Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Das Tamar-Gasfeld vor Haifa Foto: Flash 90

Schnee
Ski- und Rodelfans dürfen sich freuen. Am Montagmorgen ist der erste Schnee auf der Spitze des Hermonberges in den Golanhöhen gefallen. Das berichteten Soldaten, die dort stationiert sind. In den kommenden Tagen sollen die weißen Flocken auch in niedrigeren Lagen des Golans und eventuell sogar in Jerusalem fallen. Die Israelis bibbern bereits seit Tagen bei für diese Jahreszeit ungewöhnlich kalten Temperaturen. Auf dem Hermon liegt in mehr als 2000 Metern Höhe das einzige Skigebiet des Landes. Die Saison ist allerdings kurz und dauert für gewöhnlich nicht mehr als einige Wochen im Januar und Februar an.

Baum
Der älteste Ficus in Tel Aviv wäre beinahe zu Brennholz geworden. Der größte Baum der Stadt in der Mandelstam-Straße sollte dem Bau eines Kindergartens weichen. Doch die Stadtverwaltung hatte die Rechnung ohne die Anwohner gemacht. Als die beiden Tel Aviver Rotem und Schai Reschef davon hörten, dass das betagte Grün in Gefahr ist, mobilisierten sie andere Bewohner und stoppten kurzerhand die Baupläne. Die Verwaltung behauptete zunächst, dass der älteste Ficus und 14 weitere nicht in Gefahr seien, doch der angerufene nationale Waldbeauftragte Hagai Snir argumentierte, dass die Bäume sehr wohl den Baumaßnahmen zum Opfer fallen würden. Seit Jahrzehnten bietet der Riesenbaum mit seinen dicken Ästen und sattem Laub Schatten für die Menschen am Weiner-Park. »Dies ist ein ganz besonderer alter Park«, so die Initiatoren der Rettungsaktion. »Und kein Plastik kann die echten Bäume ersetzen. So wie der Park ist, soll er bleiben.«

Pipeline
Energieminister Silvan Shalom hat seinen europäischen Amtskollegen vergangene Woche ein ambitioniertes Pipeline-Projekt vorgeschlagen. Demnach könnte Erdgas aus den gewaltigen Vorkommen vor Israels Küste per Pipeline nach Zypern und von dort nach Griechenland und Italien transportiert werden. Ein solches Projekt würde die EU mehrere Millionen Euro an Investitionen kosten, aber auch unabhängiger von russischen Gaslieferungen machen. In den nächsten Wochen soll das Projekt europäischen Regierungen offiziell vorgestellt werden.

Gräber
Eine schaurige Zuflucht suchten sich einige Palästinenser bei den heftigen Regenfällen der vergangenen Tage. Die sieben Männer hielten sich illegal in Israel auf und hatten sich auf dem neuen Friedhof von Herzlija versteckt. Sie schliefen in leeren Gräbern des Bauwerks, das im Volksmund als »Turm der Toten« bekannt ist. Die Polizei verhörte die Männer nach ihrer Festnahme. Die überirdisch gelegene Bestattungsanlage mit mehreren Etagen ist ein Versuch, der Überfüllung auf gewöhnlichen Friedhöfen zu begegnen. Für individuelle Gräber in der Erde ist kaum mehr Platz.

Preis
Tel Aviv ist die klügste Stadt der Welt. Auf dem jährlich stattfindenden Kongress »Smart City Expo« erhielt die Mittelmeerstadt den »World Smart Cities Award 2014« und konnte sich damit gegen 250 Mitbewerber aus aller Welt durchsetzen, wie die Tageszeitung Yedioth Ahronoth berichtet. Ausgezeichnet wurde Tel Aviv für den Einsatz moderner Technik im öffentlichen Raum. So ist etwa im gesamten Stadtgebiet WLAN verfügbar. Auf der Expo stellte die Stadtverwaltung auch ihr neues Projekt »Digital« vor, zu dem unter anderem ein Anwohnerausweis gehört, mit dem alle Tel Aviver per Mail oder SMS speziell auf sie zugeschnittene Informationen erhalten können. Der Preisträger des Vorjahres war Rio de Janeiro.

Holocaust

»Unsere Rache an den Nazis ist, dass wir den Staat Israel haben«

Der Schoa-Überlebende Yehuda Widawski ist mit 107 Jahren gestorben. Jahrzehntelang suchte und restaurierte er jüdische Gräber in Polen

von Sabine Brandes  14.09.2026

Reaktionen

»Ritualmordlegende« - »Pflicht, Fragen zu stellen«: Israel streitet über »Naza«

Während Rechte den Film über den Gaza-Krieg als Verleumdung verurteilen, verteidigen Linke das Recht auf Kritik. Armee weist zentrale Vorwürfe zurück

von Sabine Brandes  14.09.2026

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  14.09.2026

Dokumentarfilm

IDF übt scharfe Kritik an »Naza« und weist Vorwurf zum angeblich genehmigten Angriff auf 500 Zivilisten zurück

»Die IDF haben niemals einen Angriff geplant, genehmigt oder durchgeführt, bei dem erwartet wurde, dass 500 Zivilisten oder auch nur annähernd so viele getötet werden«, heißt es von der Armee

 14.09.2026

Offener Brief

Javier Bardem und ich

Ich habe dich als neugierig, warmherzig, offen für den Menschen vor dir kennengelernt. Wenn du über Israel sprichst, erkenne ich dich nicht wieder – und sehe nur noch blindwütigen Hass

von Gabriella Meros  13.09.2026

Meinung

Wie London die Verweigerungshaltung der Palästinenser belohnt

Mit ihren Sanktionen gegen israelische Siedlungen will die britische Regierung im Nahost-Konflikt einer Zwei-Staaten-Lösung näher kommen. Doch sie zeigt vor allem: Verhandeln lohnt sich nicht, Blockade und Terror aber sehr wohl

von Daniel Neumann  13.09.2026 Aktualisiert

Syrien

Grossi: Von Israel zerstörter Reaktor hätte atomwaffenfähiges Material produzieren können

2007 zerstörte Israel den Atomreaktor Deir ez-Zor. 19 Jahre später bestätigt Atom-Aufseher Rafael Grossi, dass die Anlage atomwaffenfähiges Material hätte produzieren können

 11.09.2026

Rosch Haschana

Israel wächst – doch immer mehr Menschen verlassen das Land

Zum jüdischen Neujahr veröffentlicht das Statistikamt neue Zahlen. Die Geburtenrate ist mehr als doppelt so hoch wie in der OECD

von Sabine Brandes  11.09.2026

Sachsen-Anhalt

Empörung über AfD-Spitzenmann Siegmund wegen Rüstungsaussage 

Siegmund: »Weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensive natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen«

 11.09.2026