Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Tscherkessin in Israel Foto: Flash 90

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Schulden, Visa, Drusen

von Sabine Brandes  08.06.2015 18:58 Uhr

Schulden
Ein erster Schritt ist gemacht, um Langzeitverschuldeten in Israel das Leben zu erleichtern. Der Gesetzesvorschlag der neuen Justizministerin Ayelet Shaked will Israelis, die mindestens fünf Jahre lang ihre Schulden nicht zurückzahlen konnten, die finanzielle Last von den Schultern nehmen. Offene Beträge in einer Höhe von bis zu knapp 200.000 Euro sollen »wirtschaftlich Benachteiligten« erlassen werden, egal ob sie bei den Steuerbehörden oder bei privaten Gläubigern verschuldet sind. Das Justizministerium geht davon aus, dass es 300.000 bis 400.000 Menschen gibt, auf die alle Voraussetzungen zutreffen, und dass im ersten Jahr bereits etwa eine Milliarde Euro erlassen werden könnte.

Visa
Viel Aktenpapier ist durch den jüngsten Regierungswechsel auf den Schreibtischen liegen geblieben. So auch die Visa-Bearbeitung für Flüchtlinge aus Darfur. Das hat jetzt das Innenministerium bestätigt. Auf Anfrage von Mutasim Ali, der vor zweieinhalb Jahren einen Antrag auf Asyl in Israel gestellt und seitdem nichts mehr gehört hatte, erklärte das Ministerium, die Politik sei der Bürokratie in die Quere gekommen. Ali klagt jetzt vor Gericht auf Klärung seines Status. Richter Joseph Eilon aus Beer Sheva forderte das Ministerium auf, »jede Anstrengung zu unternehmen, um auf den Asylantrag zu reagieren«. Doch bisher blieb das Schreiben ohne Wirkung.

Arbeiter
Mosche Kahlon will Ernst machen mit seinem Vorhaben, den Wohnungsbau in Israel zu beschleunigen, um langfristrig die Mieten und Immobilienpreise zu senken. Dafür will der neue Finanzminister mehr Gastarbeiter, vor allem aus China, ins Land holen. Allerdings gibt es dabei einen diplomatischen Haken. Denn Peking erklärte, dass die Arbeiter zwar nach Israel kommen, jedoch nicht in den palästinensischen Gebieten eingesetzt werden dürfen – angeblich aus Sorge um ihr Wohlbefinden. Israel hat ein Abkommen mit der chinesischen Regierung, dass Bauarbeiter aus der Volksrepublik für eine bestimmte Zeit in Israel arbeiten dürfen. Ähnliche bilaterale Übereinkünfte bestehen mit Thailand und Sri Lanka, Bulgarien, Moldawien und Rumänien.

Drusen
Das Kabinett hat entschieden, den Minderheiten der Drusen und Tscherkessen finanzielle Unterstützung in Höhe von zwei Milliarden Schekel (etwa 465 Millionen Euro) zukommen zu lassen. Der Fünfjahresplan sieht vor, jährlich eine bestimmte Summe für die Entwicklung der Gemeinden auszugeben. Ergebnisse sollen schon bald zu sehen sein, darunter höhere Zahlen von Abiturienten, ein Rückgang der Arbeitslosigkeit sowie der Einkommensunterschiede im Vergleich zur restlichen Bevölkerung. Auch soll der öffentliche Nahverkehr in den meist abgeschiedenen Gegenden, in denen die Drusen und Tscherkessen wohnen, verbessert werden. Insgesamt leben etwa 140.000 Angehörige der beiden ethnischen Gruppen in Israel.

Bus
Jerusalem hat es vorgemacht, jetzt zieht Tel Aviv nach. Der »Schabus« in der Hauptstadt ist ein voller Erfolg – und nun wollen auch die Menschen in der Metropole am Mittelmeer am Schabbat einsteigen. Der 22-jährige Roy Schwartz hat mit »And Yet it Moves« eine Kooperative gegründet, die an Samstagen mit zwei privaten Bussen von neun Uhr morgens bis sechs Uhr abends die Städter hin- und herfährt. Die Routen führen von der Aluf-Sade-Kreuzung in Ramat Gan über Givataim bis zur zentralen Busstation Carmelit in der Nähe des Strands in Tel Aviv. Um mitfahren zu können, müssen sich die Fahrgäste allerdings erst auf der Internetseite der Gruppe anmelden und Mitglied in der Kooperative werden.

Gerät
Israelische Wissenschaftler haben ein Gerät entwickelt, das es ermöglicht, Schwangere und deren Föten rund um die Uhr zu beobachten. Und zwar, während die Frauen ihrem normalen Alltag nachgehen. Der Monitor »PregSense« verfügt über Sensoren, die in einen elastischen Gürtel eingewebt sind. Per Bluetooth-Technologie werden die Daten direkt an das Smartphone der werdenden Mutter gesandt. In einer speziell gesicherten Cloud können die Angaben von den Schwangeren und ihren Frauenärzten eingesehen werden. Später soll per Handy-App zudem für die Frauen sichtbar sein, wann ihr Baby wach ist, wie es sich bewegt und Ähnliches. Das Gerät wird von der Nuvo-Gruppe auf den Markt gebracht.

Krieg gegen Iran

Medienbericht: Trump will Mullahs nur wenige Tage Zeit geben

Als der US-Präsident am Dienstag einseitig eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran verkündete, nannte er keine neue Frist. Unbegrenzt verlängern, will er sie US-Medien zufolge aber nicht

 22.04.2026

Nachrichten

Wohnen, Defizit, Währung

Meldungen aus Israel

von Sabine Brandes  22.04.2026

Nahost

Voller Vorurteile

Es ist geradezu atemraubend, mit welcher Inbrunst das Opfer-Täter-Verhältnis hierzulande verkehrt wird, wenn es um Israels Reaktion auf islamistische Terrororganisationen geht

von Jacques Schuster  22.04.2026

Kommentar

Was hat der Konflikt mit dem Iran Israel gebracht?

Eine ernüchternde Bilanz von Roman Haller

 22.04.2026

Meinung

Die Isaac Accords – Kooperation statt Symbolik

Im Gegensatz zu den Abraham Accords geht es bei dem Vertrag zwischen Argentinien und Israel nicht um eine Normalisierung der Beziehungen, sondern um eine Vertiefung. Gerade darin liegt seine politische Logik

von Carsten Ovens  22.04.2026

Berlin

Israelischer Starkoch auf den Spuren seiner deutschen Großmutter

Schnitzel - das klingt erst einmal sehr deutsch. Dieses Schnitzel allerdings kommt anders daher. Ein Besuch im Berliner Restaurant »Berta«, das ein israelischer Starkoch nach seiner deutschen Großmutter benannt hat

von Nina Schmedding  22.04.2026

Jerusalem

Klima-Forscher: Teile Israels könnten unbewohnbar werden

Israelische Klimaforscher sagen, der südliche Arava-Raum, Eilat sowie das Jordantal seien besonders gefährdet

 22.04.2026

Westjordanland

Berichte über Verletzte nach Siedler-Angriff

Radikale Siedler haben Berichten zufolge in einem Dorf palästinensischen Besitz in Brand gesteckt. Mehrere Menschen mussten wegen einer Rauchvergiftung behandelt werden

 22.04.2026

Terroristen-Gefängnis

Hamas-Terroristen belästigten Reservistinnen sexuell

Eine Reservistin sagt dem Sender KAN, Häftlinge hätte vor ihr masturbiert und ihr erniedrigende Blicke zugeworfen. Die psychischen Folgen seien bis heute spürbar

 22.04.2026