Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Avoda gibt den Ton an. Foto: Sabine Brandes

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Gitarre – Kuss – Frühstück

von Sabine Brandes  21.03.2016 18:31 Uhr

Rettung
17 Juden aus dem Jemen sind am Montag in Israel gelandet. Die Gruppe aus zwei Städten in dem vom Krieg geschundenen Land wurde von der Jewish Agency mit der Hilfe des amerikanischen Außenministeriums herausgeschmuggelt. Unter den Jemeniten befindet sich der Gemeinderabbiner, der eine jahrhundertealte Torarolle im Gepäck hatte. Mit den Worten »Dies ist ein historischer Moment in der Immigration nach Israel« hieß der Präsident der Jewish Agency, Natan Sharansky, die Neuankömmlinge willkommen. In den vergangenen Jahren hat Israel rund 200 jemenitische Juden auf diese Weise gerettet. Es leben noch rund 50 weitere im Land, die allerdings nicht ausreisen wollen.

Beileid
Nach dem Attentat in Istanbul, bei dem am vergangenen Samstag drei Teilnehmer einer israelischen Reisegruppe getötet wurden, schickte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seinem israelischen Amtskollegen einen Brief. »Ich überbringe hiermit dem israelischen Volk und den Familienangehörigen der Opfer, die ihr Leben bei dem hinterlistigen Anschlag verloren haben, mein tiefstes Beileid. Die Menschen haben Istanbul besucht, um unsere Kultur besser kennenzulernen. Ich wünsche auch den Verletzten eine schnelle Genesung.« Die Attacke sei ein weiteres Zeichen dafür, dass die internationale Gemeinschaft bei der Bekämpfung des Terrors zusammenarbeiten müsse, heißt es in dem Schreiben. Premier Netanjahu erhielt einen ähnlichen Brief vom Ministerpräsidenten der Türkei, Ahmet Davutoglu. Nach den jüngsten Anschlägen in der Türkei hat das nationale Sicherheitsbüro gegen Terrorismus eine Reisewarnung erlassen. »In den letzten Monaten ist die Gefahr in der Türkei erheblich angestiegen.« Das zeige sich in den vermehrten Anschlägen, vor allem durch den kurdischen Untergrund und die Terrororganisation Islamischer Staat (IS). »Israelis sollten die Türkei derzeit nicht besuchen«, heißt es.

Gitarre
Die Opposition trumpft auf in Tel Aviv: Mit einem Informationsstand und aufblasbaren Gummi-Gitarren geht die Arbeitspartei auf Stimmenfang. Auf der Plaza vor dem Carmelmarkt standen am Freitag Aktivisten in blauen T-Shirts und gaben die Spielzeuginstrumente an Passanten aus. Dazu erklärten sie: »Das ist unsere Selbstverteidigung gegen diese Regierung.« Es war Wahlwerbung der makabren Art. Denn sie spielte auf den sogenannten »Guitar Hero« Yishai Montgomery an, der vor zwei Wochen auf der Promenade in Tel Aviv einen palästinensischen Terroristen mit seinem Instrument in die Flucht schlug. Die Arbeitspartei wünscht sich, dass die Wähler beim nächsten Urnengang Premierminister Benjamin Netanjahu in die Flucht schlagen.

Kuss
Dieser Schmatzer hat Folgen. Nachdem die Ex-Freundin eines ultraorthodoxen Israelis ein Kuss-Foto der beiden veröffentlichte und auf Facebook schrieb, dass sie eine sexuelle Beziehung mit ihm hatte, will die Armee den Mann einziehen. Denn nun glaubt das Militär nicht mehr, dass er tatsächlich so fromm ist, wie er tut. Die Behörden sind der Ansicht, es sei schlicht eine Fassade, um der Einberufung zu entgehen. Denn Charedim haben gewöhnlich vor der Ehe keine Freundinnen – und schon gar keine, mit denen sie Knutsch-Selfies machen. Im November hatte die Regierung die Armeereform, nach der auch ultraorthodoxe Männer in die Armee müssen, bis 2023 verschoben.

Erinnerung
Die amerikanische Vanderbilt-Universität hat ein Stipendium im Namen des ermordeten Taylor Force eingerichtet. Damit soll des Terroropfers von Tel Aviv gedacht werden. Force war am 8. März auf der Strandpromenade von einem palästinensischen Terroristen tödlich verletzt worden, als er mit einer Besuchergruppe spazieren ging. Der 29-Jährige hatte an der Vanderbilt-Universität studiert. Der Präsident der Uni, Nicholas Zeppos, erklärte: »Taylor stand für alles, wofür auch wir stehen: Exzellenz, Dienst an der Bevölkerung, Führungsqualitäten und ein großzügiges Wesen.« Das Stipendium solle für immer an den jungen Mann erinnern, der zu früh aus dem Leben gerissen wurde.

Frühstück
Bald kann man auch in Berlin rund um die Uhr frühstücken. Denn das »Benedict« kommt in die deutsche Hauptstadt. Das beliebte israelische Café, in dem man 24 Stunden lang das erste Mahl am Tag serviert bekommt, wird exportiert. Yair Kindler, einer der Miteigentümer, freut sich: »Dies wird unser erstes Frühstücksrestaurant in Berlin, und wir hoffen sehr, dass die Leute es mögen. Die Idee wurde in den Speisesälen der Kibbuzim geboren. Und jetzt bringen wir die DNS des weltbekannten israelischen Frühstücks voller Frische und Auswahl nach Charlottenburg.«

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