Terror

Angst in Aschdod

Raketenabwehrsystem »Eiserne Kuppel« in der Nähe von Aschdod Foto: Flash 90

Schon den dritten Tag in Folge fiel am Montag in einigen Schulen von Aschdod der Unterricht aus. Doch darüber freuen mag sich niemand. Der Grund ist der andauernde Beschuss der israelischen Stadt mit Raketen aus Gaza und die Angst vor einer Eskalation.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag waren acht Geschosse auf die südliche Hafenstadt niedergegangen. Fünf wurden von dem Abwehrsystem »Eiserne Kuppel« abgefangen, drei schlugen in offenen Feldern ein und richteten keinen weiteren Schaden an. Am Tag darauf entschloss sich die Stadtverwaltung, Schulen, die über keine ausreichenden Sicherheitsräume verfügen, geschlossen zu halten. Davon betroffen sind rund 4000 Mädchen und Jungen, hauptsächlich in ultraorthodoxen Gegenden. In Aschdod gehen insgesamt 54.000 Kinder zur Schule.

ausweitung Der Vorsitzende des Rates der benachbarten Region Chof Aschkelon, Jair Farjoun, erklärte, dass man Angst vor einer Ausweitung der Gewalt und sich daher zu dieser Vorsichtsmaßnahme entschlossen habe. »Dieses Getröpfel von Bomben kann schnell zu etwas Größerem werden«, sagte er. »Wir hoffen wirklich, dass sich das nicht hochschaukelt.«

Als Antwort auf den Beschuss flog die israelische Luftwaffe (IAF) noch in derselben Nacht Angriffe auf vier Ziele im Gazastreifen, darunter eine versteckte Raketenabschussbasis und eine Munitionsfabrik.

Am Sonntag nahm die IAF ein Motorrad in Gaza ins Visier. Bei dem Vergeltungsangriff wurden drei Menschen verletzt. Bei dem Fahrer selbst handelt es sich nach Angaben der Armee um Ahmed Saad, der seit Jahren auf Israels Terrorliste steht. Der Dschihad-Mann wurde bei der Attacke schwer verletzt, heißt es. Er sei »persönlich für viele Raketenangriffe verantwortlich«.

Krieg

Tanker im Persischen Golf attackiert

Die Golfregion ist für Tanker und Frachtschiffe weiterhin gefährlich. Erneut wird ein Tanker angegriffen

 02.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  02.11.2026

Jerusalem

Lieberman: »Nicht mit Bibi und nicht mit Tibi«

Der Chef von Israel Beiteinu schließt eine Zusammenarbeit mit Netanjahu und den arabischen Parteien aus – und fordert eine rein zionistische Koalition

von Sabine Brandes  02.11.2026 Aktualisiert

Israel

Herzog ruft Israels Politiker zu Kompromissbereitschaft auf

Der Präsident mahnt die Parteichefs zur Flexibilität bei den Koalitionsgesprächen und warnt vor Neuwahlen. Am Mittwoch beginnen die Beratungen in seinem Amtssitz

 01.11.2026

Regierungsbildung

Israels Oppositionschefs treffen sich zu Gesprächen

Avigdor Liberman soll sich mit Gadi Eisenkot getroffen haben, Yair Golan sprach mit der Gemeinsamen Liste. Der Likud schließt unterdessen eine Rotation im Amt des Ministerpräsidenten aus

 01.11.2026

Gadi Eisenkot spricht in der Wahlnacht vor Anhängern

Regierungsbildung in Israel

Eisenkot nennt vier Bedingungen für mögliche Koalitionspartner

Der Yashar-Chef will die neue Knesset-Mehrheit rasch nutzen und lädt jeden Abgeordneten zur Zusammenarbeit ein, der seine Grundsätze akzeptiert

 01.11.2026

Jair Golan, Vorsitzender der Demokraten in Israel, im Porträt

Nahost

Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu

Angesichts wachsender Spannungen mit dem Iran stellt ein führender Oppositionspolitiker die politische Legitimation Netanjahus für eine neue militärische Auseinandersetzung infrage

 01.11.2026

Isaac Herzog spricht beim Weltwirtschaftsforum in Davos

Regierungsbildung

Israels Präsident kündigt Gespräche zur Regierungsbildung an

Keines der politischen Lager in Israel erreicht die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Nun liegt die Initiative bei Präsident Herzog. Wer erhält den ersten Auftrag zur Regierungsbildung?

 01.11.2026

Jerusalem

Wahlsieger ohne Mehrheit

Das endgültige Wahlergebnis liegt vor. Benjamin Netanjahus Likud hat mehr Sitze als alle anderen Parteien. Nützt ihm das etwas?

 30.10.2026