Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Netanjahu blickt in die Zukunft. Foto: Flash 90

Erfindung
Israelis stehen nicht gern Schlange. Eine neue Idee aus israelischen Denkerstuben soll die Wartezeit an Supermarktkassen nun erheblich verkürzen. Die Firma SuperSmart hat eine App für Mobiltelefone entwickelt, die beim Einkaufen benutzt werden kann. In einem Laden der Kette Osher Ad scannen die Kunden selbst die Waren mit ihrem Handy ein, zahlen per Kreditkarte und können dann direkt mit ihrem Einkauf nach Hause gehen. Bislang funktioniert die App lediglich bei Einkäufen bis zu 15 Einzelposten, soll jedoch schon bald ausgeweitet werden. Die Macher sagen, die ersten Versuche seien »hervorragend« gelaufen, die Kunden seien begeistert gewesen. SuperSmart hat außerdem am Start-up-Festival »Pioneer« in Österreich teilgenommen, auf dem 500 Firmen ihre Innovationen präsentiert haben. Die Israelis qualifizierten sich beim dortigen Wettbewerb für das Halbfinale.

Fussball
Die israelische Fußballnationalmannschaft will sich für die bevorstehende Weltmeisterschaft in Russland 2018 qualifizieren. Im September geht es mit einem Heimspiel gegen Italien los. Bisher waren die Israelis erst einmal bei einer WM-Endrunde dabei: 1970 in Mexiko. Mannschaftskapitän Eran Zahavi sagte gegenüber Fifa.com, der offiziellen Website des Weltfußballverbandes: »Die erfolgreiche Qualifikation für die WM 1970 inspiriert uns natürlich. Sie wird immer wieder im Fernsehen gezeigt und ist sehr präsent. Wir werden alles geben und versuchen, so viele Tore wie möglich zu erzielen.« Der 29-Jährige, der von 2013 bis 2016 für Maccabi Tel Aviv kickte und seit Kurzem offensiver Mittelfeldspieler des chinesischen Klubs Guangzhou R&F ist, fuhr fort: »Unsere Chancen stehen sicher alles andere als gut, schließlich müssen wir gegen Italien und Spanien antreten. Aber wir werden sicher zeigen können, welche Fortschritte wir gemacht haben. Wir haben einen guten Kader mit einigen Spielern, die in Belgien, Deutschland, den Niederlanden und England aktiv sind. Vielleicht bekommen wir ja unsere Chance.«

Hightech
Das neue Peres-Zentrum am Strand von Jaffa im Süden Tel Avivs, direkt neben dem Peres Peace House, soll 2018 eröffnet werden. Geplant ist ein Museum, das Israel als Start-up-Nation zeigt und israelische Technologien vorstellt, die das Leben von Menschen in aller Welt verändert haben. Zur Grundsteinlegung versammelten sich Ende Juli die Spitzen des Staates, darunter Präsident Reuven Rivlin, Premierminister Benjamin Netanjahu und Ex-Staatspräsident Schimon Peres, sowie Vertreter der Hightech-Industrie. Das Israeli Innovation Center, so die offizielle Bezeichnung, solle zeigen, dass Technologie Grenzen überwinden, Frieden fördern sowie die Kluft zwischen reich und arm, Juden und Arabern überbrücken kann, sagte Peres.

Inspektion
Generalstabschef Gadi Eizenkot ist am vergangenen Sonntag für vier Tage in die USA gereist, wie die Online-Zeitung »Times of Israel« berichtet. Dort sprach er unter anderem mit seinem amerikanischen Amtskollegen Joseph Dunford sowie mit Vertretern des Militärs und des Verteidigungsministeriums über Sicherheit im Nahen Osten und andere Themen. Eines davon war die militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden verbündeten Staaten. Zu diesem Zweck führte er Gespräche in den Bundesstaaten Utah, Florida und in Washington, D.C. Außerdem inspizierte Eizenkot das Kampfflugzeug F-35, das für die israelische Luftwaffe in den USA gebaut wird. Ebenfalls am Sonntag reiste der Vorsitzende des israelischen Nationalen Sicherheitsrats, Brigadegeneral d.R. Jacob Nagel, nach Washington, um über das neue zehnjährige Memorandum über amerikanische Militärhilfe für Israel zu verhandeln. Das gegenwärtige Memorandum, das Israel US-Militärhilfe in Höhe von drei Milliarden Dollar pro Jahr garantiert, läuft Ende nächsten Jahres aus. Es wird erwartet, dass die neue Vereinbarung deutlich umfangreicher ausfallen wird.

Roboter
Die chronische Nervenkrankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) schließt Menschen immer weiter im eigenen Körper ein – bis hin zur kompletten Lähmung. Mit dem Roboter »TeleBuddy« wollen Forscher dieses Schicksal etwas erleichtern. Der Roboter besteht aus einer langen Stange auf Rollen mit aufgestecktem Ipad. ALS-Kranke können ihn mit Augenbewegungen steuern. Der mit Kamera und Mikrofon ausgestattete TeleBuddy kann auf diese Weise gleichsam als Augen und Ohren des Patienten fungieren – etwa auf öffentlichen Veranstaltungen wie Vorträgen und Konferenzen. Auf dem Bildschirm des Ipad können andere Menschen den Besitzer sehen. Die Firma »TeleBuddy« wurde von dem Doktor der Nanotechnologie Roey Tzezana und dem Unternehmer und Robotik-Spezialisten Slava Garber gegründet.

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026

Porträt

Nach der Musik das Essen

Der Norden war von Terror und Krieg besonders geschunden. Aber auch Absagen aus dem Ausland beendeten Shachar Bers Karriere als Drummer. Mit einer eigenen Aufstrich-Marke wagt er den Neuanfang

von Sabine Brandes  07.10.2026

Nachrichten

Massage, Kibbuz, Opposition

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  07.10.2026

Kommentar

Wenn Chuzpe Leben rettet

Die bemerkenswerte Abwesenheit von Scham, Vorsicht und Selbstzweifel ist eine israelische Eigenart. Im Fall des Flydubai-Fluges half sie, eine Katastrophe zu verhindern

von Sabine Brandes  07.10.2026