Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

»Wir bleiben alle!«: Siedler in Migron Foto: Flash 90

Gedreht
Bat Yam steht im Zeichen Bollywoods. In dem Badeort südlich von Tel Aviv herrscht derzeit Indien‐Fieber. Seit einigen Wochen ist die Stadt Gastgeber für mehr als 40 Reality‐Stars, Produzenten und Regisseure aus dem Land am Ganges. Die mega‐erfolgreiche indische MTV‐Reality‐Show »Chat House« ist ursprünglich in Israel entwickelt worden. Regelmäßig schalten mehr als eine Million Menschen ein, wenn es darum geht, das Preisgeld von 10.000 Euro zu gewinnen. Anders als in gewöhnlichen Formaten geht es hier allerdings nicht ums Rauswerfen, sondern darum, so viele Freunde wie möglich zu gewinnen.

Gerettet
In den internationalen Medien werden sie meist als Orte der Schikane beschrieben. Und auch innerhalb Israels möchte sicher niemand mit den Palästinensern jenseits der Grenze tauschen. Manchmal aber sind die Grenzübergänge Schauplätze der Humanität: In der vergangenen Woche gelangte ein Palästinenser mit einer lebensbedrohlichen Lungen‐erkrankung an einen Armeeübergang im Jordantal. IDF‐Sanitäterin Maya Schina rettete dem Mann mit Erste‐Hilfe‐Maßnahmen das Leben. In einem anderen Fall wandte sich jemand mit einer Stichverletzung im Rücken an die Soldaten. Auch er wurde medizinisch versorgt. Laut Pressestelle der Armee geschehen derartige Fälle immer häufiger, »weil die Menschen wissen, dass wir ihnen helfen können«.

Gequetscht
Er ist klein – doch viele passen hinein. In weniger als viereinhalb Minuten quetschten sich 15 Israelis in einen Pkw der Marke Mini. Fenster und Türen mussten sie im Arm‐ und Beingewühl schließen können. Und sie konnten. Damit brachen die eher schlanken Zeitgenossen einen nationalen Rekord. Die Veranstalter des Gedrängels hoffen nun, ins Guinness‐Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. »Wir könnten ein wenig Stolz in unserem Land gebrauchen«, sagte einer der Teilnehmer, nachdem er seine Gliedmaßen ordentlich gestreckt hatte.

Gescheitert
Seit Tagen wird heiß diskutiert, jetzt bekam Premierminister Benjamin Netanjahu ein endgültiges »Nein«. Die Bewohner der illegalen Siedlung Migron im Westjordanland wollen ihre Behausungen nicht freiwillig verlassen. Die Regierung hatte vorgeschlagen, dass statt einer gewaltsamen Räumung durch die Armee die Siedler ihre Siebensachen selber packen. Als Kompromiss sollten die Familien israelisches Land in der Nähe bekommen. Migron ist auf privatem palästinensischen Boden errichtet, das Oberste Gericht hatte entschieden, dass bis Ende März geräumt werden muss. Die Siedler aber wollen davon nichts hören und fordern Jerusalem stattdessen auf, ihre Siedlung zu Staatsland zu erklären.

Gelungen
Überwältigt von der Zettelwirtschaft? Eine israelische Handy‐App schafft Abhilfe. Die »To do«-Applikation von »any.do« organisiert Dinge, die jeder tagein, tagaus zu erledigen hat, auf neue und kreative Weise. Das Online‐Magazin Techcrunch zeichnete den virtuellen Helfer der Entwickler Omer Perchik, Yoni Lindenfeld und Itay Kahana als beste Anwendung des Jahres 2011 aus. Mit ähnlichen Apps aus dieser Kategorie hat any.do die Basisfunktionen gemein, etwa das Hinzufügen von Dingen, Markieren sowie das Setzen von Prioritäten. Außergewöhnlich ist die Möglichkeit, Punkte per Spracheingabe aufzulisten. Wer von allem, was er zu tun hat, genervt ist, schüttelt sein Telefon einfach, dann ist alles wie von Zauberhand erledigt.

Gehetzt
Das geistliche Oberhaupt der Palästinenser, Mufti Mohammad Hussein, wird sich für seine Worte verantworten müssen. Israel will ihn wegen Aufstachelung vor Gericht stellen. In der vergangenen Woche zitierte der Mufti religiöse Texte, die zum Mord an Juden aufrufen. Auf einer Veranstaltung der Fatah‐Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas las er aus einer Rede des Propheten Mohammed vor, in der es heißt, »das Ende der diesseitigen Welt« werde nicht kommen, »solange nicht Muslime die Juden in einer religiösen Schlacht töten«. Der Mufti erklärte, seine Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu nannte das Vorkommnis »abscheulich«.

Gemünzt
Im Volksmund wird er liebevoll »Schnekel« genannt. Ein Wortspiel aus der israelischen Währung Schekel und dem hebräischen Wort für zwei, »schnei«. Doch der Zweier ist nicht nur in heimischen Portemonnaies beliebt. Gerade wurde die Münze zur schönsten der Welt gewählt. Eine Sonderprägung gelangte prompt auf Platz eins der attraktivsten Zahlungsmittel der Welt. Der jährliche Wettbewerb des Krause‐Verlages, der auf Münzen spezialisiert ist, kürte den Silberling aus dem Heiligen Land. Das Design – ein Motiv aus der biblischen Geschichte von Jona im Bauch des Walfischs – kreierten die Künstler Gideon Keich und Aharon Schewo.

Musik

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