Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Minirock – Schafe – Kinofilm

von Sabine Brandes  19.12.2016 18:44 Uhr

Zu knapp für die Knesset Foto: Thinkstock

Minirock – Schafe – Kinofilm

von Sabine Brandes  19.12.2016 18:44 Uhr

Erbe
Die Angestellten der King Solomon Hotels in Jerusalem und Tiberias hatten einen generösen Arbeitgeber. Der Eigentümer der Kette, Gilbert Luzon, der in diesem Jahr verstorben ist, hatte ihnen mehr als zwei Millionen Dollar hinterlassen. Jeder, der mindestens fünf Jahre bei ihm beschäftigt war, erhält 1000 Dollar vom Erbe – für jedes Jahr. Über Nacht ist so mancher Tellerwäscher an jede Menge Geld gekommen. Die Angestellten sind begeistert von der spendablen Ader Luzons, einige gaben sogar Fernsehinterviews. Allerdings hält sich die Familie bedeckt: »Das ist eine Privatangelegenheit zwischen uns und den Leuten, die für uns arbeiten«, heißt es in einer Erklärung.

Kino
In diesem Kino helfen die Besucher bei der Renovierung. Das »Lev Smadar« in der Jerusalemer German Colony ist von der Schließung bedroht, weil die Decke dringend ausgewechselt werden muss. Der Eigentümer jedoch will die Arbeiten in dem in die Jahre gekommenen Gebäude nicht mehr durchführen lassen. Also tragen die Kinobesucher jetzt dazu bei, dass alles wieder ins Lot kommt. Die Stadtverwaltung sagte zu, den Löwenanteil tragen zu wollen, sofern die Gäste finanziell mithelfen. Und so dauerte es lediglich 48 Stunden, bis 1000 Zehnerkarten für jeweils 300 Schekel über die Kinotheke gingen. »Wir haben schon mehrere Stürme überstanden, diesen schaffen wir auch«, sind sich die Fans des legendären Kinos sicher.

Worte
Erst will er das Wort abschaffen, dann benutzt er es selbst: Der Knessetabgeordnete Itzik Schmuli (Arbeitspartei) hat das Wort »behindert« verwendet, um den Zustand der israelischen Straßen zu beschreiben. »Die behinderte Infrastruktur hierzulande ist unglaublich. Ein paar Tropfen Regen, und ein Mann stirbt durch diesen unnötigen Zustand«, hatte Schmuli getwittert, nachdem ein Autofahrer nach heftigen Regengüssen ums Leben gekommen war. Erst im letzten Monat hatte er jedoch einen Gesetzesentwurf im Parlament eingebracht, der ebenjenen Ausdruck verbieten soll. Nachdem ihn Leser darauf aufmerksam machten, konterte Schmuli, dass er »behindert« nicht aus dem Alltagsgebrauch, sondern aus offiziellen Dokumenten verbannen wolle.

Kleider
Nachdem es in den vergangenen Wochen einige Male zu Streit am Eingang des Knessetgebäudes gekommen war, wird der Dresscode überarbeitet. Mehrere Angestellte waren wegen angeblich zu kurzer Röcke und Kleider an der Tür abgewiesen worden waren. Daraufhin demonstrierten am vergangenen Donnerstag Dutzende Frauen gegen die »übertrieben strengen Regeln«. Knessetsprecher Juli Edelstein versprach anschließend, die Angelegenheit zu überprüfen. Ein Kompromiss soll darauf hinwirken, dass die Parlamentarier ihre Angestellten anweisen, auf angemessene Kleidung zu achten, während gleichzeitig die Regeln gelockert werden. Diese verbieten Sandalen, Shorts, T‐Shirts sowie zu kurze Röcke oder Kleider in den Gebäuden der Knesset.

Begnadigung
Nun soll er doch begnadigt werden. Der ehemalige Staatspräsident und verurteilte Vergewaltiger Mosche Katsav wird vorzeitig aus der Haft entlassen. So hat es der Bewährungsausschuss beschlossen. Fünf von den sieben Jahren hat Katsav bereits abgesessen, zwei Gnadengesuche zuvor waren abgelehnt worden. Jetzt urteilten die Mitglieder des Ausschusses: »Es gibt keinen Zweifel, dass der Häftling einen Wandel vollzogen hat. Besonders im Vergleich zu den beiden Anhörungen zuvor.« Eines seiner Opfer verurteilte die Entscheidung mit den Worten: »Die israelische Gesellschaft ist an ihrem Tiefpunkt angekommen. Zur selben Zeit, da der General Ofek Buchris seine sexuellen Übergriffe zugab, ein Rabbiner wegen Vergewaltigung festgenommen wurde und der Knessetabgeordnete Nissan Slomiansky nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurücktrat, trifft der Bewährungsausschuss diese schreckliche Entscheidung.« Ihrer Meinung nach ist Katsavs Reue nicht echt. Die Staats‐anwaltschaft hat bereits angekündigt, Einspruch einzulegen.

Schafe
Die »biblischen Schafe« sollten ein ganz besonderes Geschenk an Israel sein. Gil und Jenna Lewinsky, moderne Schafhirten aus Kanada, haben sich zwei Jahre lang darum bemüht, ihre Tiere ins Heilige Land zu bringen, um eine Bildungs‐ und Touristenattraktion zu schaffen. Dort angekommen, droht ihr Traum in Regen und Matsch unterzugehen. Denn die Schafe sind krank und in einer schlecht ausgerüsteten Farm in der Wüste in Quarantäne. Eines der Schafe ist in dem kalten Wetter bereits verendet, »und es werden noch viele mehr werden«, sorgen sich die Eigentümer. Die Farm hatten sie selbst ausgesucht, doch bei heftigen Stürmen brachen die Baracken ein, die zum Schutz der Tiere gedacht waren. Es wurden Tierärzte eingeschaltet, die helfen sollen, so das Landwirtschaftsministerium.

Blogger
Der israelische Blogger Alexander Lapshin ist in der vergangenen Woche in Weißrussland festgenommen worden, nachdem die aserbaidschanische Regierung seine Verhaftung beantragt hatte. Lapshin reist um die Welt und schreibt über seine Erfahrungen in einem Blog. Nach dem Besuch der Region Nagorno‐Karabach, die zwar von Armenien verwaltet, aber von Aserbaidschan beansprucht wird, kam die Polizei zu ihm. Lapshin hatte sich zuvor kritisch über den Präsidenten des Kaukasus‐Landes, Ilham Aliyev, geäußert. Jetzt sind seine Familie und die israelischen Behörden in großer Sorge, dass sein Leben in Gefahr ist, wenn er von Weißrussland nach Aserbaidschan ausgeliefert wird. Der 40‐Jährige war vor rund 20 Jahren mit seiner Familie aus der ehemaligen Sowjetunion eingewandert und lebt in Haifa. Israel setzt sich für seine Freilassung ein.

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