Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Sorgt für Quote: Kathleen Reiter Foto: Flash 90

Gestraft
Für seinen Aufruf zum Widerstand muss er eine Woche in Einzelhaft. Der einstige Anführer der palästinensischen Fatah‐Bewegung, Marwan Barghuti, wurde wegen der Planung mehrerer Terroranschläge in Israel zu fünfmal lebenslänglich verurteilt. In der vergangenen Woche schaffte er es, einen Brief aus dem Hadarim‐Gefängnis zu schmuggeln, in dem er zum »großflächigen Widerstand der palästinensischen Bevölkerung gegen die Besatzung« aufruft. Die Autonomiebehörde in Ramallah hatte er aufgefordert, jegliche Kooperation mit Israel sofort zu stoppen. Das bezahlt der im Westjordanland noch immer populäre Barghuti nun mit Isolation und einem Monat Besuchsverbot. Sein Anwalt erklärte, er habe zu keiner Intifada, sondern lediglich zu gewaltlosem Widerstand aufgerufen.

Gebremst
Bevor die Benzinpreise die Schmerzgrenze von acht Schekel pro Liter (etwa 1,70 Euro) geknackt hätten, zog Premier Benjamin Netanjahu noch einmal die Notbremse und senkte die Steuer auf den Sprit. Die Entscheidung gilt jedoch lediglich für einen Monat. Und danach, das wissen alle, werden die Preise in die Höhe schnellen. Finanzminister Yuval Steinitz machte bereits unmissverständlich klar, dass die hohen Verteidigungskosten – der Kauf weiterer Raketenabwehrsysteme und eine eventuelle Auseinandersetzung mit dem Iran –, gedeckt werden müssten. Zuvor hatten schon die Wasser‐ und Energiebehörden eine Erhöhung der Preise um fünf Prozent angedroht. Anführer der sozialen Proteste kündigten ein Wiederaufflammen der Demonstrationen an.

Geplant
Dieser Tage bevölkern sie wieder den Himmel. Die Störche, Kraniche und anderen Zugvögel, die im Frühjahr während ihrer Rückkehr in die europäische Heimat Israel überqueren. Zweimal im Jahr machen hier eine halbe Milliarde Vögel Rast. Das Kabinett stimmte jetzt dem Plan zu, ein Netz von Beobachtungs‐ und Forschungszentren in der Negevwüste und in Galiläa einzurichten. Die Kosten betragen um die 7,5 Millionen Euro. Vier neue Stationen sollen in Sde Boker, Ein Gedi, Lotan und Hatzewa errichtet, die bestehenden in Kfar Rupin, Maagan Michael und Eilat erneuert werden. Ziel ist es, den Tourismus zu fördern und die etwa 500 Vogelarten genauer zu studieren.

Gesungen
Vom Ulpan ins Fernsehstudio. Die erste Gewinnerin der Show »The Voice« ist eine 23‐Jährige, die erst wenige Wochen zuvor Alija gemacht hatte. Kathleen Reiter überzeugte Publikum und Jury der Gesangsshow mit ihrem Talent. Die gebürtige Kanadierin war Schützling der populären Mizrachi‐Sängerin Sarit Hadad. Die Premierenstaffel der Show erreichte außergewöhnliche Quoten: 30,4 Prozent, quer durch alle Schichten der israelischen Gesellschaft, schalteten ein. In der Reality‐Sendung geht es darum, dass vier prominente Musiker einen jungen Künstler unter ihre Fittiche nehmen und zum neuen Superstar aufbauen.

Gewonnen
Unerwarteter Erfolg. Der führende Genetiker der Ben‐Gurion‐Universität, Professor Ohad Birk, war zu Gast in der Sendung »Doha Debates« in Katar. Er sprach zum Thema »Heirat zwischen Cousins und Cousinen in der arabischen Gesellschaft«. Birk war als Experte eingeladen und als »israelischer Genetiker« vorgestellt worden. Zunächst habe er gezögert, in den Staat am Persischen Golf zu reisen, gab er zu. Doch nachdem er herzlichst begrüßt worden war, lösten sich seine Bedenken schnell in Luft auf. Birk brachte dem Publikum die menschlichen Leiden näher, die durch die eheliche Verbindung von nahen Verwandten entstehen. Am Ende gewann der Israeli mit seinen Argumenten – 80 Prozent stimmten dafür, diese Tradition zu unterbinden.

Geehrt
Der Künstler Frank Meisler ist mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Mit dem Orden, den Botschafter Andreas Michaelis in Tel Aviv an Meisler übergab, ehrt die Bundesrepublik seine Verdienste im deutsch‐jüdischen und deutsch‐israelischen Verhältnis. Michaelis betonte, Meisler habe mit seinem künstlerischen Werk in herausragender Weise dazu beigetragen, dass ein wichtiger und oftmals vernachlässigter Aspekt des Holocaust nicht in Vergessenheit gerate: die Kindertransporte, mit denen in den Jahren 1938 und 1939 etwa 10.000 Kinder nach Großbritannien entkommen konnten. Meisler selbst kam mit dem letzten der Transporte im August 1939 nach London. Seine Eltern wurden kurze Zeit später verhaftet und später ermordet.

Genascht
Israelis lieben Süßes. Kuchen oder Schokolade gehören zum Abschluss eines jeden guten Mahls. Jetzt wollen sie offenbar noch häufiger zugreifen. Der Schokoladenmarkt wird um weitere zehn Prozent wachsen, mutmaßen Experten. Dabei wurde in den vergangenen fünf Jahren bereits ein Anstieg um 40 Prozent verzeichnet. Heimische Firmen dürften dabei allerdings wenig vom Kuchen abbekommen, denn die Konsumenten sind verärgert über die immer noch zu hohen Preise der Marktführer Élite und Strauss. Schon jetzt ist in den Regalen immer mehr Lila zu sehen. Und zukünftig wird es noch mehr werden. Die Firma Kraft kündigte bereits an, mit weiteren Milka‐Produkten und anderem aus ihrem Sortiment den Israelis schmecken zu wollen.

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