Archäologie

Ältestes Tor Israels gefunden

Ausgrabungen bei Kiriat Gat Foto: IAA

Das älteste bekannte Tor in Israel ist bei Ausgrabungsarbeiten entdeckt worden. Die Arbeiten in Tel Erani, in der Nähe des Industriegebiets der südlichen Stadt Kiriat Gat, wurden wegen der Verlegung einer Wasserleitung durch die nationale Wassergesellschaft Mekorot durchgeführt.

Bei der sogenannten Rettungsausgrabung wurden das Tor und ein Teil eines Befestigungssystems der antiken Stadt aus der frühen Bronzezeit vor etwa 5500 Jahren gefunden. Diese Strukturen spiegeln den Beginn der Urbanisierung im Land Israel und in der südlichen Levante wider.

stadtmauer Das früheste bisher bekannte Tor ist das Tor von Tel Arad, das etwa 300 Jahre später als dieses Tor datiert wurde. Das Tel-Erani-Tor, das bis zu einer Höhe von eineinhalb Metern erhalten blieb, besteht aus einem aus Stein gebauten Durchgang, der in die antike Stadt führte. Zwei Türme aus großen Steinen flankieren das Tor, zwischen denen sich Reihen aus Lehmziegeln befinden. Dieses Tor ist an der Stadtmauer befestigt, die bei früheren Ausgrabungen freigelegt wurde.

»Es ist wahrscheinlich, dass alle Passanten, Händler oder Feinde, die die Stadt betreten wollten, durch dieses beeindruckende Tor gehen mussten«, so Martin-David Pasternak, Forscher der Altertumsbehörde für diese Zeit.

»Das Tor verteidigte nicht nur die Siedlung, sondern vermittelte auch die Botschaft, dass man eine wichtige, starke Siedlung betrat, die politisch, sozial und wirtschaftlich gut organisiert war. Dies war die Botschaft an Außenstehende, möglicherweise auch an Ägypten. Am Ende der frühen Bronzezeit kamen die Ägypter selbst hierher und nutzten das Tor.«

ausgrabungen Die umfangreichen Ausgrabungen der israelischen Altertumsbehörde in den vergangenen Jahren hätten dazu geführt, dass der Beginn der Urbanisierung auf das Ende des vierten Jahrtausends v.d.Z. datiert werden kann. Die Ausgrabungen in Tel Erani zeigten nun jedoch, dass dieser Prozess sogar noch früher begann, so die Behörde.

Gemeinsam mit Mekorot sei beschlossen worden, die Wasserleitung zu verlegen, um das alte Tor zu erhalten. Eli Escusido, Direktor der Altertumsbehörde, freut sich: »Die Entdeckung des ältesten bekannten Stadttors des Landes erweitert unser archäologisches Wissen um ein weiteres wichtiges Stück.«

Neue Umfrage

Netanjahus Koalition stürzt auf 48 Sitze ab – Opposition kommt auf 62

In Israel zeichnet sich nur gut drei Monate vor der Wahl ein deutlicher Stimmungsumschwung ab

 17.07.2026

Jerusalem

Netanjahu verschiebt USA-Reise wegen Lindsey Grahams Beerdigung

Ursprünglich hatte der israelische Ministerpräsident morgen abfliegen und bis Dienstag in den USA bleiben wollen

 17.07.2026

Essay

Der Flüchtlingsstatus der Palästinenser muss endlich enden

Wer über Asyl spricht, muss auch über die Bedingungen sprechen, unter denen Schutz wieder entfallen sollte

von Steven Guttmann  16.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Herkunft und Sympathien der Spielerikone kursieren, erzählen die Söhne eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine andere, besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  16.07.2026 Aktualisiert

Italien

Wenn Anne Frank und Primo Levi mit »Nazis« beschmiert werden

Erneut antisemitischer Vandalismus gegen ein Holocaust-Gedenkgemälde in Mailand

 16.07.2026

Israel

Knesset beschließt Ausweitung geschlechtergetrennter Studiengänge

In Zukunft sollen auch Master- und Promotionsstudiengänge getrennt ür Frauen und Männer ermöglicht werden

 16.07.2026

Washington D.C.

Künftige kolumbianische Regierung will Botschaft nach Jerusalem verlegen

Damit gibt es bald neun diplomatische Vertretungen in der israelischen Hauptstadt

 16.07.2026

Westjordanland

Sicherheitsbehörden: Angriffe gewaltbereiter Siedler gehen zurück

Seit dem Höchststand im März sollen die Zahlen zuletzt aufgrund der Maßnahmen von Armee, Inlandsgeheimdienst und Polizei zurückgegangen sein

 16.07.2026

Tel Aviv

Eisenkot erhebt schwere Vorwürfe gegen Netanjahu

Netanjahu habe ihn vor Jahren als Generalstabschef gebeten, Soldaten auf den Golanhöhen in einen Schutzbunker zu schicken – in einem Gebiet, in dem sein Sohn Avner stationiert war

 16.07.2026