Klage Südafrikas

Israel schickt Aharon Barak nach Den Haag

Aharon Barak bei einer Veranstaltung für die Freilassung der Hamas-Geiseln Foto: copyright (c) Flash90 2023

Am Donnerstag beginnt vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag (Niederlande) die Anhörung in der Klage Südafrika gegen Israel. Die südafrikanische Regierung von Präsident Cyril Ramaphosa wirft dem jüdischen Staat vor, einen Völkermord an den Palästinensern zu begehen.

Israels Außenministerium hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Gleichzeitig entschloss sich Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Anschuldigungen vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IGH) zu verhandeln, um sie ein für alle mal aus dem Weg zu räumen. Barak soll Teil des 15-köpfigen Richtergremiums werden, wie die »Times of Israel« am Sonntag unter Berufung auf das Außenministerium in Jerusalem berichtet. Auch Südafrika darf einen der Richter bestimmen.

Der 87-jährige Schoa-Überlebende ist ehemaliger Präsident des Obersten Gerichtshofs in Israel und alles andere als ein Netanjahu-Freund. Barak hatte den geplanten Justizumbau mit einem »Umsturz mit Panzern« verglichen, der Israel in eine »ausgehöhlte Demokratie« verwandeln werde. Die »Times of Israel« schrieb, Barak sei international hoch angesehen und Netanjahu sei mit seiner Ernennung der Empfehlung der israelischen Generalstaatsanwältin Gali Baharav-Miara gefolgt.

Südafrika verlangt vom IGH, dass Israel seine Bodenoffensive im Gazastreifen einstellen soll. Die israelische Armee begehe dort einen Völkermord, heißt es in der Klage. Für diesen Vorwurf bekam Südafrika ausgerechnet von den Terroristen der Hamas Applaus. Die Islamisten machen selbst kein Geheimnis aus ihren genozidalen Plänen. Sie wollen Israel vernichten und Juden auf der ganzen Welt töten.

Israel hatte den Völkermord-Vorwurf scharf zurückgewiesen. Für das Leid der Palästinenser im Gazastreifen sei ausschließlich die Hamas verantwortlich. Bei der militärischen Bekämpfung der islamistischen Gruppierung tue Israel alles, um den Schaden für die Zivilbevölkerung so gering wie möglich zu halten, wurde argumentiert. Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte Israel schon im November Völkermord vorgeworfen.

Der IGH soll laut Statut Konflikte zwischen Staaten möglichst friedlich beilegen. Er ist das wichtigste Rechtsprechungsorgan der Vereinten Nationen. Seine Urteile sind in der Regel bindend. Allerdings besitzen die UN-Richter keine Machtmittel, um einen Staat zur Umsetzung zu zwingen. ja

Israel

Knessetwahl: Soldaten können bereits abstimmen

In weniger als einer Woche wählt Israel ein neues Parlament. Bereits jetzt dürfen Soldaten die Wahlkabinen betreten - diese werden ihnen bis in den Libanon und nach Syrien gebracht

 21.10.2026

New York/Gaza

Frühere Lehrerin aus Gaza warnt vor Judenhass an UNRWA-Schulen

Die Pädagogin sagt, die ideologische Indoktrinierung palästinensischer Kinder könne den Nährboden für ein weiteres Massaker wie das vom 7. Oktober 2023 schaffen

 21.10.2026

Jerusalem

Netanjahu nennt Sturz der iranischen Führung als Ziel

»Ich bin entschlossen, die Aufgabe zu Ende zu bringen«, sagt der israelische Regierungschef

 21.10.2026

Gaza

Israel tötet Hamas-Terroristen, der Shani Louk verschleppte

Tamer Mohammad Ibrahim al-Sabbagh war das letzte lebende Mitglied der Hamas-Zelle, die am 7. Oktober 2023 die deutsch-israelische Geisel entführte

 21.10.2026

Sicherheit

Nach Ausschreitungen: Israel rechnet mit vermehrter Einwanderung von Juden aus Frankreich

Die Hintergründe

 21.10.2026

Boykott?

Weitere Firma verweigert Jerusalemer Seilbahn-Projekt

Die israelische Regierung will per Seilbahn einen direkten Zugang zur hochsymbolischen Klagemauer in Jerusalem schaffen. Aber immer mehr ausländische Partner ziehen sich zurück

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Wahlkampf

Netanjahu stellt sich hinter religiöse Wehrdienstverweigerer

Um an der Macht zu bleiben, braucht Israels Ministerpräsident die Unterstützung der ultraorthodoxen Juden. Wenige Tage vor der Wahl übt er den Schulterschluss mit Religiösen, die sich der Wehrpflicht entziehen

von Andrea Krogmann  20.10.2026

Vanessa Emde (Die Linke)

Berlin

Linken-Fraktion vorerst ohne Einigung im Streit um Emde

Eine Abgeordnete, die in ihrer Israel-Kritik immer wieder nachlegt, und eine Fraktionsspitze, die ein Problem mit ihr hat: Im Berliner Koalitionspoker bleibt der Streit um Vanessa Emde ungelöst

 20.10.2026

Hamas

Emiratische Blase in Gaza

Israel erlaubt den VAE Infrastrukturarbeiten nahe Rafah. Den Wiederaufbau der Enklave knüpft Israels Premier Netanjahu an die Entwaffnung der Terrororganisation

von Sabine Brandes  20.10.2026