Israel

Archäologen entdecken 1600 Jahre altes Samaritaner-Anwesen

Israelische Archäologen haben Überreste eines rund 1600 Jahre alten landwirtschaftlichen Anwesens gefunden, das vermutlich einem wohlhabenden Samaritaner gehörte. Teil des Anwesens nordöstlich von Tel Aviv war eine Weinpresse mit einer griechischen Inschrift, wie die israelische Altertumsbehörde am Mittwoch mitteilte.

Die Inschrift »Nur Gott hilft dem schönen Besitz von Meister Adios, Amen« gelte als weiterer Hinweis auf eine intensive Besiedlung durch die Samaritaner während der byzantinischen Periode. Dies sei die Hochphase der Ansiedlung durch die Glaubensgemeinschaft in der Region gewesen.

glaubensgemeinschaft Die Samaritaner sind eine Glaubensgemeinschaft, deren rund 800 Mitglieder heute in Israel und dem Westjordanland leben. Der Glauben grenzt sich trotz vieler Gemeinsamkeiten vom Judentum ab. Samaritaner sehen den Grisim-Berg bei Nablus im nördlichen Westjordanland als heiligen, von Gott auserwählten Ort.

Die griechische Inschrift werde auf das frühe fünfte Jahrhundert nach Christi Geburt datiert, hieß es in der Mitteilung der Altertumsbehörde. »Die Inschrift wurde in einer beeindruckenden Weinpresse entdeckt, die offenbar Teil des landwirtschaftlichen Anwesens einer reichen Person namens Adios war«, sagte die Ausgrabungsleiterin Hagit Torge. Dies sei erst die zweite in Israel entdeckte Weinpresse mit einer entsprechenden Inschrift, die auf die Samaritaner hindeute.

Die Weinpresse sei nahe Tel Zur Natan entdeckt worden, wo sich auch Überreste einer samaritanischen Synagoge befänden. Dort gebe es ebenfalls eine Inschrift, die Adios‘ hohen Status offenbare, sagte Torge.  dpa

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