Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Ausgehstadt Jaffa Foto: Flash 90

Hasch
Wo noch vor sechs Monaten die Gäste zur Musik tanzten, stehen heute Kübel voller Pflanzen. Doch in den Töpfen blühen keine Blumen. Die Polizei fand am Sonntag im leerstehenden Flaka-Club in Tel Aviv ungefähr 2000 Marihuana-Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien. Der einstige Nachtclub war zu einem regelrechten Gewächshaus umfunktioniert worden, erklärten die Beamten im Anschluss an die Entdeckung und zeigten sich angesichts der schieren Menge der Pflanzen schockiert. Vier Verdächtige sind in Polizeigewahrsam, einer von ihnen der Sohn eines bekannten israelischen Unterweltbosses (der Name unterliegt einer Nachrichtensperre). Die Betreiber des Tanzclubs beteuern derweil ihre Unschuld. Das Flaka hatte vor sechs Monaten seine Pforten geschlossen – zumindest zum Tanzen.

Ansicht
Nichts für schwache Nerven: Das Ichilov-Krankenhaus in Tel Aviv veröffentlichte jetzt zwei Filme, in denen man das OP-Geschehen im 360-Grad-Blickwinkel betrachten kann. Der eine zeigt eine Operation am offenen Herzen, der andere eine Geburt durch Kaiserschnitt. Professor Roni Gamzu erklärt: »Das Ichilov steht in puncto medizinische Exzellenz und Innovation in Israel an der Spitze. Wir freuen uns, dass wir die Ersten sind, die der Öffentlichkeit diese Möglichkeit zum Zuschauen bieten.« Die Virtual-Reality-Filme sind in Zusammenarbeit mit Samsung aufgenommen worden. Die Initiatoren sind sicher, dass das Projekt internationale Aufmerksamkeit erregen wird.

Preis
Wieder eine Auszeichnung. Dieses Mal wurde Jaffa, der alte südliche Teil von Tel Aviv, gekürt – und zwar zur fünftbesten kulinarischen Stadt der Welt. In der Liste des Reisemagazins »Conde Nast Traveler« folgt Jaffa damit auf die Metropolen Kapstadt, Dubai, Hongkong und Buenos Aires. Bürgermeister Ron Huldai freut sich über die Platzierung: »Es gibt rund 3400 Restaurants und Cafés in unserer Stadt, und wir feiern unsere herausragende Speise-Szene jeden Tag. Wir sind eben nicht nur in Sachen Hightech kreativ.«

Diskussion
Mosche Katsav macht wieder einmal von sich reden. In der nächsten Woche wird der Bewährungsausschuss zusammenkommen, um über das Gnadengesuch des Ex-Präsidenten zu beraten, der wegen Vergewaltigung im Gefängnis sitzt. Vor drei Monaten war sein letztes Gesuch abgelehnt worden. Doch in den israelischen Medien wird spekuliert, dass Katsav dieses Mal ein positives Ergebnis erhalten könnte, da sich sein Verhalten angeblich geändert hat. Zuvor hatte der 70-Jährige vehement seine Unschuld beteuert und stattdessen den Medien und den Opfern unterstellt, eine Kampagne gegen ihn zu betreiben. Katsav war zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, die er im Dezember 2011 angetreten hatte.

Terror
Der Inlandsgeheimdienst Schin Bet hat aktuelle Zahlen zum Terrorismus herausgegeben. Demnach ist die Zahl der Attacken auf Israelis im vergangenen Monat relativ niedrig gewesen, führte jedoch zur höchsten Anzahl von Toten seit dem Beginn des Jahres. Fünf Menschen starben im Juni durch palästinensische Terroranschläge, 21 weitere wurden dabei verletzt, einer von ihnen schwer. Der Bericht des Geheimdienstes beschreibt auch Taten von jüdischen Terroristen: In der arabisch dominierten Stadt Nazareth wurde im Juni demzufolge ein Anschlag verübt, bei dem Autos angezündet und Hass-Graffiti wie »Wir werden euch töten« an die Wände gesprüht wurden.

Lob
Wonder Woman macht Werbung für ihre Heimat. Die israelische Schauspielerin Gal Gadot, die in Batman vs. Superman die Superheldin spielte, widmet sich jetzt einem anderen Film. In dem Projekt von zwei Studentinnen der Medienwissenschaften zeigt Gadot keine schönen Landschaften oder gutes Essen, sondern Frauen. »Sie fand die Idee, Errungenschaften von Frauen zu zeigen, großartig«, so die Studentinnen. Gadot erzählt in dem Video von den israelischen »Wonder Women«, zum Beispiel einer Geschäftsfrau, einer Ärztin, einer Sportlerin und einer Pilotin, die auf ihre Weise zur Gesellschaft beitragen.

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

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