen den Preisverfall und wandten sich an die Knesset. Nun brachte Bildungsministerin Limor Livnat einen Gesetzesentwurf ein, der Dumpingpreise von Büchern verbietet. Die Regierung befürwortet die neue Regelung, deren Zweck es sei, die »Einkommen der Schriftsteller zu schützen«, heißt es in Jerusalem. Künftig dürften die Preise von gerade herausgegebenen Druckwerken 18 Monate lang nicht herabgesetzt werden.

Verklagt
Es geht um Millionen: Die Technische Universität in Haifa will Geld von Microsoft. Angeblich benutzt der IT-Gigant eine Online-Marketing-Software, die von einem Professor des Institutes entwickelt wurde. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Technion (TRDF) verklagte Microsoft nun auf 25 Millionen Schekel, umgerechnet etwa fünf Millionen Euro. TRDF erklärte, dass Microsoft weder die Rechte besitze noch Geld für die Nutzung zahle. Angeblich habe das Unternehmen vor vier Jahren bestimmte Rechte für eine Marketing-Software von der israelischen Firma YaData erworben. Allerdings war der Professor zu dieser Zeit beim Technion angestellt, daher sei die Uni Eigentümerin der Rechte.

Verschönert
Tel Aviv ist zu einem der Orte mit den schönsten Menschen weltweit gekürt worden. In der israelischen Metropole leben außergewöhnlich attraktive Menschen, meint Travelers Digest und platzierte die männlichen Tel Aviver auf Rang zehn, die weiblichen gar auf Platz sieben. »Tel Aviv ist einer der heißesten Plätze für Trendsetter aus der ganzen Welt geworden«, begründete das Magazin die Wahl.

Verflogen
Unbekanntes Flugobjekt im Heiligen Land? Hunderte von aufgeregten Israelis riefen in der vergangenen Woche bei der Polizei an, um über ihre Sichtungen am nächtlichen Himmel zu berichten. Sie erzählten von einem »gleißenden Licht« oder einem »fliegenden Körper«. Nach einer Weile habe sich das »Ding« aufgelöst, nur noch eine Art Wolke sei zu sehen gewesen. Nachdem neben den Israelis auch Bewohner des Libanon, Jordaniens, Zyperns und der Türkei von einem Ufo berichteten – und sogar Videos im Internet kursierten –, bestätigten russische Behörden einen Raketentest. Vermutlich sei die Rakete außer Kontrolle geraten, und nur die Überreste seien sichtbar gewesen, erklärte die Astronomische Vereinigung Israels.

Verhetzt
Unbekannte haben die Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geschändet. Mitarbeiter entdeckten am Montagmorgen zehn Graffiti. Im Eingangsbereich sowie am Mahnmal auf dem Warschauer-Ghetto-Platz waren Hassparolen in hebräischer Sprache zu lesen, darunter »Hitler, Danke für den Holocaust«, »Die Zionisten wollten den Holocaust« oder »Juden erwacht – das zionistische Regime ist gefährlich«. Eine Unterschrift lautete: »Das haredische Welt-Judentum«. Avner Shalev, Vorsitzender von Yad Vashem, erklärte, er sei schockiert und fassungslos angesichts dieses brennenden Hasses gegen Zionisten und den Zionismus: »Dies ist eine beunruhigende Handlung, die eine rote Linie überquert.« Nach Angaben von Polizeisprecher Mickey Rosenfeld ermitteln die Behörden in verschiedene Richtungen. Möglicherweise seien ultraorthodoxe jüdische Extremisten für die Schmierereien verantwortlich. Der Minister für innere Sicherheit, Yitzhak Aharonovitch, sprach von einem kriminellen Akt gegen eines der bedeutendsten Symbole des Staates.

Jerusalem

Netanjahu: Siedlergewalt geht von »150 jugendlichen Straftätern« aus

Der Ministerpräsident verurteilt Selbstjustiz im Westjordanland, betont aber auch, dass »99 Prozent« der Siedler gesetzestreue Bürger seien

 13.07.2026

Jerusalem

Knesset-Ausschuss billigt Gesetz zur Aussetzung von Einberufung für Haredim

Nach dem Gesetzentwurf würden zehntausende Haredim, die bereits als Wehrdienstverweigerer gelten, bis mindestens Ende November vor einer Festnahme geschützt

 13.07.2026

Gaza

Enthülltes Sinwar-Dokument: Hamas-Chef hielt israelischen Atomschlag für möglich

Der damalige Hamas-Anführer Yahya Sinwar rechnete bereits mehr als ein Jahr vor dem Terrorüberfall vom 7. Oktober 2023 mit einer extremen militärischen Reaktion Israels

 13.07.2026

Brüssel

EU: Außenminister beraten über mögliche Israel-Sanktionen

Bei ihrem letzten regulären Treffen vor der Sommerpause beraten die Außenminister der EU-Staaten über Strafmaßnahmen wegen Israels Siedlungspolitik. Zudem geht es auch um Russland und den Iran

 12.07.2026

Jerusalem

Wahl in Israel am 27. Oktober erwartet

Der Termin für die Wahl der Knesset steht Berichten zufolge fest

 12.07.2026

Justiz

Verfassungskrise und Anarchie?

Die Regierung ignoriert ein Urteil des Obersten Gerichtshofs

von Sabine Brandes  12.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  13.07.2026

Ramallah

Abbas kündigt Wahlen an

Der Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde legt den 28. November als Termin für die Neuwahl des Parlaments fest, 2027 soll auch über die Präsidentschaft neu abgestimmt werden.

 10.07.2026

Großbritannien

»Wir haben das nicht richtig gemacht«

Andy Burnham, designierter Nachfolger von Keir Starmer als Labour-Chef und Premierminister, kündigt eine Kurskorrektur in der britischen Nahostpolitik an

von Michael Thaidigsmann  10.07.2026